Vie­le of­fe­ne Fra­gen

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Wirtschaft - Von Michael Braun ak­tu­el­les@noz.de

Für ein end­gül­ti­ges Ur­teil weiß man noch zu we­nig. Na­tür­lich liegt es na­he, VW zu ver­ur­tei­len, jetzt, wo Chris­ti­ne Hoh­mann-Denn­hardt als Rechts­vor­stand so schnell wie­der geht. Das „ge­gen­sei­ti­ge Ein­ver­neh­men“, in dem das ge­schieht, be­sagt we­nig, wahr­schein­lich nur die Er­kennt­nis, nicht mit­ein­an­der zu kön­nen. Dass man sich tren­ne we­gen „un­ter­schied­li­cher Auf­fas­sun­gen über Ver­ant­wort- lich­kei­ten“, ist schon ge­wich­ti­ger. Das deu­tet dar­auf hin, dass Hoh­mann-Denn­hardt mehr Kom­pe­ten­zen woll­te, als das Un­ter­neh­men ihr zu ge­ben be­reit war.

In je­dem Fall war die ExVer­fas­sungs­rich­te­rin vor ei­nem Jahr als „Leucht­turm“ zu VW ge­kom­men, von Daim­ler ab­ge­wor­ben, um zu si­gna­li­sie­ren, wie ernst man den Die­selskan­dal neh­me. Die gan­ze Au­to­in­dus­trie sorg­te sich um ihr Image, des­halb hat­te Daim­ler die Frau an den Kon­kur­ren­ten ab­ge­ge­ben.

Es hat nicht funk­tio­niert. Konn­te Hoh­mann-Denn­hardt ih­ren Job nicht? Woll­te sie zu viel? Zu viel Trans­pa­renz et­wa? Sah VW das Ri­si­ko noch wei­te­rer Mil­li­ar­den­stra­fen auf sich zu­kom­men? Woll­te sie zu viel Kul­tur­wan­del mit ih­ren Ide­en ei­nes wirk­sa­me­ren Sys­tems für Whist­leb­lo­wer? Hat sie die ein­ge­fah­re­ne Kun­ge­lei von Ei­gen­tü­mer­fa­mi­lie, Ge­werk­schaft und Lan­des­re­gie­rung ge­fähr­det? Vie­le Fra­gen. Das An­se­hen von VW im Um­gang mit gu­ter Un­ter­neh­mens­füh­rung hat si­cher­lich nicht ge­won­nen.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.