So­li­de

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Medien / Fernsehen Am Sonntag - Von Joa­chim Schmitz

Tat­ort: Söh­ne und Vä­ter Sonn­tag, 20.15 Uhr

Ich bin für die Wahr­heit zu­stän­dig, nicht für die Ge­rech­tig­keit“, wird Kom­mis­sar Jens Stell­brink (De­vid Strie­sow) am En­de die­ses Kri­mis sa­gen. Dann lie­gen an­dert­halb St­un­den hin­ter dem Zu­schau­er, in de­nen der Grund­ton eher Plät­schern als Knis­tern war, im­mer­hin un­ter­malt von ein paar gu­ten Songs.

Drei Ju­gend­li­che bre­chen mit der Wod­ka­fla­sche in der Hand in ein Be­stat­tungs­in­sti­tut ein, ste­cken der Lei­che ei­nes über­ra­schend ver­stor­be­nen Leh­rers ein Rin­gel­schwänz­chen zwi­schen die Po­ba­cken, um mit­tels Han­dy­vi­deo al­ler Welt zu zei­gen, „was für ein Schwein“der eins­ti­ge Rad­renn­fah­rer ge­we­sen sei. Am nächs­ten Mor­gen wird ei­ner der Jungs tot auf­ge­fun­den – er­fro­ren im Kühl­raum. Re­gis­seur Zol­tan Spi­ra­del­li macht dar­aus ei­nen Tat­ort mit kon­ven­tio­nel­lem Auf­bau und den üb­li­chen Wen­dun­gen zum En­de hin.

Das ist so­li­de Kri­mi­kost mit ei­nem wohl­tu­end ge­er­de­ten und ent­wirr­ten Kom­mis­sar Stell­brink, den sein Darstel­ler Strie­sow nicht mehr als durch­ge­knall­ten Spring­teu­fel zei­gen muss. Das ro­te Mo­ped und die un­kon­ven­tio­nel­len Er­mitt­lungs­me­tho­den hat Spi­ra­del­li ihm als Al­lein­stel­lungs­merk­ma­le ge­las­sen, nun be­kommt Stell­brink – pas­send zum The­ma des Films – auch noch ei­nen Sohn da­zu.

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