Die Per­spek­ti­ve soll grün sein

Städ­ti­sche Grün­flä­chen wach­sen und da­mit die Auf­ga­ben des Ser­vice­be­triebs

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück -

Die Stadt wächst und mit ihr die zu pfle­gen­de Grün­flä­che. Von 457 Hekt­ar im Jahr 2005 ist die vom Os­na­brü­cker Ser­vice­be­trieb (OSB) zu un­ter­hal­ten­de Grün­flä­che auf 625 Hekt­ar im Jahr 2016 an­ge­stie­gen. Um Herr der La­ge zu blei­ben, hat der OSB jetzt die „Per­spek­ti­ve Grün 2020“ent­wi­ckelt.

Von Diet­mar Krö­ger

OS­NA­BRÜCK. OSB-Chef Axel Raue hat das Kon­zept, das dem Ei­gen­be­trieb auf dem Weg in die Zu­kunft hel­fen soll, jetzt dem Be­triebs­aus­schuss vor­ge­stellt. Er mach­te deut­lich, dass der Flä­chen­zu­wachs auch in den kom­men­den Jah­ren an­hal­ten wird. Wis­sen­schafts­park (2,4 Hekt­ar), Land­wehr­ka­ser­ne (9,5 Hekt­ar), Ka­ser­ne am Lim­berg (15 Hekt­ar) so­wie di­ver­se Bau­ge­bie­te wie zum Bei­spiel in der Gart­la­ge wer­den noch hin­zu­kom­men. Ins­ge­samt rech­net er mit mehr Grün­flä­che in der Grö­ßen­ord­nung von 280 Fuß­ball­fel­dern. Das ent­spricht et­wa 200 Hekt­ar.

„Die­se Flä­chen­zu­wäch­se be­ein­flus­sen den Stan­dard der Be­stands­flä­chen“, zeig­te Raue dem Aus­schuss die Kon­se­quen­zen aus dem ei­ner­seits er­freu­li­chen, an­de­rer­seits aber auch neue Her­aus­for­de­run­gen ber­gen­den städ­ti­schen Wachs­tum auf. Kern­fra­ge ist dem­nach, wie der OSB die Auf­ga­ben in den kom­men­den Jah­ren fach­ge­recht und mit ei­nem von Po­li­tik und Bür­gern ak­zep­tier­ten Pfle­ge­stan­dard be­wäl­ti­gen kann, oh­ne sei­ne Mit­ar­bei­ter zu über­for­dern. Mög­lich­kei­ten der Ef­fi­zi­enz­stei­ge­rung Ver­wil­der­te Grün­flä­chen wie hier im ver­gan­ge­nen Som­mer in der Sied­lung am Schüt­zen­hof im Schin­kel sind be­red­tes Zei­chen für die ste­tig stei­gen­de Ar­beits­be­las­tung bei der Grün­flä­chen­pfle­ge durch den OSB.

wur­den in den ver­gan­ge­nen Jah­ren schon wei­test­ge­hend aus­ge­schöpft. Was bleibt, ist ein Um­den­ken, das Raue in sei­nem Vor­trag skiz­zier­te. „Der Bür­ger, die Wirt­schaft, die In­ter­es­sen­ver­tre­tun­gen wol­len mit­re­den, ein­ge­bun­den wer­den, ernst ge­nom­men wer­den“, so Raue. Par­ti­zi­pa­ti­on ist dem­nach das vi­sio­nä­re Stichwort für die Grün­flä­chen­pfle­ge der Zu­kunft. Der OSB-Chef ist über­zeugt, dass die Men­schen be­reit sind mit­zu­tun, wenn sie nur rich­tig ein­ge­bun­den wer­den in Pla­nung und Ent­wick­lung. Er will un­ter Fe­der­füh­rung

des OSB „Wirt­schaft und Bür­ger im Quar­tier zu­sam­men­brin­gen“. Der Frei­raum soll laut Raue Aus­gangs­punkt für die Stadtplanung wer­den. In der prak­ti­schen Ar­beit be­deu­tet die­ser An­satz un­ter an­de­rem, dass nicht nur die Bür­ger in die Pla­nun­gen ein­be­zo­gen wer­den, son­dern auch, dass Flä­chen pfle­ge­ex­ten­siv ge­stal­tet wer­den, die Funk­tio­nen von Flä­chen ge­prüft wer­den und dass die Mit­ar­bei­ter stär­ker in die Ent­wick­lung ein­ge­bun­den wer­den.

Ei­nen Pi­lot­ver­such des Pro­jekts Per­spek­ti­ve Grün

2020 will der OSB in Evers­burg star­ten. Ein­ge­bun­den in das Pro­jekt ist auch der Fach­be­reich Um­welt und Klimaschutz. Raue und sei­ne Mit­ar­bei­ter ha­ben För­der­mit­tel des Bun­des be­an­tragt. Der Bund ha­be die De­fi­zi­te der Stadtplanung er­kannt, sag­te Raue. Er hofft auf 150 000 Eu­ro aus Ber­lin für sein Pro­jekt.

För­der­mit­tel al­lei­ne aber wer­den wohl nicht aus­rei­chen. Der Ser­vice­be­trieb wün­sche sich ei­ne gu­te Per­spek­ti­ve, warb Raue vor dem Aus­schuss für sei­ne Trup­pe. Die Mit­tel müss­ten ana­log zum Flä­chen­zu­wachs auf Ba­sis

von Le­bens­zy­klus­kos­ten stei­gen.

Soll hei­ßen, die Gestal­tung von Grün­flä­chen wird zu­künf­tig nicht nur die Kos­ten der An­la­ge, son­dern auch je­ne der Un­ter­hal­tung und ge­ge­be­nen­falls so­gar des Rück­baus be­inhal­ten, wo­bei der OSB be­strebt ist, die Le­bens­zy­klus­kos­ten auch durch die Um­set­zung der Per­spek­ti­ve Grün 2020 so ge­ring wie mög­lich zu hal­ten.

Fo­to: Micha­el Grün­del

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