Hö­cke bei Ho­lo­caust-Ge­den­ken nicht will­kom­men

KZ-Ge­denk­stät­te lädt AfD-Po­li­ti­ker we­gen um­strit­te­ner Re­de aus – Bun­des­tag er­in­nert heu­te an Op­fer

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Vorderseite -

Der thü­rin­gi­sche AfD-Vor­sit­zen­de Björn Hö­cke ist für die heu­te im ehe­ma­li­gen KZ Bu­chen­wald ge­plan­te Ge­denk­ver­an­stal­tung zur un­er­wünsch­ten Per­son er­klärt wor­den. Um ein an­ge­mes­se­nes Ge­den­ken an die Op­fer des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus zu er­mög­li­chen, sei er bei der Kranz­nie­der­le­gung des Land­tags und ehe­ma­li­ger Häft­lin­ge nicht will­kom­men, schrieb die Stif­tung Ge­denk­stät­te Bu­chen­wald-Do­ra dem Po­li­ti­ker. Die Stif­tung re­agier­te da­mit auf die um­strit­te­ne Dresd­ner Re­de Hö­ckes, in der er das Ber­li­ner Ho­lo­caust-Mahn­mal als „Denk­mal der Schan­de“be­zeich­net hat­te. Die Ge­denk­ver­an­stal­tung ge­hö­re zum öf­fent­li­chen Er­in­nern, das Hö­cke bei sei­ner Re­de am 17. Ja­nu­ar als „däm­li­che Be­wäl­ti­gungs­po­li­tik“dif­fa­miert ha­be.

Hö­cke selbst will sich nicht aus­la­den las­sen. „Es steht Ih­nen schlicht nicht zu zu ent­schei­den, wer für ein Ver­fas­sungs­or­gan an die­ser of­fi­zi­el­len Ge­denk­ver­an­stal­tung teil­nimmt und wer nicht“, teil­te er der Stif­tung am Don­ners­tag mit.

Der Zen­tral­rat der Ju­den in Deutsch­land hat der­weil da­zu auf­ge­ru­fen, die Er­in­ne­rung an die Schre­cken der Na­zi-Herr­schaft wach­zu­hal­ten. „Ge­ra­de an­ge­sichts des wach­sen­den Rechts­po­pu­lis­mus und ei­ner im­mer dif­fu­se­ren rechts­ex­tre­mis­ti­schen Sze­ne in Deutsch­land“sei das Ge­den­ken wich­ti­ger denn je.

Der Bun­des­tag er­in­nert tra­di­tio­nell am 27. Ja­nu­ar in ei­ner Ge­denk­stun­de an die Op­fer der NS-Ver­bre­chen. Als Red­ner wer­den in die­sem Jahr An­ge­hö­ri­ge von „Eut­ha­na­sie“-Op­fern er­war­tet.

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