Sän­ger be­grü­ßen den Won­ne­mo­nat

112. Ly­ra­sin­gen in Os­na­brück – Meh­re­re Hun­dert Be­su­cher auf dem Rat­haus­platz

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück -

Jus­tus Wil­helm Ly­ra wur­de 1822 in Os­na­brück ge­bo­ren und hat un­ter an­de­rem das Stück „Der Mai ist ge­kom­men“kom­po­niert. Seit ihm 1905 in sei­ner Ge­burts­stadt ein Denk­mal ge­setzt wur­de, hat das so­ge­nann­te Ly­ra­sin­gen am 1. Mai Tra­di­ti­on – so auch 2017, als es un­ter be­wölk­tem Him­mel an den Rat­haus­trep­pen vom Ge­s­angs­ver­ein Sän­ger­lust Os­na­brück-Pye aus­ge­tra­gen wur­de.

„Es ist schön, wenn sich ei­ne Stadt an die Men­schen er­in­nert, die in ihr ge­wirkt ha­ben“, sag­te Bür­ger­meis­ter Burk­hard Jas­per in sei­ner Be­grü­ßungs­re­de. Die Büh­ne am Rat­haus, auf der er stand, ist ei­gent­lich für die Mai­wo­che her­ge­rich­tet wor­den, ein­ge­weiht wird sie aber schon ein paar Ta­ge frü­her.

Ei­ner der Men­schen, an die sich Os­na­brück jähr­lich er­in­nert, ist der Kom­po­nist Jus­tus Wil­helm Ly­ra, und zwar in Form des Mai- be­zie­hungs­wei­se Ly­ra­sin­gens, das in die­sem Jahr der Ge­s­ang­ver­ein Zu Eh­ren Ly­ras sang der Ge­s­ang­ver­ein Sän­ger­lust Os­na­brück-Pye Os­na­brück ges­tern Nach­mit­tag in den Mai.

Sän­ger­lust Os­na­brück-Pye aus­trug. Lan­ge Zeit wur­de dies in der Mit­ter­nacht vom 30. April auf den 1. Mai ge­tan, seit letz­tem Jahr fin­det das tra­di­tio­nel­le Sin­gen je­doch am Vor­mit­tag des Mai­fei­er­ta­ges statt.

Früh­lings- und Wan­der­lie­der wie „Jetzt fängt das schö­ne Früh­jahr an“oder „Das Wan­dern ist des Mül­lers Lust“stan­den auf dem Pro­gramm, um den „Won­ne­mo­nat“Mai fei­er­lich ein­zu­lei­ten – auch wenn der Früh­ling noch et­was auf sich war­ten

lässt, wie der be­wölk­te Him­mel über dem Rat­haus­platz be­wies. Im­mer­hin blieb es tro­cken, so­dass die Ver­an­stal­tung wie ge­plant drau­ßen statt­fin­den konn­te. Ei­nen Plan B hat­ten sich die Or­ga­ni­sa­to­ren um Edith Boh­ne und Nor­bert Wit­te von der Sän­ger­kreis­grup­pe Os­na­brück-Stadt aber auch zu­recht­ge­legt – im Not­fall hät­te man bei schlech­tem Wet­ter in die Ma­ri­en­kir­che um­zie­hen dür­fen. Das war aber glück­li­cher­wei­se nicht not­wen­dig, so­dass der Ge­s­ang­ver­ein

und das zahl­reich er­schie­ne­ne Pu­bli­kum an der fri­schen Luft sin­gen konn­ten.

Lied­zet­tel rei­chen nicht

Denn ne­ben dem Vor­trag des Chors steht die Ver­an­stal­tung auch für das ge­mein­sa­me Sin­gen. Ins­ge­samt 330 Lied­zet­tel wur­den im Pu­bli­kum ver­teilt – nicht ge­nug, wie sich her­aus­stellt, denn weit­aus mehr Gäs­te hat­ten sich auf den Weg zum Rat­haus ge­macht. Mal trug dort der Chor al­lein Lie­der vor, wie „Grüß Gott, du schö­ner Mai­en“oder „Aprils­narr“, dann wur­de ge­mein­sam mit den Gäs­ten ge­sun­gen.

Durch die Ver­an­stal­tung führ­te Nor­bert Wit­te als Mo­de­ra­tor mit tro­cke­nem Hu­mor und be­müh­te sich, die ge­ge­be­nen Lie­der in den pas­sen­den Kon­text ein­zu­ord­nen, und be­ton­te et­wa die po­li­ti­sche Trag­wei­te ei­nes Sat­zes wie „Die Ge­dan­ken sind frei“, da es ge­nug Or­te ge­be, an de­nen die Ge­dan­ken eben nicht frei sei­en.

Den­noch blieb Po­li­tik ei­ne Rand­no­tiz, es ging um die Mu­sik, die in­brüns­tig und nach Her­zens­lust von den Gäs­ten mit­ge­sun­gen wur­de, um den Früh­ling zu be­schwö­ren. Boh­ne und Wit­te tru­gen zu­sätz­lich Ge­dich­te vor, et­wa das „Mai­lied“von Goe­the oder Her­mann Löns’ „Früh­ling“.

Nach ei­ner Zu­ga­be des Cho­res wur­de das Kon­zert mit al­len Stro­phen aus Ly­ras „Der Mai ist ge­kom­men“mit dem Text von Ema­nu­el Gei­bel schließ­lich be­en­det.

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