Fast 12 000 frei­wil­li­ge Rück­keh­rer

Land setzt bei ab­ge­lehn­ten Asyl­be­wer­bern auf den Ab­schied aus ei­ge­nem An­trieb

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Nordwest - Von Klaus Wie­sche­mey­er

Im­mer mehr Flücht­lin­ge ver­las­sen Nie­der­sach­sen frei­wil­lig: In­nen­mi­nis­ter Bo­ris Pis­to­ri­us leg­te am Don­ners­tag in Han­no­ver Zah­len vor, de­nen zu­fol­ge 11 793 Per­so­nen aus­ge­reist sind. 8457 wur­den da­bei vom Land fi­nan­zi­ell un­ter­stützt. 2,7 Mil­lio­nen Eu­ro ließ sich das Land die­ses kos­ten. Gleich­wohl setzt Pis­to­ri­us bei Aus­rei­se­pflich­ti­gen auf Frei­wil­lig­keit: „Ab­schie­bun­gen sind not­wen­dig, aber das letz­te Mit­tel“, sag­te der Po­li­ti­ker. „Wer die Chan­ce zur frei­wil­li­gen Aus­rei­se nicht nutzt, wird ab­ge­scho­ben“, stell­te Pis­to­ri­us klar.

Ins­ge­samt wur­den im ver­gan­ge­nen Jahr 1959 Men­schen aus Nie­der­sach­sen ab­ge­scho­ben. 2015 wa­ren es noch 1133. Für das lau­fen­de Jahr rech­net Pis­to­ri­us er­neut mit et­wa 12000 frei­wil­li­gen Rück­keh­rern und et­wa 2500 Ab­schie­bun­gen.

Die meis­ten Men­schen kehr­ten in den West­bal­kan zu­rück. Bei den frei­wil­li­gen Rück­keh­rern wur­den auch 257 Af­gha­nen ge­zählt. Ab­schie­bun­gen in das Land am Hin­du­kusch gab es im ver­gan­ge­nen Jahr hin­ge­gen nur zwei. „Wir schie­ben der­zeit nur Straf­tä­ter nach Af­gha­nis­tan ab“, be­ton­te Pis­to­ri­us.

Das Land will die Struk­tu­ren zur frei­wil­li­gen Rück­kehr wei­ter aus­bau­en, denn in ab­so­lu­ten Zah­len lie­ge nur Nord­rhein-West­fa­len hö­her. Im Ver­gleich zur Be­völ­ke­rung lie­ge Nie­der­sach­sen im Bun­des­schnitt so­gar an ers­ter Stel­le.

Nur we­ni­ge Rück­keh­rer gab es in den nord­afri­ka­ni­schen Ma­ghreb. „Die Ko­ope­ra­ti­on ist schwie­rig“, sag­te Pis­to­ri­us. Viel­fach feh­len Pa­pie­re, so­dass die Be­trof­fe­nen nicht aus­rei­sen kön­nen.

Kri­tik kam von der CDU: „Wenn man die groß­zü­gig prä­mier­te Rück­kehr aus­rei­se­pflich­ti­ger Asyl­be­wer­ber schon als Er­folg ver­kau­fen möch­te, muss man ihn den kom­mu­na­len Aus­län­der­be­hör­den gut­schrei­ben“, be­män­gel­te Frak­ti­ons­ge­schäfts­füh­rer Jens Na­cke.

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