Stolz und Ri­si­ko bei den Li­be­ra­len

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Einblicke - B.ten­fel­de@noz.de

Die FDP ist wie­der wer. Jah­re­lang Ziel von gal­li­gem Spott und Scha­den­freu­de, darf sie jetzt stolz die Avan­cen von Uni­on und SPD ge­nie­ßen. Die bei­den Gro­ßen su­chen Nä­he, weil sie Mehr­heits­be­schaf­fer brau­chen. Aber ge­nau dies wol­len die Li­be­ra­len nicht mehr sein. Par­tei­chef Chris­ti­an Lind­ner lehnt je­de Aus­sa­ge zu mög­li­chen Ko­ali­tio­nen ab. Sei­ne „San­da­len­S­tra­te­gie“– nach al­len Sei- Von Bea­te Ten­fel­de

ten of­fen – ist je­doch ris­kant. Wäh­ler wol­len wis­sen, wo­hin es geht, wenn sie das FDP-Ti­cket lö­sen. Lin­ke und AfD müs­sen drau­ßen blei­ben, das ist die ein­zi­ge An­sa­ge, sonst ist al­les mög­lich bei den Li­be­ra­len. In Rhein­land-Pfalz hat sich die FDP so­gar mit den Grü­nen, ih­ren al­ten Fein­den, ver­bün­det. Ein Mi­nis­ter­pos­ten in Mainz war eben at­trak­ti­ver als Stand­haf­tig­keit.

Und nun Wie­der­ein­zug der Li­be­ra­len in den Bun­des­tag? Die Sa­che ist si­cher, glaubt man den De­mo­sko­pen – aber wer tut das noch nach den letz­ten FehlPro­gno­sen? Ein Um­fra­ge­wert von der­zeit sechs Pro­zent wird Par­tei­chef Lind­ner kaum ru­hig schla­fen las­sen.

Mit 91 Pro­zent wur­de der 38-Jäh­ri­ge im Füh­rungs­amt be­stä­tigt. Ein Hun­dert-Pro­zent-Er­geb­nis – wie beim SPD-Chef Schulz – hat­te er sich ver­be­ten. Zu so­zia­lis­tisch! Und wie schnell ein Rausch ver­fliegt, wis­sen die Li­be­ra­len: Von 14,6 Pro­zent im Jahr 2009 schnurr­ten sie auf kläg­li­che 4,8 Pro­zent im Jahr 2013 zu­sam­men. Nur müh­sam geht es auf­wärts.

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