Volks­lied toppt Swing-Abend

Dop­pel­te Uni­mu­sik im Schloss: Big Band und Pop­chor

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Kultur Regional -

Von Mat­thi­as Liedt­ke

Rob­bie Wil­li­ams und des­sen Swing-In­ter­pre­ta­tio­nen stan­den zwar Pa­te beim „S(w)ing When You’ re Win­ning“-Dop­pel­kon­zert mit Pop­chor und Big Band im Rah­men der Uni­mu­sik in der Schloss­au­la – für den Hö­he­punkt sorg­te aber ein Volks­lied.

Denn die be­zau­bernd neu ar­ran­gier­te, viel­schich­tig in­ter­pre­tier­te und mo­dern cho­reo­gra­fier­te Ver­si­on der tra­di­tio­nel­len Volks­wei­se „Es saß ein klein wild Vö­ge­lein“mach­te den 2011 ge­grün­de­ten, fast 40-köp­fi­gen Pop­chor der Uni­ver­si­tät nicht nur be­reits zum Ge­win­ner ei­nes bun­des­wei­ten Chor­wett­be­werbs, son­dern auch zum stimm­ge­wal­ti­gen Glanz­punkt ei­nes ab­wechs­lungs­rei­chen Abends.

So groß wie das Auf­ge­bot auf der Büh­ne war auch das In­ter­es­se des Pu­bli­kums, des­sen An­drang so im­mens war, dass das Foy­er der Schloss­au­la kur­zer­hand in ei­nen voll be­setz­ten Steh­platz­be­reich um­ge­wan­delt wor­den war.

Von dort aus konn­ten die zahl­rei­chen Be­su­cher im­mer­hin Oh­ren­zeu­gen ei­nes Pro­gramms wer­den, das der Pop­chor zu­nächst al­lein und mit Aus­nah­me ei­ni­ger Ak­kor­de­on-, Gi­tar­ren- und Ca­jón-Ein­spreng­sel a cap­pel­la be­stritt. Klas­si­ker wie „So­me­thing Stu­pid“roll­ten da­bei genau­so be­schwingt ins Ohr wie ein En­sem­bleMit­glied mit Roll­schu­hen über die Büh­ne und durch die Gän­ge an­läss­lich des von Chor­lei­ter Aa­ron Bre­de­mei­er re-ar­ran­gier­ten Lob­lieds auf den Stepp­tän­zer „Mr. Bo­jangles“. Im neu­en Swing-Ge­wand ka­men auch ei­ne Mo­zart-So­na­te und der Jaz­zWaltz „So­me­day My Prin­ce Will Co­me“da­her.

Nach der Pau­se wur­de es auch auf der Büh­ne eng, als sich die Uni-Big-Band un­ter der Lei­tung von Pe­ter Wit­te da­zu­ge­sell­te, um Ben­ny Good­mans ge­die­ge­ner Sa­voy-Ball-Room-Hom­mage und Sér­gio Men­des’ trei­ben­dem Klas­si­ker „Mas que na­da“den nö­ti­gen Dri­ve zu ver­lei­hen.

Mit di­ver­sen So­li glänz­ten im An­schluss ei­ni­ge En­sem­ble-Mit­glie­der un­ter an­de­rem am Te­nor­sa­xo­fon, der Trom­pe­te und der E-Gi­tar­re. Der Band­lea­der höchst­per­sön­lich sprang für ei­nen sei­ner Stim­me be­raub­ten Ge­s­angs­so­lis­ten ein, um Fleet­wood Macs „Oh Well“und ein Beat­lesMed­ley aus „Hey Ju­de“und „Nor­we­gi­an Wood“nicht oh­ne Wor­te al­lein den In­stru­men­ten zu über­las­sen.

Sicht­lich er­leich­tert schien Pe­ter Wit­te, als er für ein wei­te­res por­tu­gie­si­sches Stück und Amy Wi­ne­hou­ses Zu­tons-Co­ver „Va­le­rie“von ei­ner jun­gen Sän­ge­rin ab­ge­löst wur­de. Bei der an­schlie­ßen­den Swing-Ver­si­on der Schnul­ze „Old De­vil Moon“kam er in­des nicht dar­um her­um, noch ein­mal den Si­na­tra zu ge­ben.

Das gro­ße Fi­na­le ge­hör­te dann wie­der dem gro­ßen Auf­ge­bot in­klu­si­ve Pop­chor und der Swing-Va­ri­an­te der Brecht-Mo­ri­tat „Ma­ckie Mes­ser“– im Un­ter­schied zu Lyle Lo­vett, Rob­bie Wil­li­ams und an­de­ren al­ler­dings viel­stim­mig und in der Ori­gi­nal­spra­che vor­ge­tra­gen.

Fo­to: Swa­ant­je Heh­mann

Gro­ßes Auf­ge­bot: Pop­chor und Big Band der Uni­ver­si­tät mit Dop­pel­kon­zert in der Schloss­au­la.

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