Mort­ler for­dert mehr Hil­fe für Kin­der von Süch­ti­gen

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

Die Dro­gen­be­auf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung, Mar­le­ne Mort­ler (CSU), hat ei­ne bes­se­re Ver­sor­gung von Kin­dern süch­ti­ger El­tern ge­for­dert. „Ent­schei­dend ist erst ein­mal, dass die Kom­mu­nen das The­ma er­ken­nen. Die Ju­gend­äm­ter sind der Dre­hund An­gel­punkt des Gan­zen“, sag­te Mort­ler. Sie füg­te hin­zu: „Sie müs­sen In­for­ma­tio­nen und Hil­fe ko­or­di­nie­ren“– und An­sprech­part­ner et­wa für Leh­rer sein, die Hil­fe ver­mit­teln woll­ten.

In ei­ni­gen Städ­ten und Ge­mein­den klap­pe das vor­züg­lich, in an­de­ren blei­be der an­ru­fen­de Leh­rer schon in der Te­le­fon­zen­tra­le hän­gen, kri­ti­sier­te Mort­ler. Es ge­be ei­ne Viel­zahl von An­ge­bo­ten, aber auch er­heb­li­che De­fi­zi­te. So wür­den noch zu we­ni­ge be­trof­fe­ne Kin­der er­kannt. Zu­dem feh­le es vie­len An­ge­bo­ten an Be­stän­dig­keit, et­wa weil die Fi­nan­zie­rung brü­chig ist.

Und dann fie­len noch zu vie­le Kin­der durch das Netz, weil die Ab­stim­mung zwi­schen den ver­schie­de­nen Ak­teu­ren nicht funk­tio­nie­re, et­wa zwi­schen Ju­gend­amt und Ren­ten­ver­si­che­rung oder mit den Kin­der­ärz­ten. „Zu oft bleibt es dem Zu­fall über­las­sen, ob be­trof­fe­nen Kin­dern

ge­hol­fen wird oder nicht“, be­klag­te Mort­ler.

Ex­per­ten ge­hen da­von aus, dass heu­te bei je­dem vier­ten Kind – ge­schätzt drei bis vier Mil­lio­nen Kin­der – Va­ter oder Mut­ter vor­über­ge­hend oder dau­er­haft psy­chisch krank sind. Et­wa 2,6 Mil­lio­nen Kin­der wach­sen dem­nach in sucht­be­las­te­ten Fa­mi­li­en auf. Kin­der psy­chisch kran­ker El­tern ha­ben, sta­tis­tisch ge­se­hen, je nach Art der Er­kran­kung ei­ne drei- bis vier­fach hö­he­re Ver­an­la­gung für psy­chi­sche Er­kran­kun­gen.

Uni­on, SPD und Grü­ne wol­len nach Mort­lers An­ga­ben im Mai im Bun­des­tag ei­nen An­trag zur Si­tua­ti­on von Kin­dern psy­chisch kran­ker El­tern verabschieden. Die Bun­des­re­gie­rung soll noch ein­mal ge­nau prü­fen, wie die Hilfs­sys­te­me mit­ein­an­der ar­bei­ten und wo un­ter Um­stän­den Nach­bes­se­run­gen nö­tig sind.

Mar­le­ne Mort­ler Fo­to: dpa

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