Ein Na­me mit Be­zug auf den Wohn­sitz

Die Na­men Knuf und Knuff­mann fin­den sich vor al­lem in West­fa­len

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück -

Von Win­fried Breid­bach

Un­se­re Leser Ma­ria Knuf aus Volt­la­ge und Marc Knuff­mann aus Os­na­brück in­ter­es­sie­ren sich für den Ur­sprung ih­res je­wei­li­gen Fa­mi­li­en­na­mens.

Die et­wa 560 Trä­ger des Nach­na­mens Knuf sind weit über­wie­gend im west­fä­li­schen Sprach­ge­biet an­säs­sig, wo­bei sich im Ge­biet des Land­krei­ses Bor­ken ein sehr star­kes Nest ab­zeich­net. Der ähn­li­che Na­me Knuff weist et­wa halb so vie­le Na­mens­trä­ger auf. Knuff ist wei­ter ge­streut als Knuf und fin­det sich au­ßer in Nord­rhein-West­fa­len auch in Bay­ern und Ba­den-Würt­tem­berg.

Im hoch­deut­schen Ge­biet hängt der Fa­mi­li­en­na­me Knuf(f ) wahr­schein­lich di­rekt mit dem Wort „Knuff“(Stoß, Schlag) zu­sam­men und be­zeich­ne­te wohl je­man­den, der schnell hand­greif­lich wur­de und „Knüf­fe“ver­teil­te.

Im nie­der­deut­schen Sprach­ge­biet und auch im Os­ten der Nie­der­lan­de er­gibt sich aus his­to­ri­schen Be­le­gen wie auch aus Stra­ßen­na­men, dass ein Lo­kal­na­me, wahr­schein­lich ein Fl­ur­na­me, zu­grun­de liegt. Ei­ni­ge Be­le­ge: 1454 „Reynt ten Knuve“(Ru­ur­lo/NL), 1494 „ten Knuve“(Vor­den/NL), 1577 bis 1609 „Jan ten Knue­ve = Jo­han ten Cnouve = Jo­han ten Knoeve = Jan te Knoeve“(Zut­phen/NL), 1654 „op den Knu­uf“, 1658 „upt Knuff“, 1669 „up den Knupff “(Bocholt). Stra­ßen­na­men: Auf dem Knuf, Knuf­stra­ße, Knü­ve, Am Knüwen, Auf den Knü­ven, Knü­fen.

Bei die­sen Da­ten wech­seln ein- und zwei­sil­bi­ge Wort­for­men. Dass den­noch je­weils das glei­che Wort vor­liegt, er­wei­sen Be­le­ge mit Per­so­nen­gleich­heit: So sind 1498/99 „Fre­de­rick Knuve“und „Jo­han Knuve“in Wa­ders­lohLies­born auch als „Fre­de­rick Knuff “und „Jo­han Knuff “be­zeugt.

Das im Fl­ur­na­men ent­hal­te­ne Wort scheint in mit­tel­nie­der­deut­schen Tex­ten nicht be­legt zu sein. In heu­ti­gen Mun­d­ar­ten er­scheint es als Knuf, Knu­uf, Knu­uw, Knouf, Knui­we (Mehr­zahl: Knüwe, Knüüwen, Knü­ven). Als Be­deu­tun­gen wer­den an­ge­ge­ben „Kn­auf; End­stück des Bro­tes; di­ckes Ra­sen­stück, Tor­fra­sen; Bo­den­hö­cker, Bo­den­u­n­eben­heit; gro­ßer Maul­wurfs­und Amei­sen­hau­fen; Ver­di­ckung (des Bau­mes); Baum­stumpf “.

Meh­re­re die­ser Be­deu­tun­gen kön­nen dem Fl­ur­na­men Knuf(f ), Knu­uf, Knuve zu­grun­de lie­gen. Von je­der sol­cher Stel­len konn­te ein Wohn­stät­ten­na­me aus­ge­hen, ur­sprüng­lich drei­glied­rig „an/bei/auf/ zu dem Knuf(f )“, spä­ter zu ein­fa­chem Knuf(f ) ver­kürzt.

Die Na­men Knuff­mann (110 Per­so­nen) und Knuf­mann (200 Per­so­nen) sind wie der Na­me Knuf in West­fa­len kon­zen­triert. Auch bei ih­nen und beim nie­der­län­di­schen Na­men Knuf­man han­delt es sich um Wohn­stät­ten­na­men, be­zo­gen auf den Wohn­sitz am Knuf(f). In Ries­te gab es ei­ne Hof­stät­te Knuff­mann (1679 „An­na Mar­ga­re­tha Knuff­mann“), äl­ter auch „Knuvmann“ge­schrie­ben.

Im In­ter­net fin­den Sie die Fa­mi­li­en­na­men, die Win­fried Breid­bach schon im Auf­trag un­se­rer Zei­tung un­ter­sucht hat. Un­ter www.noz.de/ na­men kön­nen sie auf­ge­ru­fen wer­den. Wei­te­re Na­mens­vor­schlä­ge bit­te an na­mens­for­scher@ noz.de sen­den.

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