Bay­er-Ak­tio­nä­re un­eins über Monsan­to-Kauf

Kon­zern­chef be­tont Chan­cen für glo­ba­le Er­näh­rung – Kri­ti­ker war­nen vor Macht­kon­zen­tra­ti­on

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Wirtschaft - Wei­te­re Be­rich­te auf noz.de/land­wirt­schaft

An Monsan­to schei­den sich die Geis­ter, bei der Haupt­ver­samm­lung von Bay­er pral­len die un­ter­schied­li­chen Po­si­tio­nen zur Über­nah­me auf­ein­an­der. Die ei­nen se­hen ei­nen Heils­brin­ger zur Lö­sung glo­ba­ler Er­näh­rungs­pro­ble­me. Für die an­de­ren ist sie Teu­fels­zeug.

BONN/LEVERKUSEN. Hef­ti­ge Kri­tik von Um­welt­schüt­zern, Land­wir­ten und kirch­li­chen Grup­pen an der Monsan­to-Über­nah­me, das schlech­te Image des US-Saat­gu­trie­sen und der ho­he Kauf­preis: Bay­er-Chef Wer­ner Bau­mann hat auf der Haupt­ver­samm­lung des Kon­zerns am Frei­tag al­le Vor­be­hal­te von Fu­si­ons­geg­nern vom Tisch ge­wischt. Vor 2500 Ak­tio­nä­ren zeig­te er sich in Bonn zu­ver­sicht­lich, dass der mit 66 Mil­li­ar­den US-Dol­lar teu­ers­te Zu­kauf ei­nes deut­schen Un­ter­neh­mens im Aus­land auch vor den Kar­tell­be­hör­den Be­stand ha­ben wird und bis zum Jah­res­en­de ab­ge­schlos­sen wer­den kann.

„Die Über­nah­me von Monsan­to passt per­fekt zu un­se­rer Stra­te­gie“, sag­te Bau­mann in sei­ner Re­de, die mehr­fach durch Zwi­schen­ru­fe von Kri­ti­kern un­ter­bro­chen wur­de. Ge­mein­sam mit dem US-Kon­zern soll Bay­er zum Welt­markt­füh­rer bei Pflan­zen­schutz und Saat­gut auf­stei­gen. So könn­te „den Land­wir­ten auf der gan­zen Pro­tes­te ge­gen den Kauf von Monsan­to be­glei­te­ten Bay­ers Haupt­ver­samm­lung.

Welt ein über­zeu­gen­des Pro­dukt­an­ge­bot ge­macht wer­den“, be­ton­te der Bay­er-Chef mit Blick auf die Her­aus­for­de­run­gen bei der Er­näh­rung der wach­sen­den Welt­be­völ­ke­rung.

In der Aus­spra­che war die Über­nah­me das be­herr­schen­de The­ma. Wäh­rend ver­schie­de­ne Ak­tio­närs­ver­tre­ter

den Er­werb grund­sätz­lich po­si­tiv be­wer­te­ten, wie­sen meh­re­re auf enor­me Ri­si­ken hin – wie den ho­hen Kauf­preis und den schlech­ten Ruf von Monsan­to. „Mit Monsan­to muss sich Bay­er auf per­ma­nen­ten öf­fent­li­chen Ge­gen­wind ein­stel­len“, warn­te et­wa In­go Speich von Uni­on In­vest­ment.

Schon vor Be­ginn des Ak­tio­närs­tref­fens hat­ten Fu­si­ons­geg­ner ih­ren Un­mut über die Plä­ne am Ver­samm­lungs­ort ge­äu­ßert. „BaySan­to stop­pen“oder „Sat­te Men­schen statt Ge­win­ne“stand auf Trans­pa­ren­ten. Der Zu­sam­men­schluss be­dro­he die bäu­er­li­che Land­wirt­schaft, und die Kar­tell­be­hör­den müss­ten

die Fu­si­on ver­hin­dern, hieß es in ei­ner Stel­lung­nah­me der Ar­beits­ge­mein­schaft Bäu­er­li­che Land­wirt­schaft. Bay­er hat­te sich am Ein­gang an die Kri­ti­ker ge­wandt: „Lie­be De­mons­tran­ten, nut­zen Sie doch mal ,Fak­ten­statt-Vor­ur­tei­le.de‘ .“

In sei­ner Re­de wand­te sich Bau­mann aus­drück­lich an die Kri­ti­ker, die nach sei­ner Ein­schät­zung mit Kam­pa­gnen zum ne­ga­ti­ven Image von Monsan­to bei­ge­tra­gen hät­ten. Geg­nern grü­ner Gen­tech­nik hielt er vor, Ängs­te zu schü­ren.

Che­mie auf dem Feld:

Fo­to: dpa

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