Neu­er Chef ist ein al­ter Ha­se

Gün­ter Rah­mei­er wird in Wes­ter­kap­peln Ord­nungs­amts­lei­ter

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Westfälische Tagespost -

Gün­ter Rah­mei­er wird zum 1. März Chef der Ord­nungs­und So­zi­al­ab­tei­lung im Wes­ter­kap­pel­ner Rat­haus.

Von Frank Klaus­mey­er

WES­TER­KAP­PELN. Ord­nungs­amts­lei­ter Win­fried Praus geht En­de Fe­bru­ar nach fast 20 Jah­ren Di­enst­zeit in Wes­ter­kap­peln in Pen­si­on. Die Stel­le war aus­ge­schrie­ben. Neun Be­wer­bun­gen gab es. Den gan­zen Auf­wand hät­te sich Bür­ger­meis­te­rin An­net­te Gro­ße-Heit­mey­er ei­gent­lich spa­ren kön­nen. Denn der neue Mann ist ein al­ter Ha­se aus den ei­ge­nen Rei­hen: Gün­ter Rah­mei­er.

Im Rat­haus ge­hört der 57Jäh­ri­ge bei­nah zum In­ven­tar. Vor über 42 Jah­ren hat er – noch un­ter dem da­ma­li­gen Ge­mein­de­di­rek­tor Horst Wer­mey­er – ei­ne klas­si­sche Ver­wal­tungs­aus­bil­dung be­gon­nen. Nach dem Wehr­dienst wur­de er über­nom­men. Nach kur­zem Ein­satz in der Bau­ab­tei­lung folg­te schon 1981 der Wech­sel ins Ord­nungs­amt, wo er als stell­ver­tre­ten­der Lei­ter wäh­rend ei­ner län­ge­ren Krank­heits­pha­se von Praus schon ein­mal das Sa­gen hat­te.

Be­son­ders in den Mo­na­ten, als zahl­rei­che Flücht­lin­ge nach Wes­ter­kap­peln ge­kom­men sei­en, ha­be Rah­mei­er sehr gu­te Ar­beit ge­leis­tet, be­tont die Bür­ger­meis­te­rin. „Er ist Wes­ter­kap­pel­ner, er kennt die Struk­tu­ren in der Ge­mein­de und im Rat­haus, und er ist si­cher je­mand, der Recht und Ord­nung im­mer bür­ger­nah und lö­sungs­ori­en­tiert durch­setzt.“

Da stellt sich die Fra­ge, war­um der ge­bür­ti­ge Wes­ter­kap­pel­ner nicht di­rekt be­för­dert wor­den ist? „Die Stel­le muss­te aus­ge­schrie­ben wer­den“, be­tont Gro­ße-Heit­mey­er. Und laut Haupt­sat­zung muss der Rat über die Be­set­zung ent­schei­den. Ei­nen gu­ten Draht pflegt Gün­ter Rah­mei­er (links) auch zur Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr – hier mit dem stell­ver­tre­ten­den Wehr­füh­rer Wer­ner Ra­mat­schi. Die­sen Auf­ga­ben­be­reich möch­te der 57-Jäh­ri­ge künf­tig genau­so wei­ter wahr­neh­men wie die Ver­ant­wor­tung für das Markt­we­sen.

Drei Be­wer­ber stell­ten sich den Po­li­ti­kern vor. Am En­de fiel die Wahl auf Gün­ter Rah­mei­er – ein­stim­mig, wie die Bür­ger­meis­te­rin zum Er­geb­nis aus nicht-öf­fent­li­cher Sit­zung mit­teilt.

In der Vor­stel­lungs­run­de muss­ten al­le Kan­di­da­ten ei­ne Auf­ga­be lö­sen: die Pla­nung ei­nes gro­ßen Rock­kon­zer­tes. Rah­mei­er wird da­mit wohl kei­ne Pro­ble­me ge­habt ha­ben. Denn mit Groß­ver­an­stal­tun­gen kennt er sich aus. Seit über 36 Jah­ren ist er als Markt­meis­ter ver­ant­wort­lich für die Wes­ter­kap­pel­ner Herbst­kir­mes. Der Rum­mel ist ihm so ans Herz ge­wach­sen, dass er das Markt­we­sen auch in Zu­kunft un­ter sei­nen Fit­ti­chen be­hal­ten möch­te. Glei­ches gilt für die Zu­sam­men­ar­beit mit der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr, zu der Rah­mei­er ei­nen en­gen und gu­ten Draht pflegt.

An­de­re Auf­ga­ben, wie das Ge­wer­be- und das Gast­stät­ten­recht oder Ren­ten­an­ge­le­gen­hei­ten, möch­te er da­ge­gen an sei­nen Nach­fol­ger auf dem Stell­ver­tre­ter­pos­ten de­le­gie­ren. Wer das wird, sei noch nicht ab­schlie­ßend ent­schie­den, er­läu­tert die Bür­ger­meis­te­rin.

Ein biss­chen Neu­land

Ein biss­chen Neu­land be­tritt der 57-Jäh­ri­ge mit der Or­ga­ni­sa­ti­on der Wah­len, die bis­lang vor al­lem Praus ge­leis­tet hat. Mit der Land­tags­wahl im Mai und der Bun­des­tags­wahl im Sep­tem­ber wird der neue Amts­lei­ter al­le Hän­de voll zu tun ha­ben. „Es wird aber si­cher kein Pro­blem, das zu be­wäl­ti­gen“, ist Rah­mei­er über­zeugt.

Als gleich­zei­ti­ger Lei­ter der So­zi­al­ab­tei­lung hat er es auch mit ei­ner nicht im­mer ganz ein­fa­chen Kli­en­tel zu

tun, „vor al­lem dann, wenn die An­trag­stel­ler nicht das Geld be­kom­men, das ih­nen ih­rer Mei­nung nach zu­steht“. Es ge­be für die Leis­tungs­ge­wäh­rung aber meist ein­deu­ti­ge Rechts­grund­la­gen.

Mehr Er­mes­sens­spiel­räu­me gibt es da zu­wei­len im Ord­nungs­recht. Nur weil Rah­mei­er als ge­bür­ti­ger Wes­ter­kap­pel­ner Hans und Franz kennt, soll­ten sich die­se nicht dar­auf ver­las­sen, dass er stän­dig ein Au­ge zu­drückt. „Es gibt Ge­set­ze. Da muss man auch im pri­va­ten Kreis ei­ne kla­re An­spra­che ma­chen“, stellt er klar. Manch­mal sei es aber vi­el­leicht so­gar ein­fa­cher, wenn man die Leu­te ken­ne – wie man in den Wald hin­ein­ruft, schallt es meis­tens auch her­aus . . .

57 Jah­re alt, da­von über 42 Jah­re im Be­ruf, wo vie­le eher an die Ren­te den­ken, will Gün­ter Rah­mei­er noch ein­mal

Kar­rie­re ma­chen. Was treibt ihn an? In ers­ter Li­nie der fi­nan­zi­el­le Aspekt, macht er aus sei­ner Mo­ti­va­ti­on kei­nen Hehl. Er wird zwar – wie sein Vor­gän­ger – kein Be­am­ter, aber si­cher hö­her­grup­piert. Wäh­rend Praus’ Er­kran­kung ha­be er un­ter ei­ner Drei­fach­be­las­tung ge­stan­den: sei­ne Auf­ga­ben, Amts­lei­tung und Flücht­lings­kri­se. „Da ha­be ich mir ge­sagt, das kann ich auch in Zu­kunft ma­chen und das Geld mit­neh­men.“Genau­so wich­tig ist Gün­ter Rah­mei­er, dass die Ar­beit mit sei­nen 15 Kol­le­gen in der Ord­nungs- und So­zi­al­ab­tei­lung Freu­de macht. Und das tut sie of­fen­sicht­lich: „Wir sind in der Zeit als Team wei­ter zu­sam­men­ge­wach­sen.“

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