Voll­ver­sor­gung ge­gen Be­zah­lung

3. Li­ga: Te­le­kom zeigt al­le Spie­le ab 2018 live im Pay-TV – ARD wei­ter mit da­bei

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Sport -

Die ARD ver­liert ab der Sai­son 2018/19 die ex­klu­si­ven TV-Über­tra­gungs­rech­te an der 3. Fuß­ball­Li­ga. Neu­er Rech­te­inha­ber ist die Deut­sche Te­le­kom, die wohl ihr Pay-TVAn­ge­bot er­wei­tert. Zum Pa­ket ge­hö­ren auch Spie­le der Frau­en-Bun­des­li­ga.

Von Mal­te Schlaack und Ben­ja­min Kraus

Wie sieht das neue Rech­te­pa­ket der Te­le­kom aus? Be­reits ab Som­mer darf das Un­ter­neh­men Par­ti­en der Frau­en-Bun­des­li­ga zei­gen. Ab der Sai­son 2018/19 sol­len al­le Spie­le der 3. Li­ga der Män­ner über­tra­gen wer­den. Die Ver­trä­ge lau­fen bis zur Sai­son 2020/21 und ha­ben je­weils ei­ne Op­ti­on für ein wei­te­res Jahr. Über das fi­nan­zi­el­le Vo­lu­men ha­ben die Be­tei­lig­ten Still­schwei­gen ver­ein­bart – laut dem „Ki­cker“wer­den für das Rech­te­pa­ket 16 Mil­lio­nen Eu­ro pro Jahr ab 2018 fäl­lig.

Wo sieht man die Spie­le künf­tig, und was kos­tet es? Ge­plant ist wohl, dass die Te­le­kom die 3. Li­ga in ih­rem An­ge­bot „En­ter­tain TV“so­wie on­li­ne und über Mo­bil­funk zeigt, wie es in der Bas­ket­ball-Bun­des­li­ga so­wie der Deut­schen Eis­ho­ckey-Li­ga be­reits der Fall ist. En­ter­tain-Kun­den der Te­le­kom nut­zen die­ses An­ge­bot bis­her oh­ne Auf­preis. Für al­le an­de­ren kos­tet ein Mo­nats­abo beim Eis­ho­ckey 16,95 Eu­ro, beim Bas­ket­ball 14,95 Eu­ro. Das Jah­res­abo ist mit mo­nat­lich 9,95 Eu­ro güns­ti­ger, muss aber auch in spiel­frei­en Zei­ten be­zahlt wer­den. Was der Fuß­ball kos­ten soll, ist bis da­to of­fen. „Nä­he­res zum An­ge­bot und den Kon­di­tio­nen wird die Te­le­kom zu ge­ge­be­ner Zeit be­kannt ge­ben“, teilt das Un­ter­neh­men mit. Ne­ben Live-Spie­len soll es wohl auch High­light-Zu­sam­men­schnit­te der 3. Li­ga ge­ben.

Geht die ARD leer aus? Nein, das An­ge­bot wird aber ein­ge­schränkt. 86 Spie­le dür­fen Im Be­wegt­bild: al­le Spie­le der 3. Li­ga ab 2018.

öf­fent­lich-recht­li­che Sen­der ab 2018 pro Sai­son live über­tra­gen, al­so min­des­tens zwei Par­ti­en pro Spiel­tag. Da­zu lau­fen wei­ter Bil­der in der „ARD-Sport­schau“am Sams­tag. Die ARD hat auch Rech­te für die Auf­stiegs­spie­le zur 3. Li­ga bis 2022, al­le Heim­län­der­spie­le der Frau­en-Na­tio­nal­elf und Par­ti­en der Frau­en-Bun­des­li­ga ge­kauft. Am stärks­ten wird der MDR sein bis­he­ri­ges An­ge­bot zur 3. Li­ga re­du­zie­ren müs­sen. Auch WDR und NDR müs­sen Ein­bu­ßen hin­neh­men und sich künf­tig mit den an­de­ren An­stal­ten

ei­ni­gen, wel­che Par­ti­en über­tra­gen wer­den.

Wie pro­fi­tie­ren die Klubs der 3. Li­ga fi­nan­zi­ell? „Im Er­geb­nis ist es uns ge­lun­gen, ab der Sai­son 2018/19 mehr Gel­der aus den Über­tra­gungs­rech­ten an die Klubs der 3. Li­ga aus­schüt­ten zu kön­nen“, sagt DFB-Ge­ne­ral­se­kre­tär Fried­rich Cur­ti­us. Bis­lang er­hal­ten die Ver­ei­ne der 3. Li­ga 12,8 Mil­lio­nen Eu­ro TV-Gel­der, was knapp 800 000 Eu­ro pro Klub ent­spricht, weil Zweit­ver­tre­tun­gen der Bun­des­li­ga-Teams nichts er­hal­ten. Bran­chen­ken­ner rech­nen nun mit ei­ner Stei­ge­rung um 30 bis 50 Pro­zent, so­dass die Klubs der 3. Li­ga ab 2018 deut­lich über ei­ne Mil­li­on Eu­ro pro Sai­son ein­kal­ku­lie­ren dür­fen: Zu den 16 Mil­lio­nen der Te­le­kom kä­me Geld der ARD, die als Ko-Rech­te­inha­ber aber we­ni­ger pro Jahr zah­len wird als zu­letzt. Die Ver­tei­lung der Gel­der an die Klubs will der DFB in den nächs­ten Wo­chen re­geln.

Was sa­gen die Klubs? „Wir ken­nen den Ab­schluss im De­tail noch nicht, sind aber froh über Wett­be­werb auf dem Be­wegt­bild-Markt“, sagt Jür­gen Weh­lend. Der Ge­schäfts­füh­rer des VfL Os­na­brück se­he zu­dem ei­ner im Zu­ge des Rech­te-De­als mög­li­chen wei­ter­ge­hen­den Ab­kehr vom Re­gel­ter­min am Sams­tag um 14 Uhr po­si­tiv ent­ge­gen. „Top­spie­le am Abend un­ter Flut­licht – et­wa frei­tags, sonn­tags oder mon­tags – wür­den wohl nicht nur Te­le­kom-Zu­schau­er, son­dern auch un­se­re Fans ger­ne se­hen“, sagt Weh­lend.

Fo­to: ima­go/Blick

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