Am An­fang stand Lu­thers Rat — Wie Preu­ßen auf Kos­ten von Po­len zur Groß­macht wur­de

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - 500 Jahre Reformation -

Im Rei­ter­krieg von 1519 bis 1521 ver­such­te der Deut­sche Or­den, sei­nen Staat in Ost­preu­ßen vom Kö­nig­reich Po­len un­ab­hän­gig zu ma­chen. Auf An­ra­ten Mar­tin Lu­thers schloss Al­brecht von Bran­den­burg, Hoch­meis­ter des Deut­schen Or­dens, am 8. April 1525 mit dem pol­ni­schen Kö­nig Si­gis­mund I. den Ver­trag von Kra­kau. Das Or­dens­ge­biet wur­de zum Her­zog­tum Preu­ßen un­ter pol­ni­scher Ober­ho­heit. Her­zog Al­brecht I. führ­te in sei­nem Herr­schafts­be­reich die Re­for­ma­ti­on ein. Der bran­den­bur­gi­sche Kur­fürst Jo­hann Si­gis­mund (1572–1619) erb­te 1618 das Her­zog­tum Preu­ßen.

Am 19. Sep­tem­ber 1657 ließ Kur­fürst Fried­rich Wil­helm von Bran­den­burg sich im Ver­trag von Wehlau durch Po­len sei­ne Sou­ve­rä­ni­tät im Her­zog­tum Preu­ßen an­er­ken­nen und wech­sel­te im Nor­di­schen Krieg von der schwe­di­schen auf die pol­ni­sche Sei­te. Des­halb konn­te Kur­fürst Fried­rich III. von Bran­den­burg sich am 18. Ja­nu­ar 1701 als Fried­rich I. in Preu­ßen in Kö­nigs­berg zum Kö­nig er­he­ben.

Kö­nig Fried­rich II. ver­ein­bar­te 1772 mit Russ­land und Ös­ter­reich ei­ne Auf­tei­lung pol­ni­scher Ge­bie­te. Er er­hielt West­preu­ßen und das Erm­land, das Kö­nig­reich Preu­ßen wur­de zum Ver­wal­tungs­ge­biet Ost­preu­ßen. 1793 und 1795, in der Re­gie­rungs­zeit von Kö­nig Fried­richWil­helm II. von Preu­ßen, wur­de Po­len kom­plett un­ter den drei Groß­mäch­ten auf­ge­teilt.

Nach der Nie­der­la­ge ge­gen Frank­reich 1807 muss­te der preu­ßi­sche Kö­nig Fried­rich Wil­helm III. Ge­bie­te aus der zwei­ten und drit­ten pol­ni­schen Tei­lung für die Bil­dung des Groß­her­zog­tums War­schau ab­ge­ben, aber Ost- und West­preu­ßen blie­ben ihm als Herr­schafts­ge­biet.

Beim Wie­ner Kon­gress 1815 nach der Nie­der­la­ge Frank­reichs wur­de das Groß­her­zog­tum War­schau un­ter rus­si­sche Herr­schaft ge­stellt. Das Kö­nig­reich Preu­ßen er­hielt ei­ni­ge Ge­bie­te zu­rück, die es in der zwei­ten und drit­ten pol­ni­schen Tei­lung in Be­sitz ge­bracht hat­te. 1918, am En­de des Ers­ten Welt­kriegs, ent­stand aus dem rus­si­schen Teil des Lan­des die Re­pu­blik Po­len, die nach dem Ver­sail­ler Ver­trag 1919 um West­preu­ßen oh­ne das Erm­land, das Ge­biet um Po­sen und Tei­le Ober­schle­si­ens er­wei­tert wur­de. Nach dem Po­len­feld­zug 1939 im Zwei­ten Welt­krieg wur­de West­preu­ßen wie­der Teil des Deut­schen Reichs. Mit der Nie­der­la­ge Deutsch­lands 1945 ka­men West­preu­ßen und der süd­li­che Teil Ost­preu­ßens mit dem Erm­land zu Po­len, eben­so Pom­mern, Ost­bran­den­burg und Schle­si­en.

Al­brecht von Bran­den­burg, Ge­mäl­de von Lu­cas Cra­nach dem Äl­te­ren im Her­zog-An­ton-Ul­rich-Mu­se­um Braun­schweig.

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