Po­li­zei ge­lingt Schlag ge­gen Ein­bre­cher­ban­den

Er­mitt­ler klä­ren 33 Ta­ten in meh­re­ren Län­dern auf – Nie­der­sach­sen plant Bun­des­rats­in­itia­ti­ve

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Nordwest - Kriminalität in der Re­gi­on: Mehr auf noz.de/si­cher-le­ben

Ein­bre­cher­ban­den sind oft mo­bil und über­re­gio­nal un­ter­wegs. Nun konn­ten Er­mitt­ler Ta­ten in meh­re­ren Län­dern auf­klä­ren. Die Lan­des­re­gie­rung will Re­ge­lun­gen schaf­fen, die Ver­mie­ter in Sa­chen Si­cher­heits­tech­nik in die Pflicht neh­men.

OS­NA­BRÜCK/HAN­NO­VER. Dank län­der­über­grei­fen­der Zu­sam­men­ar­beit hat die Po­li­zei 33 Woh­nungs­ein­brü­che in vier Bun­des­län­dern und im be­nach­bar­ten Aus­land auf­ge­klärt. Sie­ben mut­maß­li­che Tä­ter wur­den fest­ge­nom­men, wie ein Spre­cher der fe­der­füh­ren­den Po­li­zei­di­rek­ti­on Os­na­brück sag­te. Der Er­folg be­ru­he auf dem Er­ken­nen von Tat­zu­sam­men­hän­gen durch die über­re­gio­na­le Aus­wer­tung der Ein­brü­che in Nie­der­sach­sen, Nord­rhein-West­fa­len, Rhein­land-Pfalz, Schles­wi­gHol­stein so­wie in Bel­gi­en und den Nie­der­lan­den.

Der Er­folg ist ein Licht­blick an­ge­sichts mau­er Auf­klä­rungs­quo­ten. Im Jahr 2015 wur­den bun­des­weit ge­ra­de ein­mal 15,2 Pro­zent der Woh­nungs­ein­brü­che auf­ge­klärt. Ver­such­te und voll­ende­te Ein­brü­che hat­ten zu­letzt in Deutschland kon­ti­nu­ier­lich zu­ge­nom­men – von 108 284 Fäl­len im Jahr 2008 auf 167 136 im Jahr 2015.

Der Chef des Bun­des­kri­mi­nal­amts (BKA) rech­ne­te zu­letzt we­nigs­tens mit ei­ner sta­gnie­ren­den Zahl der Ein­brü­che. „Es wird kei­nen wei­te­ren An­stieg mehr ge­ge­ben ha­ben, und ein leich­ter Rück­gang ist im Be­reich des Mög­li­chen“, hat­te Münch dem ARD-Ma­ga­zin „Re­port Mainz“ge­sagt. Auf ei­ner Ta­gung in Lin­gen wol­len heu­te und mor­gen Po­li­zei-Ex­per­ten aus Deutschland und den Nie­der­lan­den die Op­ti­mie­rung der grenz­über­schrei­ten­den Be­kämp­fung von Ein­brü­chen dis­ku­tie­ren.

Die en­ge­re Zu­sam­men­ar­beit ist ei­ne Ant­wort auf das Pro­blem, dass bis­lang mo­bi­le,

grenz­über­schrei­tend agie­ren­de Ban­den der Po­li­zei stets ei­ne Na­sen­län­ge vor­aus wa­ren. Nicht nur der In­for­ma­ti­ons­aus­tausch mit Nach­bar­staa­ten war zeit­fres­send, auch die Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen den Bun­des­län­dern dau­er­te oft Ta­ge.

Seit Herbst 2016 gibt es in Os­na­brück die „Zen­tra­le Er­mitt­lungs­grup­pe Woh­nungs­ein­bruch­dieb­stahl“, die sich auf die Auf­de­ckung und Zer­schla­gung kri­mi­nel­ler Netz­wer­ke in der Grenz­re­gi­on von Nie­der­sach­sen, Nord­rhein-West­fa­len und den Nie­der­lan­den kon­zen­triert.

Der­weil will Nie­der­sach­sen mit ei­ner Bun­des­rats­in­itia­ti­ve bes­se­re Vor­aus­set­zun­gen für die Prä­ven­ti­on von Ein­brü­chen schaf­fen. Ein An­trag von SPD und Grü­nen, der in die­ser Wo­che im Land­tag de­bat­tiert wer­den soll, sieht un­ter an­de­rem ei­ne Re­form des Miet­rechts vor. Dem­nach soll das Rechts­ver­hält­nis zwi­schen Ver­mie­ter und Mie­ter so ge­än­dert wer­den, dass der Mie­ter künf­tig tech­ni­sche Ein­bruchs­si­che­run­gen ein­bau­en kann, oh­ne dass der Ver­mie­ter spä­ter ver­lan­gen darf, die­se Ein­bau­ten rück­gän­gig zu ma­chen. „Wir wol­len den Ver­mie­ter stär­ker in die Pflicht brin­gen“, sag­te die Grü­nen-Che­fin Me­ta Jans­sen-Kucz. Der SPD-Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Cars­ten Be­cker ver­wies dar­auf, dass der Au­to­dieb­stahl in den ver­gan­ge­nen Jah­ren stark zu­rück­ge­gan­gen sei, weil die Fahr­zeu­ge mit Weg­fahr­sper­ren aus­ge­rüs­tet wur­den.

Die Initia­ti­ve von Ro­tG­rün sieht au­ßer­dem vor, das Pro­gramm zur För­de­rung des Ein­baus von Si­cher­heits­tech­nik der Kre­dit­an­stalt für Wie­der­auf­bau (KfW) über das Jahr 2017 hin­aus zu ver­län­gern. In­nen­mi­nis­ter Bo­ris Pis­to­ri­us (SPD) setzt sich seit Lan­gem für ei­ne fi­nan­zi­el­le För­de­rung des Ein­bruch­schut­zes ein.

Fo­to: dpa

Mehr als 160 000 Fäl­le von Woh­nungs­ein­brü­chen gab es 2015 bun­des­weit.

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