Ko­era­ni­scher Golf­spie­ler

Die i30 ist der Best­sel­ler im Hy­un­dai-Mo­dell­pro­gramm

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Kfz Welt -

In der drit­ten Ge­ne­ra­ti­on soll es der Kom­pakt­wa­gen i30 von Hy­un­dai so­gar mit dem Wolfs­bur­ger Platz­hirsch auf­neh­men

Von Frank Wald

MAR­BEL­LA. Der Rit­ter­schlag kam 2011 auf der IAA, als ExVW-Chef Mar­tin Win­ter­korn in ei­nem heim­lich ge­film­ten Vi­deo ge­gen­über sei­nem Chef­de­si­gner die Fer­ti­gungs­qua­li­tät der Lenk­rad­ver­stel­lung im just ent­hüll­ten Hy­un­dai i30 lob­te. „Da schep­pert nix. Wir kön­nen es nicht. War­um kann der das?“Win­ter­korn ist nicht mehr, der i30 kann es im­mer noch. In der neu­en, drit­ten Ge­ne­ra­ti­on bie­tet die ko­rea­ni­sche Gol­fAl­ter­na­ti­ve in punk­to se­ri­en­mä­ßi­ger Si­cher­heit das Bes­te, was ge­ra­de im Kom­pakt­seg­ment zu be­kom­men ist. Auch op­tisch nä­hert er sich dem Wolfs­bur­ger Ri­va­len an.

Vor al­lem aus der Rück­an­sicht sind die Ähn­lich­kei­ten ver­blüf­fend: das in die Brei­te ge­zo­ge­ne Heck, die ho­ri­zon­tal ums Eck lau­fen­den Rück­lich­ter, die brei­te C-Säu­le. Für Hy­un­da­is eu­ro­päi­schen Pro­dukt­ma­na­ger, Raf van Nuf­fel, ist der i30 denn auch nichts we­ni­ger als der „neue Volks­wa­gen“.

Was so­fort auf­fällt: die Knif­fe und Schwün­ge im Blech sind ver­schwun­den. Front und Flan­ken sind sehr flä­chig ge­stal­tet. Ele­gant wirkt das neue Mar­ken­ge­sicht mit der lan­gen Mo­tor­hau­be, den an­ge­schnit­te­nen Schein­wer­fern und dem „Kas­ka­den-Küh­ler­grill“, der al­le künf­ti­gen Hy­un­dai-Mo­del­le zie­ren soll.

Um vier Zen­ti­me­ter auf 4,34 Me­ter ge­streckt, fast zehn Zen­ti­me­ter brei­ter und et­was fla­cher als der Vor­gän­ger steht der i30 statt­li­cher auf der Stra­ße. Die ge­wach­se­nen Pro­por­tio­nen schaf­fen trotz un­ver­än­der­ten 2,65 Me­ter Rad­stand mehr Platz für Mensch und Ge­päck. Der Kof­fer­raum schluckt im Nor­mal­zu­stand 395 Li­ter.

Ei­nen sehr „deut­schen“Ein­druck ver­mit­telt das In­te­ri­eur. Soll hei­ßen: über­sicht­li­ches Cock­pit, auf­ge­räum­te In­stru­men­ten­ord­nung, hoch­wer­ti­ge Ma­te­ria­li­en mit Sinn fürs De­tails. Schon in der Ba­sis glänzt der Wa­gen mit üp­pi­ger Aus­stat­tung, zu der ne­ben Kli­ma- und Au­dio­an­la­ge auch Spur­hal­teas­sis­tent, Ber­gan­fahr­hil­fe, Mü­dig­keits­war­ner, Fern­licht­as­sis­tent so­wie ei­ne Ci­ty-Not­brem­se ge­hö­ren. So­viel Si­cher­heit in Se­rie bie­tet zur­zeit kein an­de­rer in der Kom­pakt­klas­se. Auch in Sa­chen Kom­fort be­wegt sich der i30 auf Au­gen­hö­he mit den Klas­sen­stre­bern.

Das gilt nicht we­ni­ger für den Fah­rein­druck. Vor al­lem die schnell und prä­zi­se an­spre­chen­de Len­kung ge­fällt, eben­so wie das kom­for­ta­bel ge­stimm­te Fahr­werk, was un­term Strich ein si­che­res und har­mo­ni­sches Hand­ling er­gibt. Im groß­teils be­kann­ten Mo­to­ren­pro­gramm, das aus je drei Ben­zi­nern und Die­seln (95 bis 140 PS) be­steht, fei­ert der Vier­zy­lin­der-Tur­bo­ben­zi­ner 1.4 T-GDI Pre­mie­re. Das 140-PS-Trieb­werk zeigt ab 1500 Tou­ren ei­nen bei­na­he sport­li­chen An­tritt und schnurrt auf der Langstre­cke schein­bar laut­los vor sich hin, gibt sich auch bei en­ga­gier­ter Kur­ven­fahrt kei­ne Blö­ße.

Der i30 star­tet ab 17 450 Eu­ro in der Ba­sis­ver­si­on mit dem 100-PS-Ein­stiegs­ben­zi­ner. Wer ei­nen sprit­zi­ge­ren Mo­tor will, muss zur nächst hö­he­ren Select-Ver­si­on grei­fen, die mit 120 PS star­kem Drei­zy­lin­der 19 700 Eu­ro kos­tet. Die Spit­ze mar­kiert der Die­sel mit 136 PS ab 28850 Eu­ro.

So selbst­be­wusst wie die Prei­se, ist auch Ge­schäfts­füh­rer Mar­kus Schrick, der den i30 nicht län­ger als „asia­ti­sches Schäpp­chen“auf der Ein­kaufs­lis­te der Kom­pakt­wa­gen-Käu­fer sieht. „Wir wol­len ei­ne ech­te Al­ter­na­ti­ve zu VW sein.“Für Ex-VW-Chef Mar­tin Win­ter­korn war er das schon vor sechs Jah­ren.

Der Kom­pakt­wa­gen, er­dacht in Deutsch­land, fährt nun in der Spit­zen­grup­pe des Seg­ments mit. Fo­to: Hy­un­dai

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