Ge­müt­li­ches Kon­zert

Ka­na­di­scher Song­wri­ter Matt Epp im Lu­ther­haus

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Kultur Regional - Von Fre­de­rik Teb­be

Epp hat al­len Grund zur Freu­de: Da­heim in Ka­na­da ist sei­ne Sing­le „The Sound“auf Platz eins der Charts ge­lan­det, der ers­te Top-1-Hit in sei­ner in­zwi­schen mehr als zehn­jäh­ri­gen Kar­rie­re.

Im Lu­ther­haus ver­sam­meln sich zwar nur et­wa 50 Leu­te, da­von lässt sich der Sin­ger/Song­wri­ter aus Win­ni­peg je­doch nicht die Lau­ne ver­der­ben. Im Ge­gen­teil, er freut sich über je­den Gast.

Die al­te Beat­les-Ma­xi­me „All You Need Is Lo­ve“wür­de Matt Epp si­cher­lich so­fort un­ter­schrei­ben, im Grun­de hat er ei­nen Groß­teil sei­nes Kon­zerts dar­auf aus­ge­rich­tet. „Lo­ve“ist die zentrale Vo­ka­bel, das uni­ver­sel­le The­ma in den Lie­dern des Ka­na­di­ers, die Liebe zu Men­schen, zu Tie­ren, zur Welt und zur Na­tur, die schließ­lich in sei­nem selbst er­dach­ten „Land“„Amo­ria“gip­felt, ei­nem künst­le­ri­schen Kon­zept, des­sen na­tür­lich abs­trakt-herz­för­mi­ges Wap­pen er und Bas­sist Jo­el „Cou“Cor­tu­re auf dem Rü­cken ih­rer Je­ans­ja­cken tra­gen und des­sen Di­rek­ti­ve lau­tet, sich ge­gen­sei­tig zu lie­ben und aus­zu­hel­fen.

Sim­ple Ant­wor­ten

Das führt zu sim­plen Ant­wor­ten auf kom­ple­xe Pro­blem­fel­der, et­wa: „On­ly lo­ve will lead to lo­ve, hurt will lead to hurt.“Das ist na­tür­lich ei­ne lo­bens­wer­te Mes­sa­ge, im Kon­text des Kon­zerts, bei dem sich die ein­zel­nen Songs stark äh­neln, da die meis­ten da­von ru­hi­ge, me­lo­disch-pop­pi­ge Sin­ger/Song­wri­ter-Stü­cke oh­ne gro­ßen Wie­der­er­ken­nungs­wert sind, mit der Zeit je­doch recht er­mü­dend.

Matt Epp ver­kün­det zwar po­li­tisch wich­ti­ge wie auch spi­ri­tu­el­le Bot­schaf­ten, der Welt­frie­den liegt ihm be­son­ders am Her­zen, dreht sich da­bei aber mu­si­ka­lisch im Kreis.

Erst als er sich zum Fi­na­le von „Pro­mi­sed Land“, ei­nem der we­ni­gen Songs mit E-Gi­tar­re, vor den Ver­stär­ker kniet und Feed­back für Feed­back her­vor­bringt, schafft er Ab­wechs­lung in ei­nem zwar ge­müt­li­chen, je­doch recht ein­tö­ni­gen Kon­zert.

Da­bei be­gann der Abend mit Ra­y­an­nah ex­pe­ri­men­tell: Die Sän­ge­rin trat mit Lo­opS­ta­ti­on auf und misch­te ih­ren Elek­tro-Soul qua­si live vor Pu­bli­kum. Im An­schluss un­ter­stütz­te sie Epp als Zweit­stim­me.

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