Er­mitt­ler durch­su­chen Woh­nun­gen

Sie­ben Be­schul­dig­te we­gen Wahl­fäl­schung in Quakenbrück im Vi­sier der Staats­an­walt­schaft

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrücker Land -

In dem Er­mitt­lungs­ver­fah­ren we­gen des Ver­dachts der Wahl­fäl­schung bei der Kom­mu­nal­wahl 2016 in Brief­wahl­be­zir­ken der Stadt Quakenbrück ha­ben die Er­mitt­lungs­be­hör­den ges­tern die Woh­nun­gen von sie­ben Be­schul­dig­ten durch­sucht.

Sie­ben mut­maß­li­che Wahl­be­trü­ger ha­ben am Mitt­woch Be­such von den Er­mitt­lungs­be­am­ten be­kom­men. Die Be­schul­dig­ten sol­len die Kom­mu­nal­wahl am 11. Sep­tem­ber 2016 in ei­ni­gen Brief­wahl­be­zir­ken in Quakenbrück ma­ni­pu­liert ha­ben. Ih­nen wird Wahl­fäl­schung in meh­re­ren Fäl­len, teil­wei­se in Tatein­heit mit Ur­kun­den­fäl­schung und fal­scher Ver­si­che­rung an Ei­des statt vor­ge­wor­fen. Dar­un­ter sind Mit­glie­der der Rats­frak­ti­on der „Lin­ken“und der FDP.

Da­bei er­stre­cken sich die ver­mu­te­ten Ma­ni­pu­la­tio­nen laut Mit­tei­lung der Staats­an­walt­schaft Osnabrück von ei­ner „Hil­fe­stel­lung“beim An­kreu­zen des Wahl­zet­tels über das Über­neh­men der ge­sam­ten noch un­aus­ge­füll­ten Wahl­un­ter­la­gen bis hin zum Fäl­schen von Wäh­ler­un­ter­schrif­ten auf Wahl­schei­nen, die die Wäh­ler zwar be­an­tragt, aber nie er­hal­ten hat­ten. Es be­ste­he der Ver­dacht, dass die Un­ter­la­gen aus den Brief­käs­ten der Wäh­ler ent­nom­men wor­den sei­en.

Vier der Be­schul­dig­ten sind Mit­glie­der des Rats der Stadt Quakenbrück, da­von drei für die Par­tei „Die Lin­ke“. Ei­ne Be­schul­dig­te wur­de für die FDP in den Stadt­rat ge­wählt. Bei den drei wei­te­ren Be­schul­dig­ten han­delt es sich um An­ge­hö­ri­ge die­ser Rats­mit­glie­der.

Der Er­mitt­lungs­rich­ter beim Amts­ge­richt Osnabrück er­ließ die Durch­su­chungs­be­schlüs­se, nach­dem Zeu­gen­ver­neh­mun­gen zu den ers­ten 71 der be­reits von dem Wahl­lei­ter fest­ge­stell­ten Ver­dachts­fäl­le den Ver­dacht viel­fa­cher Un­ter­schrif­ten­fäl­schun­gen er­här­tet und Hin­wei­se auf die Be­tei­li­gung der sie­ben Be­schul­dig­ten er­ge­ben hat­ten. Die Er­mitt­lun­gen zur wei­te­ren Auf­klä­rung des Sach­ver­halts dau­ern an.

Es ist frag­lich, ob die Staats­an­walt­schaft ih­re Er­mitt­lun­gen bis zum 5. März kom­plett ab­ge­schlos­sen ha­ben wird. Dann näm­lich soll die Brief­wahl in den vier Brief­wahl­be­zir­ken in Quakenbrück wie­der­holt wer­den. Das er­neu­te Pro­ze­de­re be­trifft so­wohl die Wahl des Qua­ken­brü­cker Stadt­ra­tes als auch die Samt­ge­mein­de­rats­wahl.

Wie be­reits be­rich­tet, war es bei der Kom­mu­nal­wahl zu Auf­fäl­lig­kei­ten beim Er­geb­nis der Brief­wahl ge­kom­men. Ei­ni­ge der Kan­di­da­ten der „Lin­ken“hat­ten ih­re Stim­men fast aus­schließ­lich von Brief­wäh­lern – über­wie­gend aus dem Stadt­teil Neu­stadt – er­hal­ten.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.