Wett­streit um die deut­schen Küs­ten

Tou­ris­mus­ver­band will nie­der­säch­si­sche Nord­see at­trak­ti­ver ma­chen

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Nordwest -

Nie­der­sach­sens Nord­see­re­gi­on soll für Ur­lau­ber at­trak­ti­ver wer­den, sind sich Tou­ris­ti­ker nach ei­ner Ta­gung des Tou­ris­mus­ver­ban­des Nord­see ei­nig. In Sa­chen Strand­ur­laub muss sich Nie­der­sach­sen ge­gen Meck­len­burg-Vor­pom­mern und Schles­wig-Hol­stein be­haup­ten.

Von Da­vid Haus­feld und Frank Jung

WANGERLAND. Die tou­ris­ti­sche Ba­de­hoch­burg in Deutsch­land ist Schles­wi­gHol­stein. Auf kein an­de­res Bun­des­land ent­fal­len so vie­le Ur­lau­be, für die Fau­len­zen am Strand und Ein­tau­chen ins küh­le Nass der Haupt­an­trieb sind. 49 Pro­zent da­von ge­hen in das nörd­lichs­te Bun­des­land. Der Zweit­plat­zier­te Meck­len­burg-Vor­pom­mern fährt da­von 46 Pro­zent ein, Nie­der­sach­sen 34 Pro­zent. Die Da­ten ent­stam­men dem „Tou­ris­mus­at­las Deutsch­land“. 19 Ex­per­ten vom In­sti­tut für Ma­nage­ment und Tou­ris­mus der Fach­hoch­schu­le West­küs­te in Hei­de wid­men sich in dem Werk auf 160 Sei­ten der gan­zen Band­brei­te der Ur­laubs­bran­che.

Bei den Sym­pa­thie­wer­ten deut­scher Rei­se­zie­le liegt die Nord­see auf Platz eins, die Ost­see auf Platz zwei. Das be­deu­tet, dass 84 Pro­zent der Bun­des­bür­ger ei­ne po­si­ti­ve Grund­ein­stel­lung zur Nord­und 81 Pro­zent zur Ost­see ha­ben, wenn sie an Fe­ri­en­ge­bie­te den­ken.

Ver­tre­ter von Kom­mu­nen ha­ben jetzt auf Ein­la­dung des Tou­ris­mus­ver­ban­des Nord­see über ei­ne lang­fris­ti­ge Stra­te­gie be­ra­ten, die un­ter dem Mot­to „Tou­ris­mus 2030 an der nie­der­säch­si­schen Nord­see“ent­wi­ckelt wer­den soll. „Wir ha­ben ein Re­kord­jahr nach dem an­de­ren, und wir ste­hen sehr gut da. Aber wir dür­fen uns nicht auf dem Er­folg aus­ru­hen“, warn­te der Vor­sit­zen­de des Tou­ris­mus­ver­ban­des Nord­see,

Sven Am­bro­sy. Trotz wach­sen­der Nach­fra­ge ha­be die nie­der­säch­si­sche Nord­see­re­gi­on im Ver­gleich zu an­de­ren nord­deut­schen Küs­ten­län­dern Markt­an­tei­le ab­ge­ge­ben und lie­ge zur­zeit bei rund 24 Pro­zent. Über 90 Pro­zent der Mit­glie­der der ver­schie­de­nen Tou­ris­mus­or­ga­ni­sa­tio­nen

– dar­un­ter Krei­se, Kom­mu­nen und Un­ter­neh­men – zeig­ten sich of­fen für die Dis­kus­si­on über ver­än­der­te Kon­zep­te.

Da­bei müs­se auch über ein­heit­li­che­re Struk­tu­ren de­bat­tiert wer­den. Aber hier gel­te: „Die Or­ga­ni­sa­ti­ons­form folgt dem In­halt“, be­ton­te Am­bro­sy,

der SPD-Land­rat im Kreis Fries­land ist. Die Di­gi­ta­li­sie­rung spie­le ei­ne zu­neh­mend wich­ti­ge Rol­le. Klei­ne Mar­ke­ting­ein­hei­ten für zwei oder für drei Or­te könn­ten ge­gen gro­ße Bu­chungs­platt­for­men we­nig aus­rich­ten.

Die Ur­laubs­re­gi­on nie­der­säch­si­sche Nord­see lockt den­noch im­mer mehr Ur­lau­ber an: Die Ost­frie­si­schen In­seln und die Re­gi­on Nord­see­küs­te ver­zeich­ne­ten 2015 mit 12,8 Mil­lio­nen Über­nach­tun­gen ein Plus von 2,2 Pro­zent im Ver­gleich zu 2014.

2008 stell­te der Tou­ris­mus­ver­band Nord­see be­reits ei­nen Mas­ter­plan vor. Da­mit woll­te die Fe­ri­en­re­gi­on ih­re Wett­be­werbs­fä­hig­keit er­hal­ten. Schon da­mals er­klär­te der Ver­bands­vor­sit­zen­de Am­bro­sy im Vor­wort: „Aus Sicht füh­ren­der Rei­se­ver­an­stal­ter ran­giert die Re­gi­on nie­der­säch­si­sche Nord­see in Sa­chen At­trak­ti­vi­tät in­zwi­schen deut­lich hin­ter der Küs­ten­re­gi­on Meck­len­bur­gVor­pom­merns und den bei­den Küs­ten Schles­wig-Hol­steins.“

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Die Ost­frie­si­schen In­seln wie die Nord­see­insel Bal­trum sind ein be­lieb­tes Ur­laubs­ziel. Foto: dpa

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