Ent­set­zen über Blut­bad in ka­na­di­scher Mo­schee

An­grei­fer er­schießt sechs Men­schen in Qu­e­bec – Meh­re­re Schwer­ver­letz­te – Tru­deau: Ter­ror­an­schlag auf Mus­li­me

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Vorderseite -

Ein be­waff­ne­ter An­griff auf ei­ne Mo­schee im ka­na­di­schen Qu­e­bec mit sechs To­ten hat welt­weit für Ent­set­zen ge­sorgt. Ka­na­das Pre­mier­mi­nis­ter Jus­tin Tru­deau sprach am Mon­tag von ei­nem „Ter­ror­an­schlag auf Mus­li­me“. Die Re­gie­run­gen in Berlin und Paris ver­ur­teil­ten den „ver­ach­tens­wer­ten“An­schlag, auch die mus­li­mi­sche Welt zeig­te sich er­schüt­tert. Es gab zwei Fest­nah­men, ei­ner der Män­ner wur­de als Ver­däch­ti­ger ein­ge­stuft.

Wie Au­gen­zeu­gen be­rich­te­ten, wur­de das Kul­tur­zen­trum am Sonn­tag zum En­de des Abend­ge­bets an­ge­grif­fen. Et­wa 50 Men­schen hiel­ten sich zu die­sem Zeit­punkt in der Ein­rich­tung auf. Sechs Men­schen wur­den ge­tö­tet und acht ver­letzt.

Die Po­li­zei traf we­ni­ge Mi­nu­ten nach den ers­ten No­t­ru­fen am Tat­ort ein und nahm ei­nen Mann fest. Ein zwei­ter Mann rief nach neu­en An­ga­ben der Be­hör­den we­nig spä­ter selbst bei der Po­li­zei an und stell­te sich. Spä­ter hieß es, nur ei­ner der bei­den Fest­ge­nom­me­nen wer­de „als Ver­däch­ti­ger“be­han­delt, der zwei­te wer­de „als Zeu­ge“ein­ge­stuft. Zu den Mo­ti­ven des At­ten­tats wur­de zu­nächst aber nichts be­kannt. Auch An­ga­ben zur Iden­ti­tät der Män­ner mach­ten die Be­hör­den zu­nächst nicht. Ört­li­che Me­di­en iden­ti­fi­zier­ten sie in­des als ei­nen Fran­ko-Ka­na­di­er und ei­nen Ka­na­di­er mit ma­rok­ka­ni­schen Wur­zeln.

Der Pre­mier­mi­nis­ter der fran­zö­sisch­spra­chi­gen Pro­vinz Qu­e­bec, Phil­ip­pe Couil­lard, be­ton­te nach dem An­schlag die So­li­da­ri­tät mit der mus­li­mi­schen Ge­mein­schaft. „Ihr seid will­kom­men bei uns. Wir al­le sind Qu­e­be­cer“, sag­te er.

Erst am Frei­tag hat­te Pre­mier Tru­deau den Wil­len Ka­na­das be­kräf­tigt, wei­ter­hin Flücht­lin­ge auf­zu­neh­men – un­ab­hän­gig von ih­rer Re­li­gi­ons­zu­ge­hö­rig­keit. Da­mit re­agier­te er auf den drei­mo­na­ti­gen Ein­rei­sestopp, den USPrä­si­dent Do­nald Trump für Bür­ger der sie­ben mus­li­mi­schen Staa­ten Irak, Iran, Li­by­en, So­ma­lia, Su­dan, Sy­ri­en und Je­men ver­fügt hat.

Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) nann­te die Atta­cke ei­ne „ver­ach­tens­wer­te Tat“. Das „grau­sa­me At­ten­tat auf be­ten­de Mus­li­me“ver­ur­teil­te auch Bun­des­au­ßen­mi­nis­ter Sig­mar Ga­b­ri­el (SPD).

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