Am Ge­burts­tag Ge­dan­ken zum Tod

Gym­na­si­um Ca­ro­li­num er­in­nert sich an Grün­dung durch Karl den Gro­ßen – Vor­trag zur Ster­be­be­glei­tung

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück -

Das Gym­na­si­um Ca­ro­li­num hat am Mitt­woch mit ei­ner Ge­denk­ver­an­stal­tung an den Grün­der­va­ter Karl den Gro­ßen er­in­nert. In ei­nem Gast­vor­trag sprach der Me­di­zi­ner Win­fried Har­ding­haus am tra­di­tio­nel­len Karls­tag über die Ver­gäng­lich­keit des Le­bens und den Um­gang mit dem Tod.

Vor 1213 Jah­ren wur­de das Os­na­brü­cker Gym­na­si­um im Her­zen der Ha­se­stadt ge­grün­det und gilt noch heu­te als ei­ne der äl­tes­ten Schu­len in der Bun­des­re­pu­blik. Sei­ne Grün­dung im Jah­re 804 geht der Über­lie­fe­rung zu­fol­ge auf Karl den Gro­ßen zu­rück, der für den geist­li­chen Nach­wuchs ei­gens ei­ne Schu­le er­rich­te­te. Heu­te be­fin­det sich das Ca­ro­li­num ne­ben der An­ge­laso­wie der Ur­su­la­schu­le als ei­nes von drei Os­na­brü­cker Gym­na­si­en in kirch­li­cher Trä­ger­schaft.

Als ehe­ma­li­ger Abitu­ri­ent am Gym­na­si­um Ca­ro­li­num war der Os­na­brü­cker Me­di­zi­ner Er­in­ner­ten mit ei­ner Ge­denk­ver­an­stal­tung an den Grün­der­va­ter Karl den Gro­ßen: Hel­mut Bran­de­bu­se­mey­er (Schul­lei­ter), Win­fried Har­ding­haus (Ma­ri­enho­s­pi­tal Os­na­brück) und Frank Hen­ning (Ver­tre­ter Stadt Os­na­brück).

Win­fried Har­ding­haus, Lei­ter der Pal­lia­tiv­sta­ti­on im Ma­ri­enho­s­pi­tal und Vor­sit­zen­der des Deut­schen Ho­s­pi­zund Pal­lia­tiv­ver­ban­des, am tra­di­tio­nel­len Karls­tag zu Gast. Har­ding­haus re­fe­rier­te zum The­ma „Was ge­hört zu ei­nem gu­ten Ster­ben?“und gab tie­fe Ein­bli­cke in den Um­gang mit kran­ken und ster­ben­den Men­schen in un­se­rer

Ge­sell­schaft. Für ihn be­steht „gu­tes Ster­ben“in ei­ner „wür­de­vol­len Ho­s­pi­zund Pal­lia­tiv­ver­sor­gung, die zu ei­ner Ver­bes­se­rung der Le­bens­qua­li­tät und ei­ner Lin­de­rung der Schmer­zen“bei­tra­ge.

Kri­tik äu­ßer­te Har­ding­haus an der feh­len­den Be­reit­schaft, sich ak­tiv mit dem Ster­ben aus­ein­an­der­zu­set­zen.

„Der Tod ist ein ge­ne­ra­ti­ons­über­grei­fen­des The­ma, mit dem man sich auch in jün­ge­ren Jah­ren be­schäf­ti­gen soll­te“, sag­te Har­ding­haus. Die ge­sell­schaft­li­che Ta­bui­sie­rung füh­re da­zu, dass sich Pa­ti­en­ten al­lein­ge­las­sen füh­len und nicht be­reit sei­en, Hil­fe an­zu­neh­men. Da­bei sei es wich­tig, ih­nen Ängs­te und Sor­gen zu neh­men, um sie best­mög­lichst auf ein wür­de­vol­les Ster­ben vor­zu­be­rei­ten. Au­ßer­dem ver­deut­lich­te Har­ding­haus die Not­wen­dig­keit, sich früh­zei­tig auf das Al­tern ein­zu­stel­len. „Vor­sor­ge tref­fen heißt zum Bei­spiel, ei­ne Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung aus­zu­fül­len. Ich kann nur je­dem ra­ten, sich mög­lichst früh­zei­tig mit die­sem The­ma zu be­schäf­ti­gen“, so der Me­di­zi­ner.

Al­ler­dings kenn­zeich­ne­te Har­ding­haus auch die ethi­schen Gren­zen des Ster­bens, die durch die Ein­fluss­nah­me Drit­ter ge­steu­ert wer­den. Er sprach sich da­für aus, die Lei­den der Pa­ti­en­ten zu lin­dern, oh­ne ak­tiv in den Ster­be­pro­zess ein­zu­grei­fen. „Von je­her ist un­se­re Prä­mis­se, kei­ne ak­ti­ve Ster­be­hil­fe zu leis­ten“, so Har­ding­haus. Gleich­zei­tig nahm er vie­len Pa­ti­en­ten die Sor­ge vor ei­nem qual­vol­len Tod. „Wir kön­nen heut­zu­ta­ge na­he­zu je­dem Pa­ti­en­ten sei­ne Schmer­zen voll­stän­dig neh­men, da­mit er wür­de­voll ster­ben kann.“

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