Ex-Frau be­droht und ge­fähr­lich ver­letzt

Os­na­brü­cker zu zehn Mo­na­ten auf Be­wäh­rung ver­ur­teilt

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Westfälische Tagespost - Von Diet­lind El­le­rich

Zehn Mo­na­te zur Be­wäh­rung hieß es am En­de für den 31-Jäh­ri­gen aus Os­na­brück, der die An­kla­ge­vor­wür­fe, er ha­be sei­ne Ex-Frau mit dem Tod be­droht und sie mit ei­nem Mes­ser so­wie ei­nem Gür­tel miss­han­delt, be­strit­ten hat­te. Der Rich­ter am Amts­ge­richt Teck­len­burg schenk­te der Ehe­frau Glau­ben, die wäh­rend des ers­ten Haupt­ver­hand­lungs­ter­mins zwei Wo­chen zu­vor als Zeu­gin aus­ge­sagt hat­te.

Die 24-Jäh­ri­ge stand acht Mo­na­te spä­ter noch sicht­lich un­ter dem Ein­druck des Ge­sche­hens, das sich im Mai des ver­gan­ge­nen Jah­res in ih­rer Woh­nung in Lot­te zu­ge­tra­gen hat­te. De­tail­liert schil­der­te sie, wie ihr NochEhe­mann ihr zu­nächst in der Kü­che ein Mes­ser an den Hals ge­hal­ten und sie da­nach im Wohn­zim­mer mit ei­nem Gür­tel leicht ge­würgt hat­te. Zwar trug die Frau keine schwe­ren kör­per­li­chen Ver­let­zun­gen da­von, aber sie lei­det noch heu­te un­ter Schlafstörungen.

Trau­ma­ti­siert

„Wenn ich nachts wach wer­de, se­he ich im­mer noch den Hass in sei­nen Au­gen“, be­schrieb sie, was der 31-Jäh­ri­ge ihr „wie im Rausch“an­ge­tan ha­be.

Licht­bil­der, die von der Kli­nik, in der sich die Frau nach der Tat hat­te be­han­deln las­sen, an­ge­for­dert wor­den wa­ren, pass­ten zu den An­kla­ge­vor­wür­fen, wa­ren sich die Staats­an­walt­schaft und das Ge­richt am Frei­tag wäh­rend der Fort­set­zung der Ver­hand­lung si­cher.

Der An­ge­klag­te selbst hat­te be­haup­tet, sei­ne Noch-Ehe­frau ha­be ihn mit ei­nem Staub­sau­ger­rohr an­ge­grif­fen, als er den ge­mein­sa­men fünf­jäh­ri­gen Sohn be­su­chen woll­te. Selbst der Ver­tei­di­ger fand aber die Zeu­gen­aus­sa­ge der Ge­schä­dig­ten über­zeu­gend, for­der­te je­doch ei­ne mil­de Frei­heits­stra­fe für sei­nen ein­schlä­gig vor­be­straf­ten Man­dan­ten, weil es sich le­dig­lich um ei­ne ver­such­te, nicht um ei­ne voll­ende­te ge­fähr­li­che Kör­per­ver­let­zung han­de­le. Zu­dem ha­be sich der Mann we­gen der Tren­nung der Ehe­leu­te in ei­ner be­son­de­ren Si­tua­ti­on be­fun­den, ha­be frei­wil­lig von der Frau ab­ge­las­sen, die Woh­nung ver­las­sen und sich spä­ter per Kurz­nach­richt für sein Ver­hal­ten ent­schul­digt.

Das Ge­richt teil­te die­se Mei­nung nicht und ver­ur­teil­te den Mann we­gen Be­dro­hung in zwei Fäl­len, da­von in ei­nem Fall in Tatein­heit mit ge­fähr­li­cher Kör­per­ver­let­zung zu ei­ner Be­wäh­rungs­stra­fe von zehn Mo­na­ten und blieb da­mit um ei­nen Mo­nat un­ter dem An­trag der Staats­an­walt­schaft.

Die Be­wäh­rungs­dau­er be­trägt vier Jah­re. Zu­dem muss der Os­na­brü­cker 150 ge­mein­nüt­zi­ge St­un­den ab­leis­ten. Das Ge­sche­hen im Mai 2016 hat­te sich nur vier Mo­na­te nach Ablauf sei­ner letz­ten Be­wäh­rungs­zeit er­eig­net.

Der Mann war 2013 be­reits we­gen ge­fähr­li­cher Kör­per­ver­let­zung in zwei Fäl­len zu ei­ner sie­ben­mo­na­ti­gen Be­wäh­rungs­stra­fe ver­ur­teilt wor­den.

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