Mit Fran­zö­sisch in die Zu­kunft

Gym­na­si­um „In der Wüs­te“ver­an­stal­tet Be­rufs­in­for­ma­ti­ons­mes­se

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück -

In Deutsch­land spre­chen 27,7 Pro­zent der Schü­ler in der Se­kun­dar­stu­fe die fran­zö­si­sche Spra­che. Doch das In­ter­es­se ist nicht nur in Nie­der­sach­sen rück­läu­fig. Das Gym­na­si­um „In der Wüs­te“hat nun ei­ne Be­ru­fin­for­ma­ti­ons­mes­se mit dem Schwer­punkt Fran­zö­sisch ver­an­stal­tet, um die fran­zö­si­sche Spra­che für Schü­ler at­trak­ti­ver zu ma­chen.

„Fran­zö­sisch und Latein wer­den von den Schü­lern nicht mehr so stark nach­ge­fragt“, er­klärt Det­lev Hein­rich von der Lan­des­schul­be­hör­de. Dies lie­ge zum ei­nen am stei­gen­den In­ter­es­se an an­de­ren Spra­chen wie Spa­nisch oder Ita­lie­nisch, zum an­de­ren an der Schwie­rig­keit und Kom­ple­xi­tät des Vo­ka­bu­lars. „Um­so wich­ti­ger ist es, den Schü­lern be­wusst zu ma­chen, Fran­zö­sisch als Zweit­spra­che zu be­le­gen, um sich best­mög­lich zu qua­li­fi­zie­ren“, so Hein­rich.

Das Gym­na­si­um „In der Wüs­te“hat sich die­ser Pro­ble­ma­tik nun an­ge­nom­men und die Be­rufs­in­for­ma­ti­ons­mes­se „Mit Fran­zö­sisch in die Zu­kunft – Mög­lich­kei­ten in Stu­di­um und Be­ruf “ver­an­stal­tet, um Schü­ler der Jahr­gän­ge 9 bis 12 mit deutsch-fran­zö­si­schen Fir­men in Kon­takt zu brin­gen. Un­ter­neh­men aus Osnabrück und Um­ge­bung, die en­ge Kon­tak­te oder ei­ne Zw­eig­nie­der­las­sung in Frank­reich ha­ben, stell­ten sich bei den Schü­lern vor und prä­sen­tier­ten An­ge­bo­te für Prak­ti­ka und Aus­bil­dun­gen.

Ent­ge­gen der all­ge­mei­nen Ent­wick­lung an deut­schen Schu­len er­freut sich die fran­zö­si­sche Spra­che am Gym­na­si­um „In der Wüs­te“gro­ßer Be­liebt­heit. „Fran­zö­sisch ist ein Stand­bein un­se­rer Schu­le“, er­klär­te Schul­lei­te­rin Mo­ni­ka Wip­per­fürth.

Ei­nes der Un­ter­neh­men, die sich auf der Mes­se prä­sen­tier­ten, war der Os­na­brü­cker Mit­tel­ständ­ler ebm, der in der Nä­he von Lil­le (Nord­frank­reich) ei­nen Stand­ort be­treibt. „Wir sind im­mer in­ter­es­siert an mehr­spra­chi­gen Mit­ar­bei­tern und sind hier, weil wir die Ver­an­stal­tung sehr gut fin­den“, sag­te Per­so­nal­re­fe­ren­tin Ga­b­rie­le Brüm­mer. Das Un­ter­neh­men sucht im­mer wie­der qua­li­fi­zier­tes Per­so­nal, das im Hand­werks­be­trieb ein Prak­ti­kum oder ei­ne Aus­bil­dung ab­sol­viert.

Die Aus­sicht auf ei­nen Ar­beits­platz in Frank­reich ist auch bei man­chen Schü­lern ei­ne denk­ba­re Al­ter­na­ti­ve. „Ich möch­te spä­ter nicht nur in Deutsch­land, son­dern auch in Frank­reich ar­bei­ten und mich über mei­ne Mög­lich­kei­ten in­for­mie­ren“, er­klär­te Mo­ham­med Abouy­ou­nes, der die 9. Klas­se im Gym­na­si­um „In der Wüs­te“be­sucht. Da er selbst vie­le Ver­wand­te in Frank­reich hat, möch­te sich der Schü­ler für ein Prak­ti­kum vor Ort emp­feh­len und spä­ter ein­mal als Phy­si­ker tä­tig wer­den.

Ganz an­ders sieht es bei Yan­nick Mach aus, der eben­falls die 9. Klas­se im Wüs­ten­gym­na­si­um be­sucht. Für sein spä­te­res Be­rufs­ziel – er möch­te Wirt­schafts­in­ge­nieur wer­den – such­te der Schü­ler auf der Mes­se nach Mög­lich­kei­ten, prak­ti­sche Er­fah­run­gen zu sam­meln. Dass der The­menschwer­punkt auf der fran­zö­si­schen Spra­che liegt, ist für den Schü­ler eher ne­ben­säch­lich, da er sei­ne be­ruf­li­che Zu­kunft in Deutsch­land sieht. „Ich in­ter­es­sie­re mich für tech­ni­sche Be­ru­fe und in­for­mie­re mich auf der Mes­se über mei­ne Chan­cen nach der Schu­le“, so der 15-Jäh­ri­ge.

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