Zwei Os­na­brü­ckern wur­de 2016 der Pass ent­zo­gen

Hin­ter­grün­de blei­ben un­klar – 2015 ein Fall

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück -

Die Stadt Os­na­brück hat im ver­gan­ge­nen Jahr zwei Per­so­nen den Per­so­nal­aus­weis ent­zo­gen, um de­ren Aus­rei­se zu ver­hin­dern. Zu den Be­weg­grün­den schwei­gen sich be­tei­lig­te Be­hör­den al­ler­dings aus.

Die Zahl geht aus ei­ner Lis­te her­vor, die die Lan­des­re­gie­rung als Ant­wort auf ei­ne An­fra­ge drei­er Ab­ge­ord­ne­ter der FDP im Nie­der­säch­si­schen Land­tag ver­öf­fent­licht hat. Die Par­la­men­ta­ri­er hat­ten wis­sen wol­len, wie vie­le Päs­se und Per­so­nal­aus­wei­se im Land Nie­der­sach­sen in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ein­ge­zo­gen wur­den – her­un­ter­ge­bro­chen bis auf Kreis­ebe­ne.

Zwar be­stä­tigt Stadt­spre­cher Sven Jür­gen­sen auf Nach­fra­ge un­se­rer Re­dak­ti­on die Zahl, wei­ter ge­hen­de An­ga­ben zu den Hin­ter­grün­den des Pas­sent­zugs oder zum mo­men­ta­nen Auf­ent­halts­ort der Per­so­nen gibt die Stadt­ver­wal­tung al­ler­dings nicht preis. Die Stadt ist als Ord­nungs­be­hör­de für den Pas­sent­zug zu­stän­dig, kann dies aber auch auf Hin­weis bei­spiels­wei­se der Po­li­zei ma­chen. Doch auch bei Po­li­zei und Lan­des­kri­mi­nal­amt (LKA) schweigt man sich über die Hin­ter­grün­de der bei­den Os­na­brü­cker Fäl­le aus.

Im ems­län­di­schen Spel­le wur­den ei­nem Mann eben­falls Aus­weis­do­ku­men­te ab­ge­nom­men. Wie die zu­stän­di­ge Samt­ge­mein­de mit­teil­te, ha­be er die Ab­sicht ge­äu­ßert, in den be­waff­ne­ten Kampf in ein Kriegs­ge­biet zu zie­hen. Der Mann hat Kla­ge beim Os­na­brü­cker Ver­wal­tungs­ge­richt ein­ge­legt, das Ver­fah­ren ist dort nach An­ga­ben ei­ner Spre­che­rin noch an­hän­gig.

Kei­ne Fäl­le im Land­kreis

An­ders sieht es da­ge­gen im Land­kreis Os­na­brück aus. „Nach un­se­ren Er­kennt­nis­sen und in Ab­stim­mung mit den Po­li­zei­be­hör­den gibt es im Land­kreis Os­na­brück kei­ne Ge­fähr­der. Nach ak­tu­el­ler Sach­la­ge ha­ben wir des­halb kei­nem Ter­ror­ver­däch­ti­gen den Pass ab­ge­nom­men“, be­rich­tet Land­kreis-Spre­cher Hen­ning Mül­ler-De­tert auf An­fra­ge un­se­rer Re­dak­ti­on.

Ein Pas­sent­zug ist laut Ge­setz dann mög­lich, wenn be­stimm­te Tat­be­stän­de zu ei­ner so­ge­nann­ten „Pass­ver­sa­gung“füh­ren. Da­zu ge­hört zum Bei­spiel, wenn von der Per­son ei­ne Ge­fahr für die in­ne­re oder äu­ße­re Si­cher­heit aus­geht, sie schwe­re staats­ge­fähr­den­de Ge­walt­ta­ten plant oder ei­ne ter­ro­ris­ti­sche Ver­ei­ni­gung bil­den oder sich ihr an­schlie­ßen will.

Seit 2013 ist nach Aus­kunft des nie­der­säch­si­schen In­nen­mi­nis­te­ri­ums lan­des­weit mehr als 30 Per­so­nen der Per­so­nal­aus­weis oder der Rei­se­pass ent­zo­gen wor­den – mit stei­gen­der Ten­denz. 2015 sind ei­ner Per­son in der Stadt Os­na­brück Rei­se­pass und Per­so­nal­aus­weis ab­ge­nom­men wor­den.

Trau­ri­ger Spit­zen­rei­ter in die­ser Ka­te­go­rie war im Jahr 2016 üb­ri­gens Hil­des­heim, wo Aus­weis­do­ku­men­te von ins­ge­samt sechs Per­so­nen ein­kas­siert wor­den sind. Die süd­nie­der­säch­si­sche Stadt gilt in Fach­krei­sen als Hots­pot der is­la­mis­ti­schen Sze­ne. Im Zen­trum der Er­mitt­lun­gen steht im­mer wie­der der Deutsch­spra­chi­ge Is­lam­kreis in der Hil­des­hei­mer Nord­stadt.

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