Özo­guz: Netz­werk ge­gen Ra­di­ka­li­sie­rung

„Pra­xis­wis­sen aus­tau­schen“– Be­auf­trag­te drängt auf In­te­gra­ti­ons­mi­nis­te­ri­um

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik - Von Bea­te Ten­fel­de

Die In­te­gra­ti­ons­be­auf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung, Ay­dan Özo­guz (SPD), hat nach den is­la­mis­ti­schen An­schlä­gen in Deutsch­land die Ein­rich­tung ei­ner Bun­des­stel­le „Prä­ven­ti­on“ge­for­dert „Wir ha­ben vie­le gu­te und be­währ­te Mo­dell­pro­jek­te, um Ra­di­ka­li­sie­rung vor­zu­beu­gen. Was uns bis­lang aber fehlt, ist ei­ne bun­des­wei­te Ver­net­zung, da­mit Bund, Län­der und Kom­mu­nen von den Er­fah­run­gen des je­weils an­de­ren pro­fi­tie­ren kön­nen“, sag­te Özo­guz im Ge­spräch mit un­se­rer Re­dak­ti­on. Die Staats­mi­nis­te­rin strebt ein Kom­pe­tenz­netz­werk an, das zen­tra­ler An­sprech­part­ner für Po­li­tik und Zi­vil­ge­sell­schaft sein soll und über al­le Ebe­nen hin­weg ar­bei­ten kann.

Die­se Ein­rich­tung tra­ge auch da­zu bei, mehr Öf­fent­lich­keit für Prä­ven­ti­ons­ar­beit zu schaf­fen, mein­te die In­te­gra­ti­ons­be­auf­trag­te. „Es geht dar­um, Pra­xis­wis­sen aus­zu­tau­schen und al­len be­trof­fe­nen staat­li­chen und zi­vil­ge­sell­schaft­li­chen Stel­len ef­fek­ti­ve Mit­tel der Vor­beu­gung an­zu­bie­ten.“Das be­tref­fe Schu­len und Be­hör­den, aber auch Ge­fäng­nis­se oder Ver­ei­ne. Auf Dau­er hält Özo­guz, die mit ih­rem Stab im Bun­des­kanz­ler­amt ar­bei­tet, die Ein­rich­tung ei­nes In­te­gra­ti­ons­mi­nis­te­ri­ums für un­ver­zicht­bar. „Es wä­re gut,

wenn die­ses Res­sort schon in der nächs­ten Wahl­pe­ri­ode kommt“, sag­te die Staats­mi­nis­te­rin.

Sie plä­dier­te er­neut da­für, durch is­la­mi­schen Re­li­gi­ons­un­ter­richt an staat­li­chen Schu­len jun­gen Mus­li­men ein Ba­sis­wis­sen über ih­re Re­li­gi­on an­zu­bie­ten. Das hel­fe, ei­nen Ge­gen­pol zur Ver­brei­tung ra­di­ka­ler Miss­deu­tun­gen des Korans zu schaf­fen und mög­li­chen Hass­pre­di­gern den Nähr­bo­den zu ent­zie­hen. „Des­halb ist es gut, dass in­zwi­schen an deut­schen Hoch­schu­len Is­la­mi­sche Theo­lo­gie ge­lehrt wird. Wer kei­ne im­por­tier­ten Ima­me bei uns möch­te, soll­te sich für in Deutsch­land auf­ge­wach­se­ne und hier aus­ge­bil­de­te Lehr­kräf­te ein­set­zen“, be­ton­te die Po­li­ti­ke­rin.

Stand Win­ter­se­mes­ter 2016/17 wa­ren nach ih­ren An­ga­ben rund 2000 Stu­die­ren­de in die Ba­che­lor- und Mas­ter-Stu­di­en­gän­ge so­wie in Lehr­amt-Stu­di­en­gän­gen der fünf Zen­tren für Is­la­mi­sche Theo­lo­gie ein­ge­schrie­ben.

Fo­to: ima­go/Me­to­di Po­pow

Staats­mi­nis­te­rin Ay­dan Özo­guz for­dert ei­ne Prä­ven­ti­ons­stel­le.

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