Kein Pro­blem mit nas­sen Fü­ßen

Er­len prä­gen Fl­ur­na­men in Lot­te und Westerkappeln

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Westfälische Tagespost -

Die Er­le ist ein eher un­auf­fäl­li­ger Baum, der sehr gut auf feuch­ten bis nas­sen Bö­den ge­deiht. Doch auch auf Stra­ßen­schil­dern macht sich die Er­le gut.

Wenn von der Er­le die Re­de ist, dann ist in den meis­ten Fäl­len die Schwar­zer­le ge­meint. In Lot­te hat es die Er­le so­gar aufs Stra­ßen­schild ge­schafft, ist aber auch in Westerkappeln in vie­len Fl­ur­na­men ver­tre­ten.

Tat­säch­lich gibt es in Mit­tel­eu­ro­pa drei Er­len­ar­ten: Grau-, Grün- und Schwar­zer­le. Al­le drei ge­hö­ren zur Fa­mi­lie der Bir­ken­ge­wäch­se. Wer sich auf­merk­sam die fri­schen Er­len­blü­ten­stän­de an­sieht, kann die Ver­wandt­schaft auch op­tisch ent­de­cken: Sie se­hen den grö­ße­ren Bir­ken­kätz­chen sehr ähn­lich.

Näs­se be­vor­zugt

Der Alt-Lot­ter Er­len­weg liegt nicht zu­fäl­lig in di­rek­ter Nach­bar­schaft zum Mer­sch­weg. So­wohl die Mersch wie auch die Er­le sind Hin­wei­se auf ehe­mals sehr nas­sen Grund. „Be­vor An­fang der 60er ge­baut wur­de, war das hier ei­ne nas­se Kuh­wie­se“, weiß An­woh­ne­rin An­ne­ma­rie Kn­eist. Von den eins­ti­gen Er­len steht hier heu­te noch ei­ne. Sie ist in­zwi­schen ein höchst statt­li­ches Ex­em­plar, di­rekt an der Ein­fahrt zum Ei­chen­weg.

Das Über­le­ben mit den Fü­ßen im Was­ser schaf­fen die Er­len so gut, weil sie ih­re Sau- auch in vie­len Fl­ur­na­men er­stoff­ver­sor­gung über Luft- wie­der, so heißt es in Westerkappeln öff­nun­gen in der Rin­de ab­de- bei­spiels­wei­se El­ler­pla­cke, cken. In klei­nen Kn­öll­chen an El­lern­kamp, El­ler­brouk den Wur­zeln la­gert der Baum oder El­sen­busch, in au­ßer­dem Stick­stoff aus der den El­sen, an der Els­rie­de Luft ein und ist so im­mer op­ti- oder in Wer­sen im El­ler­sen mal mit die­sem Nähr­stoff ver- und El­ler­käm­pe. sorgt. Des­halb ge­dei­hen Er­len El­ler und El­se sind re­gio­nal-mund­art­li­che so gut am Bach, in Moor und Au­s­prä­gun­gen Bruch­wald. zur Er­le. Die Er­le

Die Er­le und ih­re sprach­li- geht aufs alt­hoch­deut­sche chen Va­ri­an­ten fin­den sich wie alt­nie­der­deut­sche eli­ra

zu­rück, über­prägt in el­re und el­ler. Eli­ra hat sei­ne Wur­zeln ver­mut­lich im ger­ma­ni­schen ali­zo.

An Wer­sens Ro­tem Berg gibt es ei­ne wei­te­re Stra­ße, de­ren Na­me auf die Er­le zu­rück­ge­hen dürf­te: Im El­ler­sen heißt es hier, wo­bei die Stra­ße ih­ren Na­men zu­nächst mal vom gleich­na­mi­gen Flur­stück rund um den eins­ti­gen Hof Sor­baum, heu­te

Sch­weg­mann, hat. An der Stra­ße liegt hang­auf­wärts au­ßer­dem die „El­ler­sen­käm­pe“.

Das Flur­stück „Im El­ler­sen“liegt am Hang­fuß nörd­lich des Ro­ten Bergs in ei­ner feuch­ten Sen­ke, in der sich das Was­ser sam­melt. Ein idea­ler Stand­ort für die Er­le al­so, die sich als mund­art­li­che Va­ri­an­te El­ler hier ei­nen Na­men ge­macht ha­ben dürf­te.

Fo­tos: As­trid Sprin­ger

Im Alt-Lot­ter Er­len­weg fin­det man kaum noch die na­mens­ge­ben­den Bäu­me.

Im El­ler­sen am Fu­ße des Ro­ten Ber­ges füh­len sich die Er­len in der feuch­ten Sen­ke wohl.

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