Ur­teil im Prozess ge­gen Mo­tor­rad­ra­ser er­war­tet

Töd­li­cher Un­fall in Bremen – Mord­vor­wurf wankt

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Nordwest -

Töd­li­che Ver­kehrs­un­fäl­le sind keine Sel­ten­heit – dass sie zu ei­ner Mor­dan­kla­ge füh­ren, al­ler­dings schon. Seit De­zem­ber muss sich vor dem Land­ge­richt Bremen ein 24-jäh­ri­ger Mo­tor­rad­fah­rer ver­ant­wor­ten, weil er im vo­ri­gen Som­mer ei­nen 75-jäh­ri­gen Fuß­gän­ger er­fasst und ge­tö­tet ha­ben soll. Am Di­ens­tag wer­den die Plä­doy­ers er­war­tet. Mög­li­cher­wei­se wird auch das Ur­teil ge­spro­chen. Pro­zess­be­ob­ach­ter be­zwei­feln, dass die Mor­dan­kla­ge auf­recht­er­hal­ten wer­den kann.

Der An­ge­klag­te hat­te ei­nen Youtube-Ka­nal, auf dem er Fil­me von sei­nen Fahr­ten ver­öf­fent­lich­te. Zu se­hen war, dass er sei­ne 200-PS-Ma­schi­ne ger­ne in­ner­orts auf bis zu 170 St­un­den­ki­lo­me­ter be­schleu­nig­te. Auch kurz vor dem töd­li­chen Un­fall fuhr er of­fen­bar viel zu schnell.

Der An­ge­klag­te be­stritt vor Ge­richt ei­ne Tö­tungs­ab­sicht. „Er war zu­tiefst er­schüt­tert und ver­zwei­felt, als er er­fuhr, dass er je­man­den ge­tö­tet hat“, sag­te An­walt Ar­min von Döl­len auf An­fra­ge. Er und sein Kol­le­ge Bern­hard Do­cke hiel­ten den Mord­vor­wurf von An­fang an für un­be­rech­tigt. In­zwi­schen se­hen sie sich durch zwei Gut­ach­ten be­stä­tigt. Denk­bar sei ei­ne Ver­ur­tei­lung we­gen fahr­läs­si­ger Tö­tung, sag­te von Döl­len. Dies kann mit bis zu fünf Jah­ren Haft be­straft wer­den.

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