Rat an die Alt-Lot­ter Land­frau­en: „Le­be heu­te“

Jah­res­ver­samm­lung in Haus Heh­werth

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Westfälische Tagespost -

„Ver­schie­be dein Le­ben nicht auf mor­gen – le­be heu­te“, lau­te­te der Ti­tel des Vor­trags von Ma­ri­ta Lam­mers beim Jah­res­tref­fen des Land­frau­en­ver­ban­des Lot­te in Haus Heh­werth.

Die Land­frau­en­vor­sit­zen­de Il­se Lan­ge er­in­ner­te ein­gangs dar­an, dass ein selt­sa­mes Jahr hin­ter al­len lie­ge: „Die Welt scheint aus den Fu­gen zu sein.“Da sei es sinn­voll, sich auf sich selbst zu be­sin­nen. „Las­sen wir uns nicht weg­spü­len vom to­sen­den blin­ken­den Rund­her­um“, ap­pel­lier­te sie an die gro­ße Run­de.

Bie­nen­flei­ßig hat­ten zahl­rei­che Mit­glie­der die Ti­sche erst ge­rückt und an­schlie­ßend lie­be­voll ge­deckt. Die­sen und al­len Un­ter­stüt­zern in vie­len Be­rei­chen dank­te Il­se Lan­ge herz­lich und schloss auch das en­ga­gier­te Vor­stands­team ein.

Re­na­te Kö­nig teil­te beim Kas­sen­be­richt mit, dass die Land­frau­en ein Mi­nus er­wirt­schaf­tet hat­ten, das aber lo­cker von den Rück­la­gen aus­ge­gli­chen wur­de.

Den ter­min­ge­spick­ten Jah­res­rück­blick mit Ak­tio­nen, Rei­sen und Ko­chen im Ban­sen trug Schrift­füh­re­rin Sa­bi­ne Te­cke­mey­er vor und ver­gaß auch die re­gel­mä­ßi­gen Tref­fen von hand­wer­keln­den Land­frau­en in der Spin­nund Webstu­be so­wie die Weiß­sti­cke­rin­nen nicht.

Nach aus­gie­bi­gem Kaf­fee­trin­ken und in­ten­si­vem Plau­dern wa­ren al­le ganz Ohr für Ma­ri­ta Lam­mers, die bei der Ib­ben­bü­re­ner Fa­mi­li­en­bil­dungs­stät­te ar­bei­tet. „Ver­schie­ben Sie Ihr Le­ben auch manch­mal auf mor­gen?“, frag­te sie in die Run­de. „Wir ha­ben da­zu keine Zeit mehr“, kam es ver­gnügt zu­rück; ein Zei­chen, dass sich ge­ra­de äl­te­re Mit­glie­der sehr wohl Ge­dan­ken ma­chen und be­wusst le­ben.

„Wir sind häu­fig nicht be­wusst beim Ge­sprächs­part­ner“, sag­te die Re­fe­ren­tin. Grund: Ge­dank­lich sind wir dann schon bei ei­ner oder meh­re­ren an­de­ren Auf­ga­ben, die wir er­le­di­gen möch­ten. „Den­ken Sie dann be­wusst dran: Wir le­ben im Hier und Jetzt und soll­ten das be­wusst wahr­neh­men“, riet Ma­ri­ta Lam­mers.

War­um nicht heu­te mal was tun, wo­zu es mor­gen viel­leicht zu spät sein kann? Zum Bei­spiel aus­ge­las­sen et­was Ver­rück­tes (aus Sicht des Um­fel­des) tun, et­was un­ter­neh­men, wo­nach ei­nem ei­gent­lich ist. Wer stark ein­ge­bun­den ist, soll ver­su­chen, sich re­gel­mä­ßig ei­ne Aus­zeit zu neh­men und ganz be­wusst et­was für sich zu tun. Ei­ne hal­be St­un­de kann schon hel­fen.

„Hin­der­lich, um im Hier und Jetzt zu le­ben, sind häu­fig

An­sprü­che an sich selbst oder Angst vor dem Un­be­kann­ten so­wie Selbst­zwei­fel, was ich scha­de fin­de. Denn je­der ist wich­tig“, be­ton­te der Gast. Ihr Tipp: Je kür­zer die Le­bens­er­war­tung ist, um­so be­wuss­ter sol­le man ei­ge­ne Wün­sche um­set­zen und das tun, wo­nach ei­nem zu­mu­te ist.

„Sa­gen Sie doch mal an­de­ren, wie wich­tig die Ih­nen sind“, ap­pel­lier­te Ma­ri­ta Lam­mers dar­an, Drit­ten ge­gen­über Wert­schät­zung zu äu­ßern. Das tut die­sen ge­nau­so gut wie ei­nem selbst. Glei­ches gel­te für ein herz­li­ches „Dan­ke­schön“.

„Dank­bar­keit ist wie Brau­se­pul­ver. Das Le­ben be­kommt Far­be und be­ginnt zu spru­deln. Das ist das, was ei­nem Le­ben Glanz gibt, was das Le­ben aus­macht. Das Al­ler­wich­tigs­te ist Zuf­rie­den­heit. Sie steht noch über Ge­sund­heit und Geld“, er­klär­te die Re­fe­ren­tin. Sie ver­schenk­te an al­le ein sym­bo­li­sches Tüt­chen Brau­se­pul­ver und riet ver­schie­dent­lich, be­wuss­ter durch den Tag zu ge­hen und sich auch an klei­nen All­tags­din­gen zu er­freu­en wie den ers­ten Früh­blü­hern.

„Je­der Tag ist wert­voll. Erst wenn et­was Ein­schnei­den­des ge­schieht, wird ei­nem das be­wusst“, be­ton­te Ma­ri­ta Lam­mers. Da­mit ihr Vor­trag im­mer bei den Zu­hö­rern prä­sent ist, ver­schenk­te sie an je­den Schmet­ter­lings­kar­ten fürs Porte­mon­naie mit den Wor­ten: „Je­der Tag ist ein Ge­schenk. Pack es aus und hab Freu­de dar­an.“

Fo­to: Ur­su­la Holt­grewe

„Ver­schie­be dein Le­ben nicht auf mor­gen – le­be heu­te“, ein Mot­to, das Ma­ri­ta Lam­mers (links) und Il­se Lan­ge so gut es geht um­set­zen.

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