Au­to­zu­lie­fe­rer Bosch stei­gert Um­satz

Ge­winn geht zu­rück – In­ves­ti­tio­nen in E-Mo­bi­li­tät

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Wirtschaft -

Der Au­to­zu­lie­fe­rer Bosch hat im ver­gan­ge­nen Jahr trotz ei­nes Dämp­fers in Nord­ame­ri­ka und der Dis­kus­si­on um Die­sel­mo­to­ren zu­le­gen kön­nen. Der Kon­zern in­ves­tiert zu­dem wei­ter in Elek­tro­mo­bi­li­tät.

Der Au­to­zu­lie­fe­rer Bosch hat sei­nen Um­satz im ver­gan­ge­nen Jahr trotz ei­ner Schwä­che in Nord­ame­ri­ka auf 73,1 Mil­li­ar­den Eu­ro ge­stei­gert. Das sag­te Boschs Fi­nanz­chef Ste­fan Asen­kersch­bau­mer vor Jour­na­lis­ten. Mit ei­nem Plus von 3,5 Pro­zent – oh­ne Wech­sel­kurs­ef­fek­te wa­ren es 5,4 Pro­zent – liegt Bosch da­mit im Rah­men sei­ner Pla­nun­gen. Al­ler­dings sank das ope­ra­ti­ve Er­geb­nis vor Zin­sen und Steu­ern (Ebit) un­ter an­de­rem we­gen Rück­stel­lun­gen und Re­struk­tu­rie­rungs­kos­ten auf 4,3 Mil­li­ar­den Eu­ro nach 4,6 Mil­li­ar­den Eu­ro im Vor­jahr.

Die Fol­gen des Die­selskan­dals bei VW sind für Bosch nach wie vor schwer ab­seh­bar. Im ver­gan­ge­nen Jahr hat­te der Kon­zern sei­ne Rück­stel­lun­gen für recht­li­che Ri­si­ken auf 750 Mil­lio­nen Eu­ro auf­ge­stockt. Ob die­se nun aus­rei­chen, da­zu woll­te sich Fi­nanz­chef Asen­kersch­bau­mer nicht äu­ßern. „Die ab­schlie­ßen­de Be­wer­tung der Rück­stel­lun­gen wer­den wir im Rah­men der Er­stel­lung des Kon­zern­ab­schlus­ses vor­neh­men“, sag­te er.

Bosch hat die Soft­ware ent­wi­ckelt, mit de­ren Hil­fe VW die Ab­gas­rei­ni­gung bei Die­sel­fahr­zeu­gen ma­ni­pu­liert hat­te. In den USA lau­fen zi­vi­lund straf­recht­li­che Ver­fah­ren der­zeit noch. Vor Weih­nach­ten hat­te Bosch ei­ne Grund­satz­ei­ni­gung mit US­Klä­gern er­zielt, die dem Zu­lie­fe­rer ei­ne ak­ti­ve Rol­le zu­schrei­ben. De­tails da­zu sol­len aber erst bis En­de des Mo­nats aus­ge­ar­bei­tet und ver­mut­lich im Fe­bru­ar der Öf­fent­lich­keit prä­sen­tiert wer­den. US-Me­di­en hat­ten be­rich­tet, ein Ver­gleich könn­te das Un­ter­neh­men mehr als 300 Mil­lio­nen Dol­lar kos­ten. Gleich­zei­tig lau­fen die in­ter­nen Er­mitt­lun­gen und die der US-Be­hör­den wei­ter.

„Wir sind zu­frie­den“

Doch un­ab­hän­gig von den recht­li­chen Fra­gen wür­den Ver­bo­te und Ein­schrän­kun­gen auch für neue Die­sel, wie sie in Pa­ris ge­plant sind, Bosch emp­find­lich tref­fen. Wie viel der Zu­lie­fe­rer mit Selbst­zün­dern ver­dient, das lässt das Un­ter­neh­men zwar im Dun­keln. Gut 50000 der welt­weit 390 000 Ar­beits­plät­ze bei Bosch hän­gen aber vom Die­sel ab. „Wir sind zu­frie­den“, sag­te Fi­nanz­chef Asen­kersch­bau­mer le­dig­lich über das Die­sel­ge­schäft. Zwar sei der Die­sel­an­teil an Neu­zu­las­sun­gen in Eu­ro­pa um zwei Pro­zent ge­sun­ken, in Deutsch­land um vier Pro­zent, so Bosch-Chef Volk­mar Den­ner. Das sei aber schon in den Jah­ren zu­vor der Fall ge­we­sen.

Den­ner ist nach wie vor über­zeugt, dass die Au­to­in­dus­trie mo­der­ne Die­sel­mo­to­ren braucht, um die CO2-Vor­ga­ben der EU zu er­rei­chen. 2025 wer­de die An­zahl al­ler pro­du­zier­ten Fahr­zeu­ge auf 105 Mil­lio­nen an­stei­gen und die Zahl von Au­tos mit rei­nen Ver­bren­nungs­mo­to­ren auf 85 Mil­lio­nen Stück. „Da­mit wird auch die Nach­fra­ge nach Kom­po­nen­ten für Ver­bren­nungs­mo­to­ren an­zie­hen“, so der Bosch-Chef.

Um trotz­dem un­ab­hän­gi­ger vom Ver­bren­nungs­mo­tor zu wer­den, in­ves­tiert Bosch wei­ter in Elek­tro­mo­bi­li­tät. Gut 400 Mil­lio­nen Eu­ro jähr­lich gibt der Zu­lie­fe­rer nach ei­ge­nen An­ga­ben da­für aus. Zu­letzt rich­te­te Bosch in Stutt­gart ei­nen Cam­pus für Bat­te­rie­for­schung ein.

Die Ent­schei­dung, ob Bosch ei­ne ei­ge­ne Zell­fer­ti­gung auf­zie­hen will, soll noch in die­sem Jahr fal­len. Bosch wür­de dann zu­nächst die nächs­te Ge­ne­ra­ti­on von Li­thi­um-Io­nen-Zel­len her­stel­len. Der Per­so­nal­ein­satz sei in ei­ner Zell­fer­ti­gung ge­ring, der Ener­gie­ein­satz sehr hoch, so Den­ner. Die ho­hen Ener­gie­kos­ten, so deu­te­te der Bosch-Chef an, sei­en in Deutsch­land ein Pro­blem.

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