War das Klitsch­kos letz­ter Kampf ?

Ukrai­ner ver­liert ge­gen Jos­hua, aber boxt stark wie lan­ge nicht

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Sport -

Die Fort­set­zung des „Thril­ler of Wem­bley“folgt – vi­el­leicht. Der Ge­schäfts­mann in Wla­di­mir Klitsch­ko wür­de dem Re­van­che­kampf ge­gen Welt­meis­ter Ant­ho­ny Jos­hua zu­stim­men, in der Hoff­nung auf ähn­li­che Dra­ma­tik in der Zweit­auf­la­ge. Aber die sport­li­che Zu­kunft des 41 Jah­re al­ten Alt­meis­ters, der am Sams­tag wie der Ti­tel­ver­tei­di­ger ge­schätz­te 20 Mil­lio­nen Eu­ro ein­strei­chen durf­te, bleibt of­fen.

„Wenn ich noch ein­mal bo­xe, dann nur ge­gen Jos­hua“, sag­te Klitsch­ko nach sei­ner vor­zei­ti­gen Nie­der­la­ge in ei­nem hoch­klas­si­gen Fight, der Fans und Ex­per­ten welt­weit ent­zück­te. „Ant­ho­ny hät­te auch nichts da­ge­gen, in Deutsch­land zu kämp­fen“, sag­te Jos­hua-Ma­na­ger Ed­die He­arn der „Sun“.

Groß­bri­tan­ni­en fei­er­te sei­nen neu­en Sport­hel­den. „Ant­ho­ny Jos­hua hat die Vor­stel­lung sei­nes Le­bens ge­ge­ben“, so BBC Sport. Für die Ta­ges­zei­tung „Guar­di­an“ist der „Jos­hua-Klitsch­ko-Thril­ler der größ­te Kampf, den Wem­bley je­mals er­lebt hat“.

Man­che Ex­per­ten hat­ten be­fürch­tet, der Fight ge­gen den viel er­fah­re­ne­ren Klitsch­ko wä­re zu früh für den Bri­ten ge­kom­men. Fast hät­ten sie recht be­hal­ten, als der 27-Jäh­ri­ge in der sechs­ten Run­de zum ers­ten Mal in sei­ner Kar­rie­re zu Bo­den ging und vor dem K. o. stand. „Ich war de­fi­ni­tiv er­schöpft, aber ich wuss­te, dass ich mich da­von er­ho­len kann“, er­klär­te Jos­hua. Wankt: Wla­di­mir Klitsch­ko muss­te von Ant­ho­ny Jos­hua ei­ni­ges ein­ste­cken, teil­te aber auch gut aus.

Klitsch­ko räum­te ein, er hät­te nach­set­zen sol­len, wie es sein Bru­der Vi­ta­li aus sei­ner Ecke laut­stark ge­for­dert hat­te. „Er wird es be­reu­en, dass er den Job nicht zu En­de ge­bracht hat“, schrieb BBC Sport.

Klitsch­ko, der trotz der Nie­der­la­ge von den 90 000 Fans mit to­sen­dem Ap­plaus be­dacht wur­de, blen­de­te sei­nen Schmerz aus. „Ich ha­be den Kampf ge­nos­sen, ihr hof­fent­lich auch. Dan­ke für die groß­ar­ti­ge Un­ter­stüt­zung“, twit­ter­te er. „Re­spekt und Gra­tu­la­ti­on an Ant­ho­ny Jos­hua.“

Die bri­ti­schen Me­di­en lob­ten den bis auf das letz­te Gramm aus­trai­nier­ten Ukrai­ner für sei­nen star­ken Auf­tritt und sei­ne Fair­ness. „Klitsch­ko hat mal wie­der sei­ne Klas­se ge­zeigt“, be­fand der „Te­le­graph“. Von zwei Nie­der­schlä­gen in der elf­ten Run­de hat­te er sich nicht mehr er­holt.

Jos­hua blieb trotz al­ler Su­per­la­ti­ve be­schei­den. „Ich freue mich vor al­lem, dass es ein groß­ar­ti­ger Kampf war“, er­klär­te er, „denn es war so ein gro­ßer Hy­pe, und es gab so ho­he Er­war­tun­gen. Ich bin froh, dass es dem ge­recht wur­de.“Zugleich lob­te er sei­nen Geg­ner: „Zum Tan­zen braucht man zwei – al­so gro­ßen Re­spekt vor Klitsch­ko.“Der Olym­pia­sie­ger von At­lan­ta lä­chel­te et­was ge­quält.

Ob sich die bei­den noch ein­mal im Ring be­geg­nen, ließ Klitsch­ko trotz Rück­kampf­klau­sel of­fen. Aus Klitsch­kos Sicht müss­te der Kampf ge­gen den 14 Jah­re Jün­ge­ren aber noch in die­sem Jahr statt­fin­den – die Uhr tickt. Gibt es kei­ne Re­van­che, könn­te er mit der Ge­wiss­heit in den Ru­he­stand wech­seln, mit dem 69. und vi­el­leicht bes­ten Kampf sei­ner Kar­rie­re ab­ge­tre­ten zu sein.

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