Preis­schock am Ge­mü­se­re­gal

Ern­te­aus­fäl­le in Spa­ni­en und Ita­li­en ver­teu­ern Pa­pri­ka, Zuc­chi­ni und Sa­lat

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Vorderseite - Von Kars­ten Frei

Wer sich ge­sund er­näh­ren will, muss der­zeit tief in die Ta­sche grei­fen: Weil Stür­me und Käl­te zu Ern­te­ein­bu­ßen in Spa­ni­en und Ita­li­en ge­führt ha­ben, sind die Prei­se für Ge­mü­se zum Teil dras­tisch ge­stie­gen. Ei­ne Ent­span­nung ist nicht in Sicht.

OS­NA­BRÜCK. Auf den Käl­te­schock im Sü­den folgt der Preis­schock in Mit­tel­eu­ro­pa: 7,99 Eu­ro für das Ki­lo­gramm Au­ber­gi­nen oder Zuc­chi­ni, 5,99 Eu­ro sind es bei Pa­pri­ka und der Kopf Eis­berg­sa­lat schlägt mit 1,99 Eu­ro zu Bu­che. Nach An­ga­ben der Bon­ner Agrar­markt In­for­ma­ti­ons-Ge­sell­schaft (AMI) zah­len Ver­brau­cher der­zeit 30 Pro­zent mehr als im Vor­jahr für Frucht- und Kohl­ge­mü­se, 37 Pro­zent mehr sind es für Sa­lat. Im Durch­schnitt hät­ten die Ge­mü­se­prei­se in den ers­ten drei Ja­nu­ar­wo­chen um 24 Pro­zent zu­ge­legt.

Grund sind mas­si­ve Ern­te­aus­fäl­le in Spa­ni­en und Ita­li­en. „Un­wet­ter ha­ben in Spa­ni­en be­reits An­fang De­zem­ber zu Ern­te­schä­den ge­führt, der Käl­te­ein­bruch im Ja­nu­ar hat die Si­tua­ti­on noch ver­schärft“, sagt AMI-Ex­per­tin Bir­git Rog­ge. Und so schnell wer­de sich an der Si­tua­ti­on nichts än­dern. „Was jetzt fehlt, wächst nicht so schnell nach.“

Schwan­kun­gen bei der Ern­te und da­mit beim Preis ge­hö­ren zwar zum Ein­zel­han­dels­ge­schäft, sagt Mecht­hild Möl­len­kamp, Prä­si­den­tin des Han­dels- und Di­enst­leis­tungs­ver­bands Os­na­brückEms­land, doch die­ses Jahr sei es „schon sehr ex­trem“. Sie be­treibt meh­re­re Ede­ka-Märk­te in Os­na­brück. „Wir müs­sen auf­pas­sen, dass wir nicht zu

viel be­stel­len: Zuc­chi­ni für acht Eu­ro das Ki­lo, das kauft doch kei­ner.“Sie rät preis­be­wuss­ten Kun­den, Tief­kühlGe­mü­se als Al­ter­na­ti­ve ins Au­ge zu fas­sen, bis sich die Si­tua­ti­on ent­spannt ha­be – et­wa, wenn die Ern­te aus den Nie­der­lan­den be­reit­ste­he.

Andre­as Brüg­ger, Ge­schäfts­füh­rer des Deut­schen Frucht­han­dels­ver­bands,

sieht in der Ge­mü­seHoch­preis­pha­se auch ei­ne Chan­ce: „In kaum ei­nem an­de­ren Land ge­ben Ver­brau­cher so we­nig für Le­bens­mit­tel aus wie in Deutsch­land, näm­lich rund zehn Pro­zent. Viel­leicht soll­ten wir die ak­tu­el­le Markt­si­tua­ti­on zum An­lass neh­men, noch ein­mal be­wusst über den Wert ei­ner ge­si­cher­ten Nah­rungs­mit­tel­ver­sor­gung

nach­zu­den­ken.“

Teu­rer ist nicht nur Ge­mü­se: Auch ins­ge­samt zie­hen die Ver­brau­cher­prei­se an. Mit 1,9 Pro­zent er­reich­te die In­fla­ti­ons­ra­te im Ja­nu­ar den höchs­ten Wert seit Ju­li 2013. Sei­te 7

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Knapp und teu­er: Für Ge­mü­se aus Spa­ni­en und Ita­li­en müs­sen Kun­den der­zeit tief in die Ta­sche grei­fen. Foto: Jörn Mar­tens

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