Tref­fend

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Medien / Fernsehen -

Erich Miel­ke – Meis­ter der Angst, 20.15 Uhr

Von Hen­drik St­ein­kuhl

Den Wahn­sinn ei­nes Men­schen er­kennt man oft am bes­ten im Klei­nen, und so ist es bei der Film­fi­gur des Erich Miel­ke ein zu hart ge­koch­tes Ei, an dem sich der Fa­na­tis­mus des Klein­bür­gers Bahn bricht. „Das ist doch kein Vier­ein­halb-Mi­nu­ten-Ei!“, wü­tet der Sta­si-Chef über sei­nem Früh­stück. Die Ver­ant­wort­li­che, sei­ne Se­kre­tä­rin, darf sich auf et­was ge­fasst ma­chen.

„Erich Miel­ke – Meis­ter der Angst“ist ein tref­fen­der Na­me für ein Do­ku­dra­ma, das im Kino lief und nun auf Ar­te zu se­hen ist. Der Ober­schnüff­ler des Ter­ror-Re­gimes wird in We­sen und Wir­ken gut er­klärt; wie aus ei­nem über­sen­si­blen Jun­gen mit enor­mem Ehr­geiz der all­mäch­ti­ge Ge­heim­dienst­chef wur­de, er­klärt der Film schon ziem­lich or­dent­lich.

Lei­der sind aber die Spiel­sze­nen oft über­dra­ma­ti­siert, zu laut, zu auf­merk­sam­keits­hei­schend. Ein Kri­ti­ker schrieb zum Ki­no­start, die Re­gis­seu­re Jens Be­cker und Maar­ten van der Duuin wür­den ih­rem ex­zel­len­ten do­ku­men­ta­ri­schen Ma­te­ri­al zu we­nig ver­trau­en. Das trifft den Na­gel auf den Kopf. Al­lein die O-Tö­ne von Erich Miel­ke sind so stark, dass es über­zo­gen wirkt, sie durch der­art vie­le und der­art wuch­ti­ge fik­tio­na­le Sze­nen zu er­gän­zen. We­ni­ger wä­re hier viel, viel mehr ge­we­sen.

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