Zä­he De­fen­siv­ar­beit, bril­lan­te To­re

War­um der VfL er­neut ge­gen Preu­ßen Münster ge­wann und um den Auf­stieg mit­spie­len kann

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Sport Regional - Von Ha­rald Pis­to­ri­us, Ste­fan Al­ber­ti und Ben­ja­min Kraus Das Kom­plett-Pa­ket im Netz: Spiel­be­richt, Ein­zel­kri­tik, Stim­men zum Spiel, wei­te­re Bil­der so­wie der Li­veti­cker zum Nach­le­sen.

Man muss die Fes­te fei­ern und die To­re neh­men, wie sie fal­len: Der neue Na­mens­tag der al­ten Bre­mer Brü­cke wur­de zum Fest­tag, denn ein 3:0 ge­gen Preu­ßen Münster gibt es nicht al­le Jah­re. Der VfL Os­na­brück leg­te ei­nen spek­ta­ku­lä­ren Rück­run­den­start hin. Und das lag nicht nur am über­ra­gen­den Sturm­duo.

OS­NA­BRÜCK. Nein, nach dem höchs­ten Der­by­sieg an der Bre­mer Brü­cke sah es lan­ge Zeit nicht aus. In der ers­ten Halb­zeit hat­ten die Müns­te­ra­ner mehr vom Spiel, er­ar­bei­te­ten sich zwei, drei Chan­cen klei­ne­ren Ka­li­bers. Der VfL kam schwer in Tritt, aber die Mann­schaft ließ sich we­der zu un­ge­stü­mer Of­fen­si­ve noch zum Ri­si­ko im Spiel nach hin­ten ver­lei­ten.

Das sah an­ge­sichts ei­ni­ger Fehl­päs­se und Ball­ver­lus­te nicht schön aus, doch dank der zä­hen, klein­tei­li­gen De­fen­siv­ar­beit war die Ge­fahr ei­nes Rück­stands ge­ring, weil die Feh­ler­quo­te bei der Tor­ver­tei­di­gung nied­rig war.

Der VfL war­te­te ge­dul­dig auf den ers­ten Feh­ler der Gäs­te – und der kam kurz vor der Pau­se, als Hei­der ei­nen be­reits ver­lo­re­nen Ball zu­rück­er­ober­te, Rüz­gar schick­te und Wriedt des­sen Vor­la­ge ins Tor drück­te (36.).

Das war der Schlüs­sel zum Sieg, denn der VfL ließ die Müns­te­ra­ner nun wei­ter kom­men und kon­ter­te mit der Füh­rung im Rü­cken ge­fähr­li­cher. In­ner­halb von sie­ben Mi­nu­ten fiel die Ent­schei­dung: Wriedt leg­te auf für Rüz­gar – 2:0, 57. Mi­nu­te. San­ga­ré leg­te mit ei­nem der viel ge­schmäh­ten lan­ge Bäl­le auf für Wriedt – 3:0, 63. Mi­nu­te.

Na­tür­lich wur­de jetzt ge­fei­ert, na­tür­lich dreh­te sich spä­ter al­les um das blut­jun­ge Sturm­duo, das der VfL sich aus der Re­gio­nal­li­ga ge­holt hat. Doch den Grund­stein leg­te die Mann­schaft mit der eher un­schein­ba­ren De­fen­siv­leis­tung und Zwei­kampf­stär­ke, die da­für sorg­te, dass die schwä­che­ren Pha­sen im Spiel nach vorn oh­ne Fol­gen blie­ben.

Das ver­kör­per­ten Schulz und Syh­re auf der Dop­pelS­echs. Bei­den ge­lang im Spiel­auf­bau erst nichts und dann we­nig, doch sie lie­ßen in Kon­zen­tra­ti­on und Kampf­geist nie nach, hol­ten Bäl­le zu­rück und be­hark­ten die Müns­te­ra­ner mit Här­te und Zä­hig­keit. Dar­auf bau­te die Vie­rer-Rei­he vor dem sou­ve­rä­nen Tor­wart Gers­beck auf. Und im Auf­bau such­te die Mann­schaft an­de­re We­ge, um zu Straf­raum­sze­nen und Chan­cen zu kom­men: Es ging über bei­de Flü­gel und mit lan­gen Bäl­len auf zwei Stür­mer, die sich bei der Ball­an­nah­me be­haup­ten und durch­set­zen kön­nen. Das ist der Stil, mit dem ei­ne gut be­setz­te, aber spie­le­risch nicht her­aus­ra­gen­de Mann­schaft in der 3. Li­ga die en­gen Spie­le ge­win­nen und um den Auf­stieg mit­spie­len kann. Und das ist auch der Stil, den einst ihr Trai­ner pfleg­te, jah­re­lang mit sei­nem kon­ge­nia­len Part­ner und Bru­der im Geis­te im de­fen­si­ven Mit­tel­feld: Enochs und sein heu­ti­ger Co-Trai­ner Schüt­te wuss­ten im­mer, was sie konn­ten (und was nicht), und sie wa­ren lauf- und zwei­kampf­stark. Sie ar­bei­te­ten an sich, ver­bes­ser­ten sich auch spie­le­risch. Und sie wuss­ten im­mer, was sie woll­ten. Üb­ri­gens: Als der VfL zum letz­ten Mal zwei Der­by­sie­ge in ei­ner Sai­son hin­leg­te, stan­den Enochs und Schüt­te im Team. Dass man mit ih­ren Tu­gen­den in der 3. Li­ga den Auf­stieg schaf­fen kann, ha­ben sie auch be­wie­sen: Enochs stieg drei­mal auf, Schüt­te zwei­mal.

Fei­er­tag an der Bre­mer Brü­cke mit ei­ner „Wriedt-Ga­la“: Der Tor­jä­ger traf (von links) zum 1:0, be­rei­te­te das 2:0 durch Rüz­gar vor und ju­bel­te nach sei­nem wei­te­ren Tref­fer zum 3:0.

Fo­tos: Da­vid Ebe­ner (2), Hel­mut Kem­me, os­na­pix

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