Dampf über Hasbergen

Ger­hard Hahn über Erz­ab­bau und Ei­sen­bahn in der Hüg­gel­ge­mein­de

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Region -

Die Erz­vor­kom­men im Hüg­gel wa­ren der Aus­gangs­punkt für den Aus­bau des Schie­nen­net­zes im Has­ber­ger Raum. Ex­per­te Ger­hard Hahn er­in­ner­te in sei­nem Vor­trag „Dampf über Hasbergen“an die Ge­schich­te der Ei­sen­bahn in der Hüg­gel­ge­mein­de.

An­fang des 19. Jahr­hun­derts be­gann die Ge­schich­te der Dampf­ei­sen­bahn im da­mals hoch­in­dus­tri­el­len En­g­land. Auch auf dem Kon­ti­nent wur­den die Mög­lich­kei­ten des neu­en Trans­port- und Fort­be­we­gungs­mit­tels schnell er­kannt und Dampf­rös­ser ein­ge­setzt. Vie­le der Stre­cken in der An­fangs­zeit wur­den pri­vat be­trie­ben, nach und nach dräng­ten aber die Staa­ten in die­ses Ge­schäft.

In Hasbergen wur­den die ers­ten Schie­nen­strän­ge Mit­te der 1860er-Jah­re ver­legt. Aus­gangs­punkt da­für war der schier un­er­sätt­li­che Hun­ger des Stahl­werks der Ge­orgs-Ma­ri­en-Hüt­te nach Koh­le und Erz. Der Hüg­gel in Hasbergen und sei­ne im Ta­ge­bau ge­won­ne­nen Erz­vor­kom­men mach­ten den Ein­satz der Ei­sen­bahn pro­fi­ta­bel, und so ver­dräng­te die „Hüg­gel­bahn“die bis da­hin ein­ge­setz­ten Pfer­de­fuhr­wer­ke und läu­te­te den Be­ginn ei­ner neu­en Zeit in der Re­gi­on ein.

Das Ei­sen­bahn­we­sen in Hasbergen pro­spe­rier­te in­ner­halb we­ni­ger Jah­re, über­re­gio­na­le Stre­cken ver­ban­den den klei­nen Ort mit der gro­ßen Welt. 1871 wur­de der Bahn­hof Hasbergen er­rich­tet, zeit­wei­se hat­te es fünf Bahn­hö­fe auf dem Ge­mein­de­ge­biet ge­ge­ben. Ei­ne wei­te­re Schie­nen­stre­cke gab es zum Schaf­berg bei Ib­ben­bü­ren, wo die gleich­na­mi­ge Bahn vom Per­mer Stol­len Erz zur Hüt­te trans­por­tier­te.

„Gü­ter­zü­ge und Per­so­nen­zü­ge sorg­ten in Hasbergen für ei­nen aus­ge­präg­ten Schie­nen­ver­kehr“, er­in­ner­te Ger­hard Hahn in sei­nem Vor­trag. Der Kul­tur- und Ver­kehrs­ver­ein hat­te mit sei­ner Ein­la­dung Ger­hard Hahns ins Schwar­ze ge­trof­fen, mehr als 40 Zu­hö­rer folg­ten der Ein­la­dung ins Ca­fé „Gu­te Stu­be“. Rund zwei­ein­halb St­un­den be­leuch­te­te der Ex­per­te, der be­reits 1986 ein Buch über die Ei­sen­bahn­ge­schich­te Has­ber­gens ver­öf­fent­licht hat­te, ih­re Ent­wick­lung. Sein Vor­trag war Ei­sen­bahn-Ro­man­tik pur. De­tail­liert ging er auf die Sym­bio­se von Erz­ab­bau und Ei­sen­bahn­trans­por­ten ein, spick­te dies mit Fach­wis­sen und Lo­kal­ko­lo­rit. Der be­geis­ter­te Train­spot­ter würz­te sei­ne Er­zäh­lun­gen mit un­zäh­li­gen Fo­tos, die er selbst ent­lang der Stre­cken­füh­run­gen im Ge­mein­de­ge­biet ge­macht hat. Sein Pu­bli­kum war nicht min­der fach­kun­dig. Hier und da wur­de Hahns Vor­trag von „Aahhhs“und „Oohhhs“der Zu­hö­rer be­glei­tet, die Trieb­wa­gen­mo­del­le und Wa­gen auf den Fo­tos wie­der­er­kann­ten. Ei­ni­ge von ih­nen wa­ren selbst Ei­sen­bah­ner ge­we­sen, an­de­re hat­ten sie in der Ju­gend als Fahr­gäs­te be­nutzt. die­sem Abend wahr­schein­lich Selbst nach dem Vor­trag blie- größ­ten Ver­samm­lung ben et­li­che sit­zen und fach- von Train­spot­tern im Os­na­brü­cker sim­pel­ten wei­ter – bei der an Land.

Fo­to: Horst Troi­za

Die Ge­schich­te der Ei­sen­bahn in Hasbergen er­zählt Ger­hard Hahn.

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