„Os­na­brü­cker Kü­he mit höchs­ter Milch­leis­tung in Deutschland“

150 Hol­stein-Rin­der bei den Schwarz­bunt­ta­gen in der Halle Gart­la­ge

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrücker Land -

Tie­risch rund mit Schwarz­bunt ging es am Frei­tag und Sams­tag in der Halle Gart­la­ge in Os­na­brück. 150 Hol­stein-Rin­der wur­den im Rah­men der Hol­stein­schau, Nach­zucht­grup­pen-Prä­sen­ta­ti­on und TopGe­ne­tik-Auk­ti­on bei den 41. In­ter­na­tio­na­len Schwarz­bunt-Ta­gen der Os­na­brü­cker Herd­buch Ge­nos­sen­schaft (OHG) ge­zeigt.

Per­fekt her­ge­rich­tet und am Half­ter ge­führt, schrit­ten schwarz-weiß ge­fleck­te („Hol­stein schwarz­bunt“) und braun-weiß ge­scheck­te Kü­he („Red Hol­stein“) durch den Wer­tungs­ring. Mit Ar­gus­au­gen schau­ten Züch­ter aus al­ler Welt so­wie der un­ga­ri­sche Preis­rich­ter Mi­ha­ly Ba­logh auf die ge­wa­sche­nen und frisch ge­scho­re­nen Rin­der­kör­per. „Bei der Hol­stein­Schau be­wer­tet der Preis­rich­ter sub­jek­tiv nach sei­nen Vor­stel­lun­gen“, er­klär­te Dr. Andre­as Kand­zi, zu­stän­dig für Zucht­bul­len-Sper­ma­ver­mark­tung bei der OHG.

„Ge­ne­rell gel­ten für die Milch­viehras­se Hol­stein Kri­te­ri­en, die für Ge­sund­heit, Pro­duk­ti­vi­tät und Lang­le­big­keit der Kuh spre­chen.“Kand­zi nennt Bei­spie­le an­hand ei­nes ge­ra­de vor­bei­lau­fen­den Tie­res: Ein stark be­a­der­tes Eu­ter deu­te auf gu­te Durch­blu­tung und da­durch ho­he Milch­leis­tung. Ath­le­ti­sche Bei­ne zei­gen, dass sie Kuh gut zu Fuß ist, so­mit lan­ge gra­sen kann, was sich eben­falls po­si­tiv auf die Milch­leis­tung aus­wirkt.

Wer­de bei der Zucht auf der­ar­ti­ge Kri­te­ri­en ge­ach­tet und wür­den ho­he An­sprü­che an die Hal­tungs­be­din­gun­gen ge­stellt, er­lang­ten die Hol­stein-Hal­ter am En­de das bes­te Milch­er­geb­nis. In der Re­gi­on Os­na­brück scheint das gut zu funk­tio­nie­ren: „Os­na­brü­cker Kü­he ha­ben die höchs­te Milch­leis­tung in Deutschland. Sie pro­du­zie­ren 9950 Li­ter Milch pro Jahr“, be­rich­tet Dr. Andre­as Kand­zi.

Um zu ent­schei­den, mit wel­chen Bul­len sie züch­ten soll­ten, wel­cher von ih­nen viel­ver­spre­chen­de An­la­gen ver­erbt, be­gut­ach­te­ten In­ter­es­sen­ten bei den Schwarz­bunt-Ta­gen vier Nach­zucht­grup­pen. Die­se Grup­pen zei­gen Nach­kom­men der ge­frag­ten Zucht­bul­len Boss, Boom, Le­xus und Ma­trix. Sper­m­apor­tio­nen sol­cher Bul­len wer­den für je­weils 15 bis 25 Eu­ro ver­kauft. „Zur Be­f­ruch­tung ei­ner Kuh be­nö­tigt man durch­schnitt­lich 1,8 Por­tio­nen Sper­ma“, weiß Kand­zi.

Aber nicht nur Ex­per­ten und Züch­ter, auch vie­le Be­su­cher schlen­der­ten am Sams­tag ent­lang der ge­scheck­ten Rin­der und nah­men auf der Tri­bü­ne Platz, um die Be­wer­tun­gen zu ver­fol­gen. Manch ei­ner frag­te sich, ob so ei­ne Aus­stel­lung Stress bei den Tie­ren ver­ur­sa­che. Laut den Rin­der-Hal­tern ist das von Kuh zu Kuh un­ter­schied­lich. Für die ei­ne sei es wie Ur­laub, für die an­de­re ein an­stren­gen­des Aben­teu­er.

Beim An­kom­men in der Halle wer­den al­le Tie­re zu­nächst ge­wa­schen, spä­ter dann ge­scho­ren. „Da­bei ent­span­nen vie­le Kü­he“, weiß Leo­nie Wie­ver. Sie ist mit dem vier Mo­na­te jun­gen Kälb­chen Do­na­tel­la aus dem Müns­ter­land an­ge­reist. Heu mamp­fend, liegt Do­na­tel­la ru­hig zwi­schen an­de­ren Kälb­chen auf ei­ner wei­chen Sä­ge­spä­ne­schicht. „Na­tür­lich ha­ben wir uns auf den heu­ti­gen Tag vor­be­rei­tet, ha­ben im Vor­feld das Lau­fen am Half­ter ge­übt“, be­rich­tet Leo­nie Wie­wer. Kalb Do­na­tel­la stand nach­mit­tags ge­nau wie 30 wei­te­re Jung­tie­re bei der Top-Ge­ne­tik-Auk­ti­on zum Ver­kauf.

Fo­tos: Ca­ro­lin Hla­watsch

Bei der Hol­stein­schau wur­den die Rin­der, ein­ge­teilt nach Al­ters­klas­se, durch den Wer­tungs­ring ge­führt.

Ein Kalb wird her­aus­ge­putzt: Mai­ra und Mar­tin mit Kälb­chen Lil­li.

Sper­m­apor­tio­nen be­gehr­ter Zucht­bul­len im An­ge­bot.

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