„Die rei­chen Golf­staa­ten neh­men kei­ne Flücht­lin­ge auf“

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

Die Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­ti­on Am­nes­ty In­ter­na­tio­nal pran­ger­te 2014 die sechs Golf­staa­ten an, sie hät­ten null Auf­nah­me­plät­ze für Flücht­lin­ge be­reit­ge­stellt. Die Golf­staa­ten, das sind Sau­di-Ara­bi­en, Bah­rain, die Ver­ei­ni­gen Ara­bi­schen Emi­ra­te, Ka­tar, Ku­wait und Oman. Ih­re Re­gie­run­gen weh­ren sich ge­gen den Vor­wurf. Sau­di-Ara­bi­en be­haup­tet, 2,5 Mil­lio­nen Sy­rer im Land zu dul­den. Dies nach­zu­prü­fen ist schwie­rig, da kei­ner der Golf­staa­ten die Gen­fer Flücht­lings­kon­ven­ti­on un­ter­zeich­net hat. So­mit wer­den Ver­trie­be­ne nicht als of­fi­zi­el­le Flücht­lin­ge re­gis­triert.

Die UN-Flücht­lings­hil­fe schätzt, dass es 2016 ins­ge­samt 4340 Asyl­be­wer­ber in den Golf­staa­ten gab. Ri­ad er­klär­te sei­ne ho­he An­ga­be von Sy­rern im Land da­mit, sie nicht „Flücht­lin­ge“zu nen­nen, um ih­re Si­cher­heit und Wür­de zu wah­ren. Grün­de für die re­la­tiv ge­rin­gen Auf­nah­me­zah­len sind bü­ro­kra­ti­sche Ein­rei­se­hür­den wie teu­re Vi­sa und die feh­len­de of­fi­zi­el­le An­er­ken­nung als Flücht­ling, die ge­wis­se Rech­te zu­si­chert. Über­dies be­fürch­ten die Golf­staa­ten so­zia­le Un­ru­hen, wenn Flücht­lin­ge im Land le­ben. Statt Flücht­lin­ge auf­zu­neh­men, zei­gen sie sich lie­ber spen­da­bel: Ara­bi­sche Re­gie­run­gen, Un­ter­neh­men und Pri­vat­leu­te ga­ben 2015 mehr als zwei Mil­li­ar­den Dol­lar aus für in­ter­na­tio­na­le Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen und die gro­ßen Flücht­lings­la­ger in Jor­da­ni­en und im Li­ba­non.

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