VW ver­kauft mehr als To­yo­ta

Hö­he­re Stück­zahl – Mil­lio­nen­ab­fin­dung für Ex-Vor­stands­frau

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Vorderseite - Mehr auf noz.de/wirtschaft

Trotz des Ab­gas-Skan­dals hat sich der VW-Kon­zern den Spit­zen­platz als welt­größ­ter Au­to­bau­er ge­si­chert. Der bis­he­ri­ge Welt­markt­füh­rer To­yo­ta ver­kauf­te nach An­ga­ben vom Mon­tag 10,17 Mil­lio­nen Fahr­zeu­ge, VW 10,31 Mil­lio­nen.

Nun ist es of­fi­zi­ell: Der VW-Kon­zern hat 2016, ge­mes­sen am Ab­satz, sei­nen ja­pa­ni­schen Erz­ri­va­len To­yo­ta als welt­größ­ten Au­to­bau­er ab­ge­löst – trotz der Die­sel-Kri­se. Doch die Ja­pa­ner ge­ben sich ge­las­sen.

TO­KIO/WOLFS­BURG. Der Volks­wa­gen-Kon­zern ist im vo­ri­gen Jahr als größ­ter Au­to­bau­er der Welt an To­yo­ta vor­bei­ge­zo­gen. Nach am Mon­tag vor­ge­leg­ten Da­ten ver­kauf­te die To­yo­ta-Grup­pe, zu der auch der Klein­wa­genAn­bie­ter Dai­hatsu Mo­tor und der Nutz­fahr­zeug-Her­stel­ler Hi­no Mo­tors ge­hö­ren, 2016 ins­ge­samt 10,17 Mil­lio­nen Au­tos. Das ist ein knap­per An­stieg um 0,2 Pro­zent im Ver­gleich zum Vor­jahr.

Un­ter­des­sen hieß es, dass die VW-Ma­na­ge­rin Chris­ti­ne Hoh­mann-Denn­hardt nach ih­rem Aus­schei­den aus dem Vor­stand des Au­to­bau­ers ei­ne Mil­lio­nen­ab­fin­dung be­kommt. Wie „Spie­gel on­line“am Mon­tag mel­de­te, soll die 66-Jäh­ri­ge mehr als zwölf Mil­lio­nen Eu­ro von dem Kon­zern er­hal­ten. Das „Han­dels­blatt“, be­rich­te­te, VW zah­le der Ju­ris­tin ins­ge­samt rund 13 Mil­lio­nen Eu­ro. Ein VW-Spre­cher woll­te die Be­rich­te nicht kom­men­tie­ren.

To­yo­tas Erz­ri­va­le aus Wolfs­burg setz­te 10,31 Mil­lio­nen Fahr­zeu­ge ab – ein Plus von 3,8 Pro­zent ge­gen­über 2015. Es ist das ers­te Mal seit fünf Jah­ren, dass der ja­pa­ni­sche Bran­chen­pri­mus da­mit die Füh­rung als größ­ter Au­to­bau­er ab­ge­ben muss­te.

Die Ja­pa­ner spiel­ten die Be­deu­tung des ers­ten Plat­zes beim Ab­satz her­un­ter: „Wir bei To­yo­ta sind nicht dar­auf fo­kus­siert, nach Vo­lu­men zu ja­gen“, er­klär­te der Kon­zern. Ziel sei es viel­mehr, die Num­mer eins bei den Kun­den mit der tech­ni­schen Ent­wick­lung und Pro­duk­ti­on im­mer bes­se­rer Au­tos zu sein, hieß es.

Wäh­rend VW trotz des Ab­gas-Skan­dals zu­letzt ein Ab­satz­rück­gang er­spart blieb und vor al­lem der wich­tigs­te Markt Chi­na die Aus­lie­fe­run­gen im ver­gan­ge­nen Jahr wei­ter an­trieb, muss­ten die ja­pa­ni­schen Kon­kur­ren­ten in den USA und da­mit auf ei­nem ih­rer wich­tigs­ten Märk­te ei­nen leich­ten Rück­gang hin­neh­men.

Auch Volks­wa­gen ver­buch­te in den USA – dort war ja die Ab­gas-Af­fä­re im Sep­tem­ber 2015 be­kannt ge­wor­den – zwar ein Mi­nus von 2,6 Pro­zent. In der Volks­re­pu­blik Chi­na brach­te der Kon­zern je­doch knapp vier Mil­lio­nen Au­tos an die Kun­den, ein star­ker Zu­wachs von 12,2 Pro­zent.

Der­weil schickt sich To­yo­ta an, den welt­wei­ten Ab­satz in die­sem Jahr wei­ter zu stei­gern. 10,2 Mil­lio­nen Au­tos ha­ben sich die Ja­pa­ner als Ver­kaufs­ziel für 2017 vor­ge­nom­men. Da­mit wür­den sie im nun­mehr vier­ten Jahr in Fol­ge die Mar­ke von 10 Mil­lio­nen Stück über­tref­fen.

Die Pro­duk­ti­on der To­yo­ta-Grup­pe dürf­te im lau­fen­den Jahr auf ei­nen Re­kord von 10,36 Mil­lio­nen Fahr­zeu­gen stei­gen, wie der Kon­zern En­de ver­gan­ge­nen Jah­res mit­ge­teilt hat­te. Man rech­net un­ter an­de­rem da­mit, dass die Ver­käu­fe von Pick-ups auf dem US-Markt so­wie von Hy­bridau­tos in Eu­ro­pa so­li­de blei­ben. Im ver­gan­ge­nen Jahr hat­te To­yo­ta welt­weit 10,2 Mil­lio­nen Fahr­zeu­ge vom Band rol­len las­sen, ein Plus von 1,3 Pro­zent.

Der welt­wei­te Au­to­markt und sei­ne Ent­wick­lung:

Trotz des Die­sel-Skan­dals glänzt das VW-Lo­go stär­ker als der To­yo­ta-Schrift­zug (im Hin­ter­grund). Foto: dpa

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