An­lie­ger zwei­feln an Mes­s­er­geb­nis­sen

Bür­ger­fo­rum Dar­um/Gre­tesch/Lüstrin­gen: Ver­wal­tung sieht kei­ne star­ken Tem­po­über­schrei­tun­gen auf dem Bruch­weg

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück -

Im Bür­ger­fo­rum Dar­um/ Gre­tesch/Lüstrin­gen ging es jetzt vor al­lem um Ver­kehrsthe­men. Aber auch das Bau­en in zwei­ter Rei­he war ein The­ma.

Von Clau­dia Sar­ra­zin

In­ten­siv tausch­ten sich die An­woh­ner und Ober­bür­ger­meis­ter Wolf­gang Grie­sert beim Bür­ger­fo­rum im Ge­mein­de­haus der Pe­trus­kir­che über die Ver­kehrs­si­tua­ti­on im Bruch­weg aus.

Aus­gangs­punkt war die An­fra­ge ei­nes An­lie­gers, ob der Bruch­weg auf vier Me­ter ver­brei­tert und ins­be­son­de­re im Be­reich der durch­ge­hen­den Be­bau­ung ein Fuß- und Rad­weg an­ge­legt wer­den kön­ne. Als Be­grün­dung zi­tier­te Grie­sert den An­woh­ner: „Täg­lich viel­fa­che le­bens­ge­fähr­li­che Si­tua­tio­nen für Fuß­gän­ger auf der le­dig­lich drei­ein­halb Me­ter brei­ten Ver­bin­dungs­stra­ße Bruch­weg zwi­schen dem Sch­le­de­hau­ser Weg in Lüstrin­gen und der Bel­mer Stra­ße in Belm.“

Mit der An­fra­ge hat­te sich der Fach­be­reich Städ­te­bau in Ab­stim­mung mit dem Fach­be­reich Geo­da­ten und Ver­kehrs­an­la­gen be­fasst. Er ver­wies auf ei­ne frü­he­re An­fra­ge und in die­sem Zu­sam­men­hang vor­ge­nom­me­ne Mes­sun­gen. Das Fa­zit der Mes­sun­gen in bei­den Rich­tun­gen an vier Ta­gen im Ju­li und Ok­to­ber 2015: Durch­schnitts­ge­schwin­dig­kei­ten von 44 bis 46 St­un­den­ki­lo­me­tern und ei­ne An­zahl von 780 bis 870 Kraft­fahr­zeu­gen pro Tag. Die­se Er­geb­nis­se sei­en – bei ei­ner Höchst­ge­schwin­dig­keit von 50 Ki­lo­me­tern pro St­un­de – ak­zep­ta­bel, und auch die Ge­schwin­dig­keits­be­gren­zung selbst sei „durch­aus an­ge­mes­sen“, hat­te die Stadt­ver­wal­tung fest­ge­stellt. Fer­ner wür­den Rad­fah­rer auch bei ei­ner Um­ge­stal­tung im Misch­ver­kehr auf der Fahr­bahn ge­führt. „Für Fuß­gän­ger sei­en grund­sätz­lich Geh­we­ge wün­schens­wert“, las Grie­sert aus der Ant­wort der Fach­leu­te vor. Ei­ne Ver­brei­te­rung der Stra­ße sei nur mit Grund­er­werb mög­lich, und da­ge­gen spre­che die Haus­halts­la­ge der Stadt, so der Ober­bür­ger­meis­ter wei­ter.

An­woh­ner Micha­el Kott­mann zwei­fel­te die sei­ner­zeit ge­mes­se­nen Ge­schwin­dig­kei­ten al­ler­dings an: „Ich ha­be den Kas­ten ge­se­hen, mit dem ge­mes­sen wur­de. Da wer­den vie­le ge­dacht ha­ben, es wird ge­blitzt.“Sei­ner Mei­nung nach sei­en „berg­auf Ge­schwin­dig­kei­ten von 70, 80, oder 100 St­un­den­ki­lo­me­tern“rea­lis­tisch. „Da muss et­was ge­sche­hen, dort ge­hen vie­le spa­zie­ren“, so Kott­mann, Der Ver­kehr auf der Min­de­ner Stra­ße bleibt ein Dau­er­bren­ner-The­ma im Bür­ger­fo­rum Dar­um/Gre­tesch/Lüstrin­gen. Jetzt ging es vor al­lem um die Si­tua­ti­on der Rad­fah­rer.

der sich al­ler­dings ge­gen ei­nen Aus­bau aus­sprach.

Auch ein wei­te­rer Nach­bar war ge­gen ei­nen Aus­bau, je­doch für ei­ne „Zo­ne 30“. Im Zu­ge der Dis­kus­si­on kam der Ruf nach Bo­den­schwel­len auf, doch Grie­sert warn­te vor Ge­räusch­be­läs­ti­gun­gen: „Ich

sa­ge nur: Man hört es gut, wenn man Bo­den­schwel­len vor dem Haus hat.“Den­noch nahm die Mehr­heit der An­we­sen­den den Vor­schlag ei­ner preis­wer­ten Lö­sung in Form von auf­ge­na­gel­ten Schwel­len po­si­tiv auf. Grie­sert nahm die Idee mit zu­rück

ins Rat­haus und ver­sprach: „Wir prü­fen auch Tem­po 30.“

Bau­en in zwei­ter Rei­he

Ein wei­te­res The­ma des Abends war das Bau­en in zwei­ter Rei­he, wo­bei Grie­sert die kon­kre­te An­fra­ge ei­ner

An­woh­ne­rin am Stadt­weg schon aus frü­he­ren Ge­sprä­chen kann­te. „Neh­men Sie sich ei­nen Pla­ner und las­sen Sie sich ei­nen Vor­schlag ma­chen“, riet Grie­sert. Denn für die Er­schlie­ßung des 4000 Qua­drat­me­ter gro­ßen Grund­stücks, des­sen hin­te­rer Teil nicht im Be­bau­ungs­plan ent­hal­ten sei, sei der Bau ei­ner Stra­ße not­wen­dig. Au­ßer­dem gab das Stadt­ober­haupt zu be­den­ken: „So­bald hin­ten auf ei­nem Grund­stück ge­baut wird, sind auch die Nach­barn be­trof­fen.“Und wenn von zehn Nach­barn fünf nicht woll­ten, ge­be es kein Plan­ver­fah­ren. Im kon­kre­ten Fall kön­ne er sich grund­sätz­lich ei­ne Be­bau­ung vor­stel­len, al­ler­dings kön­ne die Stadt da­für nicht die Pla­nung über­neh­men.

An­schlie­ßend gin­gen un­ter an­de­rem Det­lef Schnier vom Ser­vice­be­trieb und An­dré Kräns­ke von den Stadt­wer­ken auf Be­schwer­den zu Schä­den in Fuß- und Rad­we­gen, auf Fuß­we­ge ra­gen­de He­cken so­wie nach der Lee­rung falsch zu­rück­ge­stell­te Müll­ei­mer ein. Sie ver­spra­chen Bes­se­rung. Was ge­for­der­te Ver­bes­se­run­gen für die Si­tua­ti­on von Rad­fah­rern auf der Min­de­ner Stra­ße an­ging, er­klär­te Grie­sert mit Blick auf die Haus­halts­la­ge der Stadt: „Das The­ma ,Aus­bau Min­de­ner Stra­ße‘ steht seit zehn Jah­ren in der lang­fris­ti­gen Pla­nung. Ich hät­te zu­min­dest ger­ne, dass wir in der Pla­nung vor­an­kom­men.“

Dar­um/Gre­tesch/Lüstrin­gen, At­ter, Pye – mehr aus Osnabrück und sei­nen Stadt­tei­len auf noz.de/os

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