Mehr als ei­ne go­ti­sche Ka­the­dra­le

WDR-Do­ku­men­ta­ti­on über die Ge­schich­te des Köl­ner Doms

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Medien / Fernsehen - Von To­bi­as Sun­der­diek Ge­heim­nis Köl­ner Dom, heu­te, 20.15 Uhr, WDR

Über die wech­sel­vol­le Ge­schich­te und Be­deu­tung des Köl­ner Doms be­rich­tet heu­te ei­ne Do­ku­men­ta­ti­on des WDR.

Wer ei­nen Turm des Köl­ner Doms be­stei­gen will, braucht Kraft. Schließ­lich müs­sen 553 Stu­fen er­klom­men wer­den, um das Bau­werk zu er­stei­gen. Doch oben an­ge­langt, wird der Be­su­cher mit ei­nem sa­gen­haf­ten Pan­ora­ma über die Köl­ner Bucht be­lohnt: Men­schen am Bo­den wer­den zu Amei­sen, Wol­ken­krat­zer in der Fer­ne er­schei­nen wie Papp­schach­teln. Und spä­tes­tens da wird klar: Das Unesco-Welt­kul­tur­er­be ge­hört zu Köln wie der Rhein, ja es do­mi­niert die ge­sam­te Stadt. Als Wahr- und Er­ken­nungs­zei­chen, als Ori­en­tie­rungs­punkt.

Über die wech­sel­vol­le Ge­schich­te und Be­deu­tung der go­ti­schen Ka­the­dra­le, der dritt­größ­ten der Welt, be­rich­tet die WDR-Do­ku­men­ta­ti­on „Ge­heim­nis Köl­ner Dom“. Wo­bei die meis­ten im Ti­tel ge­nann­ten „Ge­heim­nis­se“gar nicht so un­be­kannt sind: Dass et­wa die Kir­che et­wa auf den Fun­da­men­ten rö­mi­scher Bau­ten und ei­ner zu­vor ge­bau­ten ro­ma­ni­schen Kir­che fußt, dass die 20000 Tou­ris­ten, die täg­lich den Dom be­su­chen, mit ih­ren Atem­par­ti­keln den Kunst­wer­ken gro­ßen Scha­den zu­fü­gen, und im Ge­gen­zug je­den Tag 20 000 Eu­ro nö­tig sind, um an der „ewi­gen Bau­stel­le“Dom et­was vor dem Ver­fall zu ret­ten. Der Do­ku­men­tar­film be­rich­tet aber auch, wie die Kir­che als Sym­bol ver­ein­nahmt wur­de: Von der Kir­che, der Po­li­tik oder auch durch Fe­men-Ak­ti­vis­tin­nen wie Jo­se­phi­ne Witt, die 2013 wäh­rend der Weih­nachts­mes­se nackt pro­tes­tier­te. Oder als 1985 das Live-Aid-Rock­kon­zert auf der Dom­plat­te Mu­sik­ge­schich­te schrieb, und sich dort et­wa zeit­gleich ei­ne Ska­ter­sze­ne eta­b­lier­te, die manch­mal so­gar in der Kir­che zu hö­ren ist. Und so fragt die Do­ku­men­ta­ti­on auch: „Wem ge­hört der Dom?“Der Kir­che? Der Stadt? Den Bür­gern? Ei­ne ein­deu­ti­ge Ant­wort bleibt der Film schul­dig, aber er zeigt, dass das Bau­werk für al­le Grup­pen ei­ne gro­ße Be­deu­tung hat. Dass der Dom auch ein Wahr­zei­chen für Deutsch­land ist, hat üb­ri­gens auch Hol­ly­wood er­kannt. Ku­rio­ser­wei­se ver­setz­te aber der Film „Das A-Team“(2010) das Bau­werk in ei­ner Ein­blen­dung aber nach Frank­furt am Main. Da be­kommt der Bläck-Föös-Schla­ger „Mer los­se d’ r Dom en Köl­le/ Denn do ge­hööt er hin“(Wir las­sen den Dom in Köln/ Denn dort ge­hört er hin“) ei­ne ganz neue Be­deu­tung. Manch­mal sind eben nicht nur die Köl­ner im Kar­ne­val, son­dern auch die Pro­du­zen­ten aus Hol­ly­wood echt „jeck“.

Wahr­zei­chen: der Köl­ner Dom. Fo­to: WDR/ima­go

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