Glas­fa­ser auch im Au­ßen­be­reich

Breit­band­aus­bau in den Bau­er­schaf­ten hängt aber von För­der­mit­teln ab

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Westfälische Tagespost -

Vor ei­nem hal­ben Jahr ging ei­ne Grup­pe Sees­ter Bür­ger an die Öf­fent­lich­keit, um sich für den Aus­bau des Breit­band­net­zes in ih­rer Bau­er­schaft stark­zu­ma­chen. Der­zeit kom­men die Haus­hal­te dort und in an­de­ren Au­ßen­be­rei­chen Wes­ter­kap­pelns nur im Schne­cken­tem­po auf der Da­ten­au­to­bahn vor­an.

Von Frank Klaus­mey­er

Die Ge­mein­de will das Hoch­ge­schwin­dig­keits­in­ter­net des­halb nun auch aufs Land brin­gen.

Im Orts­kern und den Sied­lun­gen sind die Bür­ger bis­lang recht gut ver­sorgt; sei es übers Ka­bel von Uni­ty­me­dia oder das Breit­band­netz von Os­na­tel. In Kür­ze will auch die Deut­sche Glas­fa­ser Gm­bH mit­tels der FTTHTech­no­lo­gie An­schlüs­se bis in die Woh­nun­gen ver­le­gen – zu­min­dest in ei­ni­gen Be­rei­chen. Par­al­lel zu die­sen Aus­bau­ak­ti­vi­tä­ten hat­te die Ver­wal­tung mit För­der­mit­teln des Bun­des die Mög­lich­kei­ten fürs schnel­le In­ter­net in den Au­ßen­be­rei­chen un­ter­su­chen las­sen. Die Broad­band Aca­de­my, ein auf die­sem Ge­biet spe­zia­li­sier­ter Di­enst­leis­ter mit Sitz in Ba­den-Würt­tem­berg, er­stell­te da­zu ein Kon­zept. Auf des­sen Glas­fa­ser­ka­bel sol­len laut Be­schluss des Ra­tes auch in den Au­ßen­be­rei­chen Wes­ter­kap­pelns ver­legt wer­den. Der Aus­bau des Breit­band­net­zes in den Bau­er­schaf­ten hängt aber von För­der­mit­teln des Bun­des und des Lan­des ab.

Grund­la­ge war ein so­ge­nann­tes In­ter­es­sen­be­kun­dungs­ver­fah­ren aus­ge­schrie­ben wor­den. Drei Be­wer­ber reich­ten nach An­ga­ben von Bür­ger­meis­te­rin An­net­te Gro­ße-Heit­mey­er ih­re Un­ter­la­gen ein. Der Rat hat da­zu ver­gan­ge­ne Wo­che in nicht öf­fent­li­cher Sit­zung Grund­satz­ent­schei­dun­gen ge­fällt: Ers­tens soll die Ver­wal­tung nun Mit­tel für den kon­kre­ten Breit­band­aus­bau im Au­ßen­be­reich beim Bund be­an­tra­gen. Zwei­tens ha­ben sich die Po­li­ti­ker laut Gro­ße-Heit­mey­er dar­auf fest­ge­legt, auch

in den Bau­er­schaf­ten Glas­fa­ser­ka­bel bis in die Häu­ser zu ver­le­gen. Al­ter­na­tiv hät­ten noch Richt­funk und Vec­to­ring zur Aus­wahl ge­stan­den, be­rich­tet die Bür­ger­meis­te­rin. Ju­bel über die­se Be­schlüs­se wä­re in den Au­ßen­be­rei­chen je­doch ver­früht. Denn oh­ne die Zu­schüs­se pas­sie­re ver­mut­lich vor­erst gar nichts, gibt Gro­ße-Heit­mey­er zu be­den­ken. Es ge­he bei den In­ves­ti­ti­ons­kos­ten schließ­lich um meh­re­re Mil­lio­nen Eu­ro. Die Ge­mein­de hofft auf ei­ne För­de­rung in Hö­he von 90 Pro­zent – 50

Pro­zent trägt der Bund, 40 Pro­zent zahlt das Land. Der An­teil der Kom­mu­ne lä­ge dann im­mer noch im sechs­stel­li­gen Be­reich, wo­bei die Ver­wal­tungs­che­fin noch kei­ne ex­ak­ten Sum­men nen­nen kann, da das Kon­zept noch nicht par­zel­len­scharf aus­ge­ar­bei­tet ist.

2015 hat das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ver­kehr und In­fra­struk­tur das För­der­pro­gramm für den Breit­band­aus­bau auf den Weg ge­bracht. Da­mit sol­len un­ter­ver­sorg­te Ge­bie­te ei­nen Netz­zu­gang von min­des­tens 50

Mbit/s (Me­ga­bit/Se­kun­de) er­hal­ten. Mitt­ler­wei­le läuft der vier­te För­der­auf­ruf. Bis En­de Fe­bru­ar muss die Ver­wal­tung da­für den An­trag stel­len.

Die Ver­ga­be der Gel­der er­folgt auf Grund­la­ge ei­ner Sco­ring-Ta­bel­le. Nur Kom­mu­nen, die über 50 Pro­zent der ge­for­der­ten Kri­te­ri­en er­füll­ten, könn­ten ei­nen An­trag stel­len. „Wir lie­gen bei et­wa 63 Pro­zent“, er­läu­tert Gro­ße-Heit­mey­er.

Bei der Punk­te­zäh­lung kom­me es bei­spiels­wei­se auf die Ein­woh­ner­dich­te pro Qua­drat­ki­lo­me­ter an. In Westerkappeln sind das et­wa 130 Men­schen. „Dass wir ei­ne Flä­chen­ge­mein­de sind, macht es si­cher nicht ein­fa­cher“, be­fürch­tet die Bür­ger­meis­te­rin.

In der Ge­mein­de Lot­te, die auch ei­nen För­der­an­trag auf den Weg brin­gen will, kom­men fast drei­mal so vie­le Leu­te auf ei­nen Qua­drat­ki­lo­me­ter. An­de­rer­seits: Auch die Ge­mein­de Hops­ten will Zu­schüs­se be­an­tra­gen, mit 77 Ein­woh­nern pro Qua­drat­ki­lo­me­ter dürf­ten die Wirt­schaft­lich­keits­lü­cken beim Aus­bau dort aber noch grö­ßer sein. Die Müh­len der Bü­ro­kra­tie mah­len ge­mein­hin lang­sam, in Sa­chen schnel­les In­ter­net soll es aber ein biss­chen zü­gi­ger ge­hen. Bis En­de April hofft Gro­ße-Heit­mey­er auf ei­ne po­si­ti­ve Nach­richt für den An­trag. „Dann muss der Rat ent­schei­den, ob wir das ma­chen oder nicht.“

Bei ei­nem „Ja“wer­de aus­ge­schrie­ben, wer das Netz aus­bau­en und be­trei­ben sol­le. Das kann am En­de auch die Deut­sche Glas­fa­ser sein. Das Un­ter­neh­men lässt die Au­ßen­be­rei­che bis­lang au­ßen vor, weil der Aus­bau dort un­wirt­schaft­lich sei. Mit Steu­er­mit­teln sub­ven­tio­niert, sä­he das wahr­schein­lich an­ders aus.

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