Trump facht Streit mit Me­xi­ko an

Ho­he Ein­fuhr­steu­er soll Mau­er­bau fi­nan­zie­ren – Deut­sche Un­ter­neh­men ver­un­si­chert

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

Im Streit mit Me­xi­ko um sei­ne ge­plan­te Grenz­mau­er hat US-Prä­si­dent Do­nald Trump per Twit­ter noch­mals nach­ge­legt. Der dro­hen­de Han­dels­streit zwi­schen den bei­den Nach­bar­län­dern ver­un­si­chert auch die Wirt­schaft in Deutsch­land. Me­xi­ko ha­be die USA „zu lan­ge aus­ge­nutzt“, schrieb Trump am Frei­tag im Kurz­bot­schaf­ten­dienst Twit­ter. Es müs­se jetzt et­was dar­an ge­än­dert wer­den, dass die Gren­ze nur schwach ge­schützt sei und die Ver­ei­nig­ten Staa­ten ein mas­si­ves Han­dels­de­fi­zit mit Me­xi­ko hät­ten. Am Vor­tag war der Streit zwi­schen Trump und dem me­xi­ka­ni­schen Staats­chef En­ri­que Pe­ña Nieto es­ka­liert. Pe­ña Nieto sag­te ei­nen ge­plan­ten Be­such in Wa­shing­ton ab, nach­dem ihn Trump im Streit um die Fi­nan­zie­rung der Mau­er brüs­kiert hat­te. Der US-Prä­si­dent ver­langt, dass Me­xi­ko die Mil­li­ar­denkos­ten des Mam­mut­pro­jekts trägt, was Pe­ña Nieto ka­te­go­risch ab­lehnt.

Nach An­ga­ben von Trumps Spre­cher Se­an Spi­cer er­wägt die US-Re­gie­rung die Ein­füh­rung ei­ner 20-pro­zen­ti­gen Steu­er auf me­xi­ka­ni­sche Pro­duk­te, um den Mau­er­bau zu fi­nan­zie­ren. Der es­ka­lie­ren­de Han­dels­streit sorgt in­zwi­schen auch in der deut­schen Wirt­schaft für wach­sen­de Sor­gen. „Die Ve­r­un­si­che­rung nimmt zu“, sag­te der Au­ßen­wirt­schafts­chef des Deut­schen In­dus­trie- und Han­dels­kam­mer­ta­ges (DIHK), Vol­ker Trei­er, am Frei­tag. Die von

US-Prä­si­dent Do­nald Trump an­ge­kün­dig­ten Im­port­zöl­le be­trä­fen of­fen­sicht­lich nicht nur Me­xi­ko, son­dern künf­tig auch an­de­re Han­dels­part­ner.

Aus dem für Deutsch­land wich­tigs­ten Ex­port­markt, den USA, kä­men ernst zu neh­men­de Zei­chen von Pro­tek­tio­nis­mus, warn­te Trei­er.

Nach dem Plan des USPrä­si­den­ten sol­len die Kos­ten für die Mau­er an der 3200 Ki­lo­me­ter lan­gen Gren­ze zu­nächst aus der US-Staats­kas­se vor­ge­schos­sen und dann nach­träg­lich von Me­xi­ko be­zahlt wer­den. Nach Schät­zung des Vor­sit­zen­den des US-Re­prä­sen­tan­ten­hau­ses, Paul Ryan, wird die Mau­er zwi­schen zwölf und 15 Mil­li­ar­den Dol­lar (11,2 und 14 Mil­li­ar­den Eu­ro) kos­ten. An­de­re Schät­zun­gen rei­chen so­gar bis zu 40 Mil­li­ar­den Dol­lar.

Ein wei­te­rer Kon­flikt­herd könn­te das Nord­ame­ri­ka­ni­sche Frei­han­dels­ab­kom­men (Nafta) wer­den. Trump will das seit 1994 be­ste­hen­de Ab­kom­men zwi­schen den USA, Me­xi­ko und Ka­na­da neu ver­han­deln und even­tu­ell auf­kün­di­gen. Er macht Nafta für mas­si­ve Job­ver­lus­te in den USA ver­ant­wort­lich.

Der me­xi­ka­ni­sche Prä­si­dent Pe­ña Nieto lud für Frei­tag ei­ne Rei­he von Ab­ge­ord­ne­ten, Gou­ver­neu­ren und Un­ter­neh­mern in die Prä­si­den­ten­re­si­denz ein. „Ziel ist es, ei­ne ge­mein­sa­me Front zum Schutz der ge­mein­sa­men In­ter­es­sen zu bil­den“, sag­te der Se­na­tor Fer­nan­do Her­re­ra.

De­kret zu Mi­li­tär­re­form

Trump un­ter­zeich­ne­te der­weil am Frei­tag zwei wei­te­re Exe­ku­tiv-De­kre­te. Ei­nes hat zum Ziel, die Aus­rüs­tung der US-Streit­kräf­te grund­le­gend zu mo­der­ni­sie­ren. Dies gel­te für Flug­zeu­ge, Schif­fe und an­de­re Aus­rüs­tung, sag­te Trump am Frei­tag im Pen­ta­gon. Die zwei­te An­ord­nung soll den Zu­zug von ra­di­ka­len Is­la­mis­ten in die USA ver­hin­dern. Wie dies ge­nau geschehen soll, wur­de zu­nächst nicht be­kannt. Kurz zu­vor hat­te Vi­ze­prä­si­dent Mi­ke Pence den neu­en Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Ja­mes Mat­tis ver­ei­digt. Trump be­zeich­ne­te Mat­tis als „Mann des Han­delns“.

Auf dem Weg in die USA: Me­xi­ka­ner an ei­nem Grenz­über­gang bei Ti­jua­na. Fo­to: ima­go/Xin­hua

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