Un­ter­stüt­zung für Ma­ri­ne Le Pen

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Einblicke - Von Bir­git Holzer

Sie hei­ßen Pe­dro, Na­stas­ja und Di­mi­tri. Aus Por­tu­gal, Po­len und Ar­me­ni­en stam­men ih­re Vor­fah­ren, aber sie selbst sind Fran­zo­sen und wer­den sich bei der zwei­ten Run­de der Prä­si­dent­schafts­wahl an die­sem Sonn­tag be­tei­li­gen. Ent­schie­den sind sie schon; trotz­dem wol­len sie in Ville­pin­te im Nor­den von Pa­ris die Frau er­le­ben, der sie ih­re Stim­me ge­ben: Ma­ri­ne Le Pen. Al­so der Po­li­ti­ke­rin, die ver­hin­dern möch­te, dass Leu­te wie einst ih­re ei­ge­nen Groß­el­tern oh­ne Wei­te­res ein­ge­bür­gert wer­den kön­nen. Je­ner Frau, die ei­nen „Ein­wan­de­rungs­stopp“und die „na­tio­na­le Prio­ri­tät“for­dert, um Fran­zo­sen bei der Ver­ga­be von Jobs, So­zi­al­woh­nun­gen und -leis­tun­gen zu be­vor­zu­gen.

„Es ist doch nor­mal, Frank­reich den Fran­zo­sen zu­rück­zu­ge­ben“, sagt der 30-jäh­ri­ge Pe­dro, der als Con­cier­ge ar­bei­tet. „Ma­ri­ne ist die Ein­zi­ge, die für Frei­heit, Gleich­heit, Brü­der­lich­keit ein­steht. Ich bin Por­tu­gie­se, aber fin­de mich in die­sen Wer­ten wie­der.“Nur Ma­ri­ne bie­te Schutz vor dem Ter­ro­ris­mus, sagt die 21-jäh­ri­ge Stu­den­tin Na­stas­ja Du­co­lom­bier. Die Rechts­po­pu­lis­tin wol­le hart ge­gen sala­fis­ti­sche Pre­di­ger vor­ge­hen, fügt ihr Freund Di­mi­tri Blan­chard hin­zu.

Doch kein Eu­ro-Aus­tritt?

Ville­pin­te liegt im ärms­ten Dé­par­te­ment Frank­reichs, die Ar­beits­lo­sig­keit ist hoch. Le Pen will sich zwar zum Sprach­rohr der Ab­ge­häng­ten ma­chen, doch in die­ser Ge­gend er­hielt sie nur 13,6 Pro­zent der Stim­men. Der 48jäh­ri­gen Rechts­po­pu­lis­tin nutzt in­des die Un­ter­stüt­zung des EU-Kri­ti­kers Ni­co­las Du­pont-Ai­gnan, der 4,7 Pro­zent der Wäh­ler­stim­men er­hielt. Bei­de schlos­sen nun ei­ne „pa­trio­ti­sche und re­pu­bli­ka­ni­sche Al­li­anz“.

Ein Satz in der ge­mein­sa­men Er­klä­rung ließ auf­hor­chen: „Der Über­gang der Ein­heits­wäh­rung zu ei­ner ge­mein­sa­men eu­ro­päi­schen Wäh­rung ist kei­ne Vor­be­din­gung für je­de Wirt­schafts­po­li­tik.“In ei­nem In­ter­view er­klär­te Le Pen ent­ge­gen ih­rer bis­he­ri­gen For­de­rung, Frank­reich müs­se nicht so­fort die Eu­ro-Zo­ne ver­las­sen.

Auch der 88-jäh­ri­ge Grün­der des Front Na­tio­nal, der in­zwi­schen aus der Par­tei aus­ge­schlos­se­ne Je­an-Ma­rie Le Pen, fand sich ges­tern zur tra­di­tio­nel­len Ver­an­stal­tung am 1. Mai in Pa­ris ein – und rang sich ei­ne Wahl­emp­feh­lung ab. „Ma­ri­ne ist ei­ne Toch­ter Frank­reichs. Sie ist nicht Jean­ne d’ Arc, aber hat die­sel­be Mis­si­on.“

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