Re­spekt

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück - Bis­mor­gen E-Mail: till@noz.de

Beim Blät­tern durch die Zei­tung ist Till ei­ne in­ter­es­san­te Wort­wahl ins Au­ge ge­fal­len. In ei­nem Bei­trag hieß es, dass ein Mann „ver­stor­ben“sei. War­um ei­gent­lich, frag­te sich Till, dif­fe­ren­zie­ren wir zwi­schen „ge­stor­ben“und „ver­stor­ben“? Er fand her­aus, dass ne­ben gram­ma­ti­ka­li­schen auch sti­lis­ti­sche Un­ter­schie­de exis­tie­ren. Wäh­rend die Ge­gen­warts­form des Verbs „ver­ster­ben“heut­zu­ta­ge nur noch sel­ten ge­braucht wird, fin­det das Wort „ster­ben“bei ei­ner kon­kre­ten To­des­ur­sa­che An­wen­dung. Gleich­zei­tig gilt der Be­griff „ver­ster­ben“als ge­ho­ben und wür­de­voll. Wer zum Bei­spiel mit den An­ge­hö­ri­gen ei­nes Ver­stor­be­nen (!) über des­sen Tod spricht, soll­te sei­ne Wor­te mit Be­dacht wäh­len – und eben „ver­stor­ben“sa­gen. Das mag in den Oh­ren jün­ge­rer Men­schen et­was be­tu­lich klin­gen, wird von vie­len aber auch heu­te noch als Aus­druck von Re­spekt ver­stan­den.

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