Zwi­schen Sta­di­on­zaun und al­tem Flut­licht

Die Ca­fe­te­ria der Sport­freun­de Lot­te er­strahlt nach Brand­scha­den in neu­em Glanz

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Westfälische Tagespost - Von Cars­ten Rich­ter

Mo­dern und in ei­nem war­men Licht ge­taucht prä­sen­tiert sich die neu ge­stal­te­te Ca­fe­te­ria der Sport­freun­de Lot­te. Nach dem Brand im Ok­to­ber kann die­se heu­te beim Spiel ge­gen den SV Wer­der Bre­men II erst­mals in kom­plett neu­em De­sign be­staunt wer­den.

Nö­tig wur­de der Um­bau, weil es wäh­rend des Spiels der Sport­freun­de Lot­te ge­gen Preu­ßen Münster am 22. Ok­to­ber auf der Sta­di­on­toi­let­te für Roll­stuhl­fah­rer ge­brannt hat­te. Un­be­kann­te hat­ten Pa­pier­hand­tü­cher und Toi­let­ten­rol­len in Brand ge­steckt. Da­bei wur­de die­se kom­plett zer­stört.

Ei­nen Tag spä­ter brann­te es dann er­neut an der­sel­ben Stel­le. In den frü­hen Mor­gen­stun­den stand der Ab­stell­raum der Ca­fe­te­ria plötz­lich in Flam­men, und der Rauch zog durch sämt­li­che Räu­me. Den Sach­scha­den schätz­te die Po­li­zei da­mals auf rund 50 000 Eu­ro. Der oder die Tä­ter wur­den nicht er­mit­telt.

Die Staats­an­walt­schaft Münster hat das Ver­fah­ren mitt­ler­wei­le ein­ge­stellt, wie Ober­staats­an­walt Mar­tin Bot­zen­hardt sagt: „Wir ha­ben in die­sem Fall we­gen vor­sätz­li­cher Brand­stif­tung er­mit­telt. Es gab auch ge­gen ei­ne Per­son ei­nen va­gen An­fangs­ver­dacht, aber die­ser hat die Tat be­strit­ten. Da wir kei­ne Be­wei­se hat­ten, war nicht mehr zu ma­chen. Wei­te­re Per­so­nen konn­ten wir im Zu­ge der Er­mitt­lun­gen nicht aus­fin­dig ma­chen.“

Und Lot­tes Me­dien­be­auf­trag­te Ju­lia Mi­ko­leit er­gänzt aus Ver­eins­sicht: „Es gab schon ei­nen Ver­däch­ti­gen, der auch von ei­ni­gen Leu­ten iden­ti­fi­ziert wur­de. Aber die­ser wur­de eben nicht bei der Tat er­wischt. Das macht es halt so schwie­rig.“

Zum Han­deln ge­zwun­gen

Der Ver­ein war je­den­falls zum Han­deln ge­zwun­gen, und so ent­stand über die Win­ter­pau­se ei­ne neue Sta­di­onca­fe­te­ria im Sti­le ei­ner mo­der­nen Sports­bar.

Das war nicht nur an­ge­sichts des Brand­scha­dens sinn­voll, schließ­lich war die al­te Sta­di­onca­fe­te­ria schon fast zwan­zig Jah­re alt und da­her nicht mehr zeit­ge­mäß. Die Be­su­cher er­war­tet nun beim Be­tre­ten ei­ne Art Zei­t­rei­se durch die Ver­eins­ge­schich­te. Zum ei­nen durch Bil­der, die an be­son­de­re Er­fol­ge des Ver­eins er­in­nern. Ab­ge­bil­det sind dort Schnapp­schüs­se mit ehe­ma­li­gen Spie­lern in Ju­bel­po­se wie bei­spiels­wei­se Mar­cus Fi­scher oder Je­ron Al-Ha­zai­meh.

Aber auch ehe­ma­li­ge Trai­ner wie Klaus Bie­ne­mann oder Ma­ik Wal­pur­gis sind zu se­hen. Zu­dem gibt es Bil­der, die in Form von Zi­ta­ten den

Text der neu­en Ver­eins­hym­ne zum In­halt ha­ben.

Aber auch sonst hat sich in der Ca­fe­te­ria viel ge­tan. Zum ei­nen wur­de die Ca­fe­te­ria mit ei­nem neu­en Bo­den­be­lag in mo­der­ner Hol­z­op­tik aus­ge­stat­tet. Auf den Tü­ren wur­den zu­dem Tak­tik­ta­feln so­wie Fuß­ballsprü­che an­ge­bracht, die den sport­li­chen Cha­rak­ter un­ter­strei­chen.

Der frü­he­re Raum­tei­ler ist weg, wo­durch die Ca­fe­te­ria nun ein gro­ßer Raum ist. Wei­te­re aus­ge­fal­le­ne Ide­en: Ne­ben der kom­plett neu­en The­ke wur­de ein Teil des Sta­di­on­zauns mon­tiert. Hin­ter der The­ke ziert grü­ner Kun­st­ra­sen die Wand, ei­ne Idee von Sta­di­onca­te­rer Alex­an­der Front­zek. Der sport­li­che Cha­rak­ter wird noch da­durch ver­stärkt, dass in­nen blaue Sta­di­on­s­it­ze mon­tiert wer­den könn­ten.

Flut­licht­an­la­ge re­cy­celt

Als Be­leuch­tung sind an den Wän­den als be­son­de­rer Clou Strah­ler der al­ten Flut­licht­an­la­ge an­ge­bracht wor­den. Auf meh­re­ren gro­ßen Fern­se­hern kön­nen Be­su­cher zu­dem Spie­le der Bun­des­li­ga ver­fol­gen. Neu sind selbst­ver­ständ­lich die Toi­let­ten, die nun ne­ben­ein­an­der zu fin­den sind.

Der La­ger­raum für den Sta­di­onca­te­rer ist da­ge­gen jetzt an der an­de­ren Sei­te der The­ke. „Die Raum­auf­tei­lung ist viel bes­ser als frü­her“, freut sich Ca­te­rer Front­zek.

Wie bei den Sport­freun­den üb­lich, wur­de wie­der vie­les in Ei­gen­leis­tung um­ge­setzt. Doch bei ei­ni­gen Din­gen wur­den Fach­fir­men ins Boot ge­holt, die den Ver­ein auch sonst un­ter­stüt­zen.

So stammt die neue The­ke in der Ca­fe­te­ria von der Tisch­le­rei Lie­ne­mann, und Ma­ler­meis­ter Mat­thi­as Bud­ke sorg­te für den fri­schen An­strich. Elek­tro Horst­mann nahm die Ver­ka­be­lung vor, wäh­rend Vil­le­roy und Boch die neu­en Toi­let­ten in­stal­lier­te. Und wäh­rend St­ein­brink & Ten­am­ber­gen die Klempn­er­sa­chen über­nahm, sorg­te Sta­di­on­tech­ni­ker Elek­tro Bos­se für die Akus­tik, die für ei­ne Sta­di­on­at­mo­sphä­re sorgt.

So lädt die neue Sta­di­onca­fe­te­ria nun zum Ver­wei­len ein, wie auch SfL-Pres­se­spre­che­rin Ju­lia Mi­ko­leit un­ter­streicht. „Auf die neue Ca­fe­te­ria kann man wirk­lich stolz sein. Sie ist ein ech­tes Schmuck­stück ge­wor­den.“

Ge­gen Bre­men gibt es jetzt ei­ne Art Pro­be­lauf. „Wir tes­ten das jetzt mal an und wer­den dann schau­en, was noch ge­än­dert oder um­ge­setzt wer­den muss oder sich als un­prak­tisch er­weist.“Denn ne­ben den Spie­len sei der Raum jetzt auch für an­de­re Events at­trak­ti­ver ge­wor­den, freut sich Front­zek.

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Fo­to: Cars­ten Rich­ter

Noch ste­hen die Ho­cker auf der The­ke: Am heu­ti­gen Sams­tag kann die nach den Brän­den im ver­gan­ge­nen Jahr neu ge­stal­te­te Ca­fe­te­ria wie­der be­nutzt wer­den.

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