„Es war schon ei­ne gei­le Zeit …“

Adria­no Gri­mal­di über sei­ne VfL-Ver­gan­gen­heit und ei­nen Mus­kel­fa­ser­riss mit Fol­gen

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Sport Regional -

Ob er am Sams­tag beim Der­by im Preu­ßen-Ka­der steht, ist un­ge­wiss. Der Ex-Os­na­brü­cker (2012 bis 2014) Adria­no Gri­mal­di freut sich trotz­dem auf ein Wie­der­se­hen an der Bre­mer Brü­cke. Ein Ge­spräch mit dem 25-Jäh­ri­gen über sei­ne „gei­le VfLZeit“und sei­ne ak­tu­el­le Lei­dens­pha­se.

Von Stefan Al­ber­ti

Herr Gri­mal­di, was fällt Ih­nen denn spon­tan ein, wenn Sie an den VfL Os­na­brück den­ken?

„Pe­le“Wol­litz. Das war der ers­te Trai­ner, den ich dort hat­te. Os­na­brück war schon ein schö­ner Schritt in mei­ner Kar­rie­re. Wir hat­ten ein gei­les Team – Claus Cos­ta, Ti­mo Staf­feldt, Ti­mo Beermann und wie sie al­le hie­ßen. Ich ha­be kürz­lich noch Ma­nu­el Rie­mann bei un­se­rem Spiel ge­gen Bochum ge­trof­fen. Wis­sen Sie, was er mir so­fort ge­sagt hat?

Sie wer­den es mir ver­ra­ten. „Ey Ad­di, ich will zu­rück in die Zeit, in der wir da­mals in Os­na­brück wa­ren.“Ja, es war schon ei­ne gei­le Zeit. Ver­ein war geil, Sta­di­on und Fans top. Das ist nicht im­mer selbst­ver­ständ­lich.

Wie geht es Ih­nen denn ak­tu­ell?

Mitt­ler­wei­le geht es mir bes­ser. Ich muss jetzt ein­fach wie­der in den Spiel­rhyth­mus kom­men.

Es war ja kein nor­ma­ler Mus­kel­fa­ser­riss, mit dem Sie zu kämp­fen hat­ten … Stimmt. Seh­ne und Nerv wa­ren auch in Mit­lei­den­schaft ge­zo­gen. Ein kom­ple­xer Mus­kel­fa­ser­riss. Das war al­les sehr hart­nä­ckig, drei Mo­na­te lang, ei­ne lang­wie­ri­ge Ge­schich­te halt. Die Be­las­tun­gen nach der Win­ter­pau­se ha­be ich bis­her ganz gut weg­ge­steckt. Rech­nen Sie da­mit, am Sams­tag wie­der im Ka­der zu ste­hen?

Das wird sich noch zei­gen. Letzt­end­lich ent­schei­det der Trai­ner. Na­tür­lich möch­te ich da­bei sein, das ist doch gar kei­ne Fra­ge. Nur mein Kör­per muss mit­spie­len.

Ein be­son­de­res Spiel für Sie in Os­na­brück?

Ja, schon. Aber ich kom­me ger­ne zu­rück an die Bre­mer Brü­cke. Bei mei­nem Ab­schied da­mals hat es kei­nen Streit ge­ge­ben, wir sind im Gu­ten aus­ein­an­der­ge­gan­gen. Ich wä­re auch zwi­schen­zeit­lich ger­ne wie­der zu­rück­ge­kom­men. Aber das hat lei­der nicht ge­klappt.

Sie mei­nen die Zeit, als Sie im Win­ter 2015/2016 aus Hei­den­heim weg­woll­ten? Ja. Der VfL woll­te nicht, er wird sei­ne Grün­de ge­habt ha­ben. Ich ha­be oft mit den Ver­ant­wort­li­chen ge­spro­chen und mein In­ter­es­se be­kun­det. Dann kam Müns­ter und woll­te mir ei­ne Chan­ce ge­ben. Ich war glück­lich, weil ich sonst oh­ne Ver­ein ge­we­sen wä­re. Aber so läuft es manch­mal im Fuß­ball. So se­hen wir uns jetzt un­ter an­de­ren Um­stän­den wie­der.

Als Ben­no Möhl­mann im ver­gan­ge­nen Jahr in Müns­ter das Trai­ner­amt von Horst Stef­fen über­nom­men hat­te, wur­den Sie trotz Ver­let­zung zum neu­en Ka­pi­tän ge­kürt …

Na ja, als Ben­no Möhl­mann kam, wur­de der Mann­schafts­rat neu ge­wählt. Aus die­sem Spie­ler­kreis soll­te der neue Ka­pi­tän kom­men. Bei mir hat­te der Trai­ner dann of­fen­sicht­lich das bes­te Ge­fühl. Klar, für mich war es schon et­was über­ra­schend. Aber Ka­pi­tän zu sein ist schon ei­ne gro­ße Eh­re. Ich hof­fe, dass ich die­ser Auf­ga­be ent­spre­chend ge­recht wer­de.

Mit Möhl­mann ist der Er­folg zu­min­dest et­was zu­rück­ge­kehrt. Was läuft bes­ser als un­ter Stef­fen? Ei­gent­lich ei­ne blö­de Fra­ge. Aber es ist eben so: Trai­ner­wech­sel ha­ben in vie­len Fäl­len ei­ne po­si­ti­ve Wir­kung, das war bei uns ähn­lich.

Preu­ßen Müns­ter wur­de vor der Sai­son als Auf­stiegs­kan­di­dat ge­han­delt. Das ist doch je­des Jahr so.

Und jetzt steht der Ab­stiegs­kampf im Fo­kus. Das ist wie bei ei­ner Ak­tie. In die­ser Li­ga geht al­les un­fass­bar schnell. Es geht rauf, und es geht run­ter. Jetzt ste­cken wir in ei­nem Tief, aus dem wir auch wie­der raus­kom­men wer­den. Da bin ich mir si­cher. Und wenn wir dort wie­der raus sind, dann öff­nen sich wie­der ganz an­de­re Tü­ren. Jetzt ist der Klas­sen­er­halt das pri­mä­re Ziel. Mit al­len an­de­ren Ge­dan­ken be­schäf­ti­gen wir uns nicht.

Wie schät­zen Sie den VfL in die­ser Sai­son ein? Er­fah­ren, re­la­tiv kon­stant. Ei­ne ge­reif­te Mann­schaft. Ich bin ge­spannt, ob sie in der Rück­run­de den An­schluss nach oben hal­ten kön­nen.

Mehr über den VfL le­sen Sie im In­ter­net auf noz.de/vfl.

Frü­her im li­la-wei­ßen Dress, heu­te im Preu­ßenT­ri­kot: Adria­no Gri­mal­di, der im Hin­spiel zwi­schen Müns­ter und Os­na­brück (gro­ßes Fo­to, Zwei­kampf mit Ant­ho­ny Syh­re) die 0:1-Nie­der­la­ge auch nicht ver­hin­dern konn­te.

Fo­tos: Kem­me

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