Frank­reich fei­ert sechs­ten WM-Ti­tel

Gol­de­ne Handball-Ge­ne­ra­ti­on lässt Au­ßen­sei­ter Nor­we­gen beim 33:26 keine Chan­ce

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Sport -

Frank­reich be­ju­belt bei der Handball-WM den sechs­ten Ti­tel. Ka­ra­ba­tic & Co. las­sen Au­ßen­sei­ter Nor­we­gen im Fi­na­le keine Chan­ce.

Von Eric Do­bi­as

Frank­reichs Handball-Re­cken tanz­ten wie klei­ne Kin­der über das Par­kett, dann gab Ol­die Thier­ry Omey­er mit dem Gold-Po­kal in der Hand den Start­schuss zu ei­ner lan­gen Par­ty­nacht. Mit dem sechs­ten Ti­tel­ge­winn hat Re­kor­dCham­pi­on Frank­reich Handball-Ge­schich­te ge­schrie­ben und ei­ne stim­mungs­vol­le Heim-WM ge­krönt. Das Star­ensem­ble um die Rou­ti­niers Ni­ko­la Ka­ra­ba­tic und Da­ni­el Nar­cis­se setz­te sich am Sonn­tag im Fi­na­le ge­gen Au­ßen­sei­ter Nor­we­gen mit 33:26 (18:17) durch und tri­um­phier­te wie schon 1995, 2001, 2009, 2011 und 2015.

„Frü­he­re Ge­ne­ra­tio­nen ha­ben die­sen Traum in uns ge­weckt, wir ha­ben die Le­gen­de fort­ge­schrie­ben. Ich bin stolz auf die­se Mann­schaft. Es ist so emo­tio­nal“, sag­te Ka­ra­ba­tic mit Söhn­chen Alek auf dem Arm. Auch der 40 Jah­re al­te Omey­er war über­wäl­tigt: „Das ist ein groß­ar­ti­ger Mo­ment. Es ist rie­sig, vor den Au­gen von Fa­mi­lie und Freun­den Welt­meis­ter zu wer­den“, sag­te der frü­he­re Kee­per des THW Kiel nach dem er­folg­reich ab­ge­wehr­ten Wi­kin­ger-An­griff.

Vor 15609 Zu­schau­ern in der aus­ver­kauf­ten Pa­ri­ser Ac­corHo­tels Are­na war Ka­ra­ba­tic mit sechs To­ren bes­ter Aus­ge­las­se­ne Stim­mung: Wer­fer. Ken­tin Mahé, Mich­aël Gu­i­gou und Valentin Por­te tra­fen je­weils fünf­mal für die Fran­zo­sen. Auf­sei­ten der Skan­di­na­vi­er, die nur mit ei­ner Wild­card zur End­run­de ge­kom­men wa­ren und ih­re ers­te WM-Me­dail­le ge­wan­nen, traf Kent Ro­bin Tøn­ne­sen (5) vom Bun­des­li­gis­ten Füch­se Ber­lin am häu­figs­ten.

Am Vor­tag hat­te sich Slo­we­ni­en durch ein 31:30 im Spiel um Platz drei ge­gen Kroa­ti­en Bron­ze ge­si­chert. Die deut­schen Me­dail­len­träu­me wa­ren be­reits im Ach­tel­fi­na­le durch ei­ne 20:21-Nie­der­la­ge ge­gen Ka­tar ge­platzt.

Bei ih­rer Fi­nal­pre­mie­re zeig­ten die Skan­di­na­vi­er, die am Frei­tag Kroa­ti­en in der Ver­län­ge­rung mit 28:25 nie­der­ge­run­gen hat­ten, auch vor den gro­ßen Na­men der Fran­zo­sen kei­nen Re­spekt. Der Au­ßen­sei­ter agier­te kom­pakt in der De­ckung und wie­sel­flink im An­griff. Da­mit stell­te das Team von Trai­ner Chris­ti­an Ber­ge den Fa­vo­ri­ten vor ei­ni­ge Pro­ble­me.

Nach ei­ner aus­ge­gli­che­nen Start­pha­se über­nahm Nor­we­gen das Kom­man­do und lag beim 10:7 in der 15. Mi­nu­te erst­mals mit drei To­ren vor­ne. Trotz der laut­star­ken Un­ter­stüt­zung von den voll be­setz­ten Rän­gen be­kam der Gast­ge­ber die Par­tie lan­ge nicht in den Griff. Doch der Ti­tel­ver­tei­di­ger kämpf­te und ging ei­ne Se­kun­de vor der Pau­sen­si­re­ne in Füh­rung.

Nach dem Wech­sel dreh­te der Re­kord-Welt­meis­ter auf und zog schnell auf 23:18 da­von. Die Nor­we­ger zeig­ten nun im Ab­schluss Ner­ven und hat­ten es ein­zig ih­rem er­neut gut auf­ge­leg­ten Tor­wart Torb­jorn Ber­ge­rud zu ver­dan­ken, dass der Rück­stand nicht noch mehr an­wuchs. For­dern konn­ten die wa­cke­ren Wi­kin­ger die „Equi­pe tri­co­lo­re“aber nicht mehr. Schon zehn Mi­nu­ten vor Schluss star­te­ten die Fans beim Stand von 29:23 die Gold-Par­ty.

Am Sams­tag hat­te Slo­we­ni­en nach ei­ner bra­vou­rö­sen Auf­hol­jagd die ers­te WM-Me­dail­le be­ju­belt. Der EM-Zwei­te von 2004 mach­te da­bei ei­nen Sie­ben-To­re-Rück­stand wett. „So fühlt es sich an, wenn ein Traum wahr wird. Dass ei­ne Me­dail­le um mei­nen Hals hängt, ist un­glaub­lich“, sag­te Ju­re Do­len­ec. „Das ist ein spe­zi­el­ler Tag für den slo­we­ni­schen Handball.“

Der Welt­meis­ter fei­ert den Ti­tel­ge­winn. Fo­to: AFP

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