21,7 Mil­li­ar­den Eu­ro für Flücht­lings­hil­fe

Fast die Hälf­te an Län­der und Kom­mu­nen – Wirt­schaft lobt „Kon­junk­tur­pro­gramm“

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

Im ver­gan­ge­nen Jahr sind rund 21,7 Mil­li­ar­den Eu­ro in die Flücht­lings­hil­fe und Ver­sor­gung von Asyl­be­wer­bern ge­flos­sen. Dar­un­ter fal­len Mit­tel für die Be­kämp­fung von Flucht­ur­sa­chen, Un­ter­brin­gungs­kos­ten, In­te­gra­ti­ons­und So­zi­al­leis­tun­gen so­wie un­mit­tel­ba­re Ent­las­tun­gen an die Län­der und Kom­mu­nen, wie aus dem ers­ten Mo­nats­be­richt des Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums her­vor­geht, der am Frei­tag ver­öf­fent­licht wur­de. Für 2017 geht der Be­richt von 21,3 Mil­li­ar­den Eu­ro für „asyl­be­ding­te Leis­tun­gen“aus.

Für die Be­kämp­fung von Flucht­ur­sa­chen gab der Bund im ver­gan­ge­nen Jahr 7,1 Mil­li­ar­den Eu­ro aus. Für das lau­fen­de Jahr rech­net der Bund im Kampf ge­gen Flucht­ur­sa­chen mit Aus­ga­ben von 7,2 Mil­li­ar­den Eu­ro.

Die un­mit­tel­ba­ren Ent­las­tun­gen der Län­der und Kom­mu­nen be­lie­fen sich im ver­gan­ge­nen Jahr auf rund 9,3 Mil­li­ar­den Eu­ro. Hier geht der Bund für das lau­fen­de Jahr von ei­nem Rück­gang auf et­wa 6,9 Mil­li­ar­den Eu­ro aus.

Im Jahr 2015 sind nach Be­rech­nun­gen des Bun­des­am­tes für Mi­gra­ti­on und Flücht­lin­ge (Bamf ) rund 890 000 Asyl­su­chen­de nach Deutsch­land ge­kom­men. Für 2016 geht das Bamf von et­wa 280 000 Men­schen aus.

Trotz der ge­stie­ge­nen Aus­ga­ben kam un­ter dem Strich ein Bud­get­über­schuss von 6,2 Mil­li­ar­den Eu­ro her­aus.

Ein Groß­teil der 21,7 Mil­li­ar­den Eu­ro für die Flücht­lings­hil­fe floss wei­ter an die deut­sche Wirt­schaft. „Man kann das auch als ein rie­si­ges Kon­junk­tur­pro­gramm be­zeich­nen“, zi­tier­te „Spie­gel On­li­ne“den Kon­junk­tur­chef des Deut­schen In­sti­tuts für Wirt­schafts­for­schung (DIW), Fer­di­nand Fichtner. Er schät­ze, dass et­wa 90 Pro­zent der vom Bund ein­ge­setz­ten Mit­tel et­wa über Miet­zah­lun­gen, Bau-In­ves­ti­tio­nen oder Aus­ga­ben der Flücht­lin­ge für Le­bens­mit­tel und All­tags­be­darf an die Un­ter­neh­men in Deutsch­land ge­gan­gen sei­en.

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