Feh­ler im Sys­tem

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik - Von Me­la­nie Hei­ke Schmidt mh.schmidt@noz.de

Der Fall des un­ter Ter­ror­ver­dacht ste­hen­den Sol­da­ten bleibt bi­zarr. Im­mer neue Fra­gen tür­men sich auf. Und der Ver­däch­ti­ge schweigt. Nur ei­ne bit­te­re Er­kennt­nis schält sich be­reits her­aus, und die be­trifft Feh­ler im Sys­tem.

Die Ver­wal­tung hier­zu­lan­de krankt nicht dar­an, dass zu we­ni­ge In­for­ma­tio­nen ge­sam­melt wer­den. Viel­mehr hakt es an der mensch­li­chen Kom­po­nen­te. Im Fall des Ter­ror­sol­da­ten wa­ren es über­for­der­te Mit­ar­bei­ter in der Auf­nah­me­stel­le. Ih­nen fiel nicht auf, dass der an­geb­li­che Flücht-

ling aus Sy­ri­en nur ra­de­bre­chend Ara­bisch sprach. Ein Skan­dal. Lei­der sind sol­che Feh­ler Was­ser auf die Müh­len der Gau­lands und an­de­rer Het­zer im Land, die in der Flücht­lings­kri­se den Grund se­hen für al­les, was sonst noch und so­wie­so im­mer schief­läuft. Die aus ih­rer Sicht Schul­di­ge dar­an heißt stets: An­ge­la Mer­kel.

Klar ist, es wur­den Feh­ler ge­macht. Klar ist aber auch: Es hat Ver­bes­se­run­gen ge­ge­ben, längst ist man et­wa zur Ein­zel­fall­prü­fung zu­rück­ge­kehrt. Auch Dol­met­scher ge­hö­ren bei Auf­nah­me­ge­sprä­chen nun zum Stan­dard. Wür­de der Sol­dat sein fal­sches Spiel heu­te ver­su­chen, kä­me er nicht weit. Lei­der wer­den sol­che De­tails gern ver­ges­sen.

Am En­de bleibt fest­zu­hal­ten: Feh­ler pas­sie­ren, gleich­gül­tig, wie gut Ge­set­ze sind. Und: Der bes­te Schutz ge­gen Ter­ror ist und bleibt fä­hi­ges Per­so­nal in aus­rei­chen­der Stär­ke.

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