Wa­gen­burg­men­ta­li­tät

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Nordwest - K.wie­sche­mey­er@noz.de

Die AfD-Spit­ze in Nie­der­sach­sen zeigt ih­ren par­tei­in­ter­nen Kri­ti­kern die kal­te Schul­ter: Trotz mehr­fa­cher Auf­for­de­rung stel­len sich Par­tei­chef Ar­min Paul Ham­pel und sei­ne Un­ter­stüt­zer nicht dem Dia­log, son­dern wol­len sich auf Bie­gen und Bre­chen zu­erst auf die bes­ten Plät­ze für die Bun­des­tags­wahl ret­ten. Erst wenn die­se Pöst­chen si­cher sind, will man viel­leicht über In­hal­te und Per­so­nen spre­chen.

Hin­ter den krampf­haft ver­schlos­se­nen AfD-Tü­ren tobt ein hef­ti­ger Streit um Hin­ter­zim­mer­tref­fen, In­trans­pa­renz, Zen­sur, Zen­tra­lis­mus, Miss­ach­tung der Ba­sis, Kom­mu­ni­ka­ti­on im Ver­laut­ba­rungs­stil und Pos­ten­klün­gel. Ge­nau je­ne Din­ge al­so, die der Par­tei an den von ih­nen so ver­ach­te­ten „Alt­par­tei­en“an­geb­lich miss­fal­len. Der Un­ter­schied: Die ge­gen­sei­ti-

gen Atta­cken sind bei der AfD meist un­gleich här­ter als im Rän­ke­spiel der Eta­blier­ten.

Na­tür­lich ist Po­li­tik kein Strei­chel­zoo. Na­tür­lich durch­lebt je­de jun­ge Par­tei schmerz­haf­te Häu­tun­gen.

Doch ent­schul­digt dies nicht die Wa­gen­burg­men­ta­li­tät des Lan­des­vor­stands, der we­der mit den mög­li­chen Wäh­lern noch mit den ei­ge­nen Mit­glie­dern of­fen kom­mu­ni­ziert.

Zu Po­li­tik ge­hört, sich Kri­tik zu stel­len, Par­tei­freun­de mit ab­wei­chen­den Mei­nun­gen ein­zu­bin­den und Lö­sun­gen zu su­chen. Das muss selbst für Nie­der­sach­sens AfD gel­ten.

Von Klaus Wie­sche­mey­er

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