Koh­feldts Rück­kehr

Bre­mens U-23-Coach und sei­ne Er­in­ne­run­gen an Lot­te

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Sport Regional - Von Björn Knips Sport­freun­de le­sen Sie auf noz.de/sf-lot­te.

BRE­MEN. Klar, die­sen 21. Au­gust 2016 hat Flo­ri­an Koh­feldt nicht ver­ges­sen. Es war ein schwar­zer Tag für den SV Wer­der und letzt­lich auch für ihn. Der Bun­des­li­gist ver­lor im Po­kal über­ra­schend bei den Sport­freun­den Lot­te – und das Trai­ner­team drei Spie­le spä­ter sei­nen Job. Zu­min­dest vor­über­ge­hend. Koh­feldt, da­mals Ko-Trai­ner von Vik­tor Skrip­nik, ist längst Coach von Wer­ders U23 und kehrt am Sams­tag nach Lot­te zu­rück. Aber er kommt nicht mit Wut im Bauch.

„Wenn ich an die­ses Spiel mit Re­van­che-Ge­lüs­ten ran­ge­hen wür­de, wä­re ich sehr schlecht be­ra­ten“, sagt der 34-Jäh­ri­ge. Und von sei­ner jun­gen Mann­schaft for­dert er das auch. Die­ses 0:3 aus dem Hin­spiel dür­fe kei­ne Rol­le mehr spie­len. „Sonst geht das schief“, warnt Koh­feldt. Der Fuß­bal­lleh­rer hat ganz an­de­re Din­ge im Sinn. Da­für braucht es ei­nen kla­ren Kopf. „Wir ha­ben ei­nen spie­le­ri­schen An­satz, wol­len uns sys­te­ma­tisch Chan­cen er­spie­len – und nicht un­be­dingt durch ein schnel­les Um­schalt­spiel“, er­klärt Koh­feldt. In Skrip­niks Trai­ner­team ha­ben sie ihn den „Stu­den­ten“ge­nannt, weil er selbst kein Pro­fi­fuß­bal­ler war, son­dern den Sport eher theo­re­tisch ge­lernt hat. Da­für ge­nießt er im Club ho­hes An­se­hen. Auch bei den Spie­lern. „Wir wol­len den Geg­ner aus­spie­len“, sagt Koh­feldt –

und will da­bei kei­nes­wegs ar­ro­gant wir­ken: „Ich weiß, dass das ein ho­her An­spruch ist. Aber das ist un­se­re Phi­lo­so­phie in der Aus­bil­dung. Wir sind da­von über­zeugt, dass wir die Jungs so nach vor­ne brin­gen. Wei­ter oben brau­chen sie das.“Das sei nun ein­mal das Ziel ei­ner U 23.

„Wir sind mit Mainz die ein­zi­ge Mann­schaft in der Li­ga, die nicht nur er­geb­nis­ori­en­tiert gu­cken muss. Wir wol­len aus­bil­den, da hilft es nicht, den Ball nur lang nach vor­ne zu schla­gen“, sagt Koh­feldt. Der Druck sei trotz­dem groß: „Wir wol­len ja nicht ab­stei­gen, son­dern auf höchs­tem Ni­veau aus­bil­den.“Mit der Vor­be­rei­tung ist der jun­ge Trai­ner mehr als zu­frie­den. Ei­ne Wo­che lang war er mit der Mann­schaft in An­da­lu­si­en, hat dort das Ho­tel der Pro­fis über­nom­men. „Per­fek­te

Be­din­gun­gen“, schwärmt Koh­feldt. Da konn­te er es ver­schmer­zen, dass ihm Leis­tungs­trä­ger wie Ma­xi­mi­li­an Eg­ge­stein, Je­sper Ver­laat, Lu­ca Zan­der und Ni­k­las Schmidt fehl­ten. Sie durf­ten sich bei den Pro­fis be­wei­sen.

Bis auf Eg­ge­stein wer­den ihm ge­gen Lot­te wohl al­le wie­der zur Ver­fü­gung ste­hen. Im Tor muss er Er­satz­mann Eric Oel­schlä­gel brin­gen, weil Michael Zet­te­rer nach der Ro­ten Kar­te für Ja­ros­lav Drob­ny auf der Bank der Pro­fis sit­zen wird. „Kein Pro­blem“, sagt Koh­feldt. Er freut sich, dass es wie­der los­geht – und da­bei spielt Lot­te ei­ne spe­zi­el­le Rol­le: „Da ist wirk­lich ei­ne tol­le At­mo­sphä­re.“Die­ser 21. Au­gust 2016 wirkt eben noch nach.

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Fo­to: ima­go/Ruhn­ke

Ehr­gei­zig: Bre­mens Coach Flo­ri­an Koh­feldt (rechts, hier mit sei­nem Ros­to­cker Kol­le­gen Chris­ti­an Brand).

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